Einführung Was ist das Telekolleg?
Sie mögen doch sicher auch Pizza. So ähnlich wie eine Pizza muss man sich das Telekolleg vorstellen. Die Basis - sprich der Boden - sind die Pflichtfächer, die immer gleich sind. Ihr persönlicher Ausbildungsberuf bzw. Ihre Berufserfahrung bestimmen was oben drauf kommt, ganz nach Ihren Wünschen.
Beim Telekolleg bedeutet das: Sie organisieren das Lernen individuell, angepasst an Ihre persönliche Berufs- und Familiensituation. Sie lernen auf der Basis begleitender Studienunterlagen selbstständig zu Hause. Unterstützt werden Sie dabei von Fernsehsendungen, die täglich im Bayerischen Fernsehen und in BR-alpha ausgestrahlt werden.
Der Clou: die individuelle Betreuung an den verschiedenen Kollegtagschulen (23 in Bayern, 3 in Brandenburg, 2 in Rheinland-Pfalz). Im Rhythmus von zwei Wochen treffen Sie sich mit anderen Teilnehmern und den Telekolleg-Lehrern zum Kollegtagunterricht, tauschen sich untereinander aus, besprechen offene Fragen oder bilden Lerngruppen. Die Teilnahme ist Pflicht.
Unser regelmäßig erscheinender Newsletter und die Internet-Seiten des Telekollegs unterstützen Sie dabei, das Gelernte zu vertiefen und eigenständig Aufgaben zu lösen.
Telekolleg - Die drei Wege zum Ziel
Die Lebenswege der Menschen unterscheiden sich ganz erheblich. Oft stehen unvorhersehbare Hürden einer geradlinigen Schulausbildung im Wege. Aber eine fundierte Ausbildung ist als solide Basis für ein erfülltes Berufsleben wichtig. Das Telekolleg eröffnet Ihnen die Möglichkeit, Wissen aufzufrischen oder staatlich anerkannte Schulabschlüsse nachzuholen - auch später und neben Job und Familie.
Vorkurs
Der Vorkurs besteht aus den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Dieses Angebot stellt ein solides Fundament zur Vorbereitung auf den Fachhochschullehrgang dar. Nutzen Sie Ihre Chance. Man lernt, wieder zu lernen und Basiswissen kann aufgefrischt und ergänzt werden. Die Fachlehrer des Kollegtagunterrichtes begleiten Sie engagiert auf Ihrem Weg.
Eine Teilnahme kann nur empfohlen werden. Für Interessenten am Lehrgang "Mittlere Reife" in Bayern ist der Vorkurs ohnehin Pflicht. Die Ausstrahlung der Fernsehsendungen beginnt ab Ende April 2012. Der Start des Kollegtagunterrichts für den Vorkurs ist in den drei Bundesländern unterschiedlich.
Mittlere Reife (mittlerer Schulabschluss)
In Bayern können Sie in knapp acht Monaten die Mittlere Reife erlangen. Dieser Abschluss ist im Bundesland Bayern anerkannt. Dafür müssen Sie am Vorkurs und dem 1. Trimester des Fachhochschullehrgangs teilnehmen und die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik in beiden Kursen belegen. Staatlich anerkannte Lehrer unterstützen Sie intensiv im regelmäßig stattfindenden Kollegtagunterricht (Samstagvormittag). Die Teilnahme ist Pflicht.
Besonderheit: Nach dem Erwerb der Mittleren Reife kann der Lehrgang Fachhochschulreife fortgesetzt werden, wenn im 1. Trimester auch das allgemeine Pflichtfach Sozialkunde und bei der Ausbildungsrichtung Technik zusätzlich das Pflichtfach Chemie belegt wurden.
Fachhochschulreife
In vielen Fällen führt der Weg an einer Fachhochschulreife kaum vorbei. Entweder fürs Studium oder für den beruflichen Aufstieg.
Mit dem Telekolleg haben Sie nach nur 20 Monaten den begehrter staatlichen Abschluss in der Tasche, der Ihnen die Türen für eine akademische Ausbildung in den Fachrichtungen Technik, Wirtschaft und Soziales weit öffnet.
Ausbildungsrichtungen und Fächer
Die Ausbildungsrichtung wird durch den Ausbildungsberuf oder die Berufserfahrung festgelegt.
- Pflichtfächer für alle Ausbildungsrichtungen: Deutsch, Englisch (Rheinland-Pfalz alternativ Französisch), Geschichte, Sozialkunde, Mathematik, Physik 1 (Mechanik).
- Zusatzfächer für Ausbildungsrichtung Technik: Chemie, Physik 2 (Elektrizitäts- und Schwingungslehre), Informatik/Technologie (für Technik)
- Zusatzfächer für Ausbildungsrichtung Wirtschaft: Wirtschaftslehre (VWL, BWL), Informatik/Technologie (für Wirtschaft)
- Zusatzfächer für die Ausbildungsrichtung Sozialwesen: Biologie, Psychologie
- Freiwillige Fächer: Französisch (nicht in Brandenburg), Informatik/Technologie (für Wirtschaft) in der Ausbildungsrichtung Sozialwesen
Der Kollegtagunterricht findet regelmäßig am Samstagvormittag alle zwei Wochen statt. In 240 Unterrichtsstunden werden Sie im Direktunterricht von erfahrenen Fachlehrern intensiv beim Lernen unterstützt und auch gezielt auf die Prüfungen vorbereitet. Aufgrund der Klassengrößen von 20 – 25 Schülern ist ein effektives Lernen möglich. Auch hier ist die Teilnahme Pflicht.
