Telekolleg - Deutsch


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Folge 9 Mediendesign

Im Kampf um das Publikum müssen Medienprodukte unverwechselbar sein. Nur mit einem ansprechenden Design können sie sich im Medienmarkt behaupten. Wie unterscheiden sich die einzelnen Medien in ihrem Design?

Stand: 01.11.2011

Zeitschriftenkiosk | Bild: picture-alliance/dpa

Fernsehdesign

Seitdem das öffentlich-rechtliche Fernsehen durch die kommerziellen Sender Konkurrenz bekommen hat, gilt der Grundsatz, der für Printmedien immer schon zutraf, auch für den TV-Markt: ein ansprechendes und einprägsames Design ist notwendig, um sich im Medienmarkt zu behaupten, damit ein Sender und seine einzelnen Sendungen unverwechselbar sind. Welches Design ein Sender wählt, um damit attraktiv und gut wieder erkennbar zu sein – es geht dabei um das unverwechselbare Profil, die Corporate Identity – , hängt zum einen von seiner Zielgruppe ab. Es bezieht sich auf den ganzen Sender und auch auf die einzelnen Sendungen, erkennbar im Logo des Senders, in Grafikelementen über Trailer oder Teaser, aber auch im Studiodesgin. Das Design soll zum anderen "die Philosophie" einer Sendung wiedergeben. Es wird bestimmt durch das, was in den jeweiligen Sendungen vermittelt werden soll. Jedes Erfolg versprechende Design gehorcht außerdem der Mode, schon deswegen braucht es von Zeit zu Zeit ein neues Gesicht.

Printdesign

Bei der Gestaltung von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern gelten dieselben Grundsätze wie beim TV: Das Design soll auf die Produkte aufmerksam machen und die Corporate Identity der Hersteller wahren. Es wird bestimmt durch den zu vermittelnden Inhalt, die Zielgruppe und den Zeitgeist. Die Zielgruppe bestimmt das Verhältnis von Text und Bild: "Wenn ich eine Zielgruppe oder einen Inhalt habe, die oder der sehr leseintensiv ist, muss ich eine textorientierte Gestaltung fahren, habe ich eine Zielgruppe, die sehr emotional ausgerichtet ist, muss ich sehr viel mit großen Bildern oder mit Farben arbeiten und entsprechend dann mit weniger Text." So Eberhard Wolf, Art Director der Süddeutschen Zeitung (bis 2010). Bemerkbar macht sich der Zeitgeist inzwischen selbst bei seriösen Tages- und Wochenzeitungen, die hauptsächlich vom Text leben. Das tägliche Layout ändert sich kaum, aber Farbe ist bei vielen kein Tabu mehr – man denke an die SZ oder die ZEIT.

Auf dem übersättigten Zeitschriftenmarkt kommt es besonders auf eine verführerische Gestaltung des Titelblatts an: Auf das Logo, das besonders wichtig ist für den Wiedererkennungswert, – die Signalfarbe Rot ist dafür sehr beliebt – und auf die gestalterische Umsetzung des Titelthemas. Gezielt werden hier manipulierte Bilder als Eyecatcher eingesetzt, aber so, dass die Manipulation des Bildmaterials sofort erkennbar ist. Horst Moser, Zeitschriftengestalter, erläutert, wie hier die Zusammenarbeit von Redakteuren und Grafikern funktioniert: "Die Redaktion setzt sich zusammen und sagt, wir möchten das Thema, und der Grafiker muss sich dann überlegen, welche Formen gibt es, um das dann sehr gut umzusetzen. Ist es Fotografie, ist es Illustration, sind es Mischformen usw". Das Cover ist auch beim Buch zum Werbeträger geworden. Auch wenn Bücher vor allem wegen des Inhalts gekauft werden, verwenden Grafiker viel Mühe darauf, das Cover ansprechend zu gestalten, um unschlüssige Käufer zu gewinnen.

Webdesign

Im Internet liegt nach wie vor die Zukunft. Die Medien wachsen immer mehr zusammen. Diese Annäherung wird als Medienkonvergenz bezeichnet, die aufgrund einer rasanten technischen Entwicklung und der Digitalisierung der Medien immer weiter voranschreitet. Noch gibt es ein nebeneinander von Internet und Fernsehen - doch Fernsehen im Internet wird bald Realität, und feste Sendezeiten gehören dann der Vergangenheit an. Um im Datendschungel des WWW nicht unterzugehen, ist ein ansprechendes Design für den Webauftritt besonders notwendig. Der Webdesigner arbeitet mit Text, Bild, Audio, Grafik und Video. Alles ist machbar - und die Wartezeiten für Animationen oder Filme sind inzwischen sehr gering, denn heute lassen sich enorme Datenmengen im Netz verschicken, da die Speicherkapazitäten und Übertragungswege deutlich verbessert wurden. Internetnutzer können sich informieren und unterhalten lassen, sich weiterbilden oder selbst aktiv werden in Foren oder Blogs. Die Vielfalt ist verführerisch, sie kann den Nutzer aber auch verwirren. Deshalb ist eine übersichtliche Navigationsstruktur und die Vernetzung von überschaubaren Informationseinheiten besonders wichtig. Auch wenn alle Elemente zur Verfügung stehen, muss das Design einer Website harmonieren und darf nicht zu überladen sein. Form, Farbe und Inhalt müssen aufeinander abgestimmt sein. Der Text dient zur Information und sollte möglichst kurz und prägnant und mit Teilüberschriften gegliedert sein, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu unterstützen. Bilder, Grafiken und Animationen unterstreichen den Unterhaltungswert. Sie können aber auch die Information unterstützen und so den User an sich binden.


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