Telekolleg - Was muss ich mitbringen?
Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen gehören beim Lernen dazu. Das ist auch im Telekolleg so. Eigentlich sind das sogar schon die wichtigsten persönlichen Eigenschaften, die Sie mitbringen sollten.
Natürlich braucht es auch ein paar formale Voraussetzungen für die staatlich anerkannten Lehrgänge des Telekollegs:
| Abschluss | Teilnahmevoraussetzung |
|---|---|
| Vorkurs | keine gesonderten Nachweise erforderlich |
| Mittlere Reife (mittlerer Schulabschluss) | Für die Teilnahme muss - eine abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung oder - eine mindestens vierjährige Berufserfahrung nachgewiesen werden. Als Berufserfahrung gilt auch das Führen eines Familienhaushaltes über mindestens vier Jahre. Ein Nachweis schulisch qualifizierender Abschlüsse ist nicht erforderlich. |
| Fachhochschulreife | Teilnahmevoraussetzungen sind - Mittlere Reife und Abschluss einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung oder - eine Berufsausbildung, die bis zum Ende des Lehrgangs abgeschlossen wird oder - eine mindestens vierjährige Berufserfahrung. Für die Ausbildungsrichtung Sozialwesen gilt als Berufserfahrung auch das selbständige Führen eines Familienhaushaltes über mindestens vier Jahre. Teilnehmen kann auch wer eine Meisterprüfung oder eine gleichgestellte berufliche Fortbildungsprüfung mit Erfolg abgelegt hat. Hier kann die Teilnahme auf die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik beschränkt werden. Die so erworbene Fachhochschulreife berechtigt jedoch nur zum Studium an Fachhochschulen des jeweiligen Bundeslandes. Gleiches gilt für Teilnehmer, die eine mindestens einjährige Fachschule oder Fachakademie erfolgreich besucht haben. - Brandenburg: Wer keine Mittlere Reife nachweisen kann, aber die erweiterte Berufsbildungsreife oder einen gleichgestellten Abschluss besitzt, kann unter Vorbehalt in das Telekolleg aufgenommen werden. § 4 Aufnahme in das Telekolleg unter Vorbehalt - Rheinland-Pfalz: Teilnehmer, die keinen mittleren Abschluss besitzen, können sich in einem Vorkurs einen entsprechenden Wissensstand erarbeiten. Sie werden danach vorläufig in das Telekolleg aufgenommen. Die Teilnahme an dem Vorkurs ist für diese Personen verbindlich. Die endgültige Teilnahmeberechtigung erwerben sie, wenn sie nach dem ersten Trimester des eigentlichen Telekollegkurses erfolgreich an den Prüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und der Fremdsprache teilgenommen haben. |
Telekolleg - Was kostet mich das?
Bildung ist ein wertvolles Gut und soll unabhängig vom Geldbeutel für alle bezahlbar sein. Zu den Kosten gehören die einmalige Anmeldegebühr, Aufwendungen für das Lehrmaterial (Bücher) und Kosten für die Kollegtage, bei denen Sie persönlich von den Fachlehrern betreut werden.
Ja, Sie lesen richtig – rechnet man alles zusammen, macht das in Bayern
- für den Erwerb der Mittlere Reife alles in allem rund 350 €.
- Die 20 Monate bis zur Fachhochschulreife kosten etwa 720 € (Gesamtpaket Vorkurs und Fachhochschulreife insgesamt ca. 875 €).
In Rheinland-Pfalz und Brandenburg entfallen die Kosten für die Kollegtage. Die Kosten für das Gesamtpaket Vorkurs und Fachhochschulreife betragen 480 €.
Gebührenübersichten
Nähere Informationen auch zu den Einzelzertifikaten finden Sie in der Gebührenübersicht:
Telekolleg - in allerbestem Munde
Es freut uns sehr, wenn ehemalige Teilnehmer positiv über ihre Zeit beim Telekolleg berichten. Denn wir wissen, diese Zeit hat ihnen eine Menge Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen abverlangt:
"Das Besondere am Telekolleg sind die aufgezeichneten Fernsehsendungen, die ich mir dann ansehen kann, wenn ich Zeit habe. Ein großer Vorteil für Berufstätige. Andere Angebote, die komplett als Fernunterricht konzipiert sind, können da nicht mithalten. Besonders ist auch der 14-tägige Präsenzunterricht in den Kollegtagschulen."
(Stefan Oberfellner)
"Das Telekolleg entwickelt zahlreiche der oft geforderten Schlüsselkompetenzen. Man muss z. B. selbstständig das richtige Lerntempo, die Wege und Ziele erarbeiten. Natürlich gibt es jederzeit auch Unterstützung, wenn man nicht weiterkommt. Es braucht zudem eine gute Portion Ehrgeiz, die durch das Telekolleg noch gestärkt wird."
(Michaela Rödl)

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