Telekolleg - Deutsch


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13. Folge Zusammenfassung - Medienkompetenz

Wer die Medien und ihre Geschichte kennt und weiß, wie die einzelnen Produkte hergestellt werden, kann sie aktiv und kreativ nutzen, um die eigenen Interessen auszudrücken, zu kommunizieren und so aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Stand: 02.12.2011

ebook im Bücherregal | Bild: picture-alliance/dpa

In der 13. und letzten Folge dieses Trimesters werden wichtige Aspekte aus den einzelnen Folgen noch einmal wiederholt und zusammengefasst.

Welche Medienarten gibt es?

Printmedien:
Bücher, Tages- und Wochenzeitungen, Nachrichtenmagazine, Fach- und Publikumszeitschriften, Flugblätter
Hörfunk:
alle Radiosender, öffentlich-rechtlich oder in privater Hand
Fernsehen:
öffentlich-rechtliche Sender (Das Erste, ZDF, BR, HR, MDR, NDR, RB, RBB, SR, SWR, und WDR; sowie Gemeinschaftsprogramme und Spartenkanäle ARTE, Phoenix, 3sat, Ki.Ka und das digitale Programmangebot von ARD und ZDF).
private Sender (RTL, Pro7, sat1, Vox, Viva, ...), Pay-TV
Internet: WWW, E-Mail, Online Communities, Blogs

Welches Medium hat welche Stärke?

Aktualität:
Am schnellsten können Radio und Internet auf Ereignisse reagieren, aber auch die Fernsehnachrichten entstehen täglich neu, ebenso wie eine Tageszeitung.

Informationsgehalt:
a) bei den Printmedien und beim Internet für die Gewinnung von Hintergrundinformationen.
Vorteil der Printmedien, dass man alles schwarz auf weiß hat, und dass man im Impressum sehen kann, wer die Information verantwortet. Das Impressum im Internet hat sich noch nicht bei allen Websites durchgesetzt.
b) bei Hörfunk und Fernsehen für die Gewinnung von Übersichtsinformation und speziellen Zusatzinformationen. Dadurch dass sie andere Sinne und stärker die Emotionen ansprechen, entfalten Radio und Fernsehen ihre Stärke: Sie offenbaren in Ton und Bild einschlägige und einprägsame Eindrücke von Personen und Ereignissen aus aller Welt. So verhelfen sie, wie Joseph von Westphalen (Schriftsteller und Journalist) betont, zu "gefahrlosen Blicken" in Weltgegenden, die man selbst gar nicht betreten mag, und zur Kultivierung von Sympathien und Antipathien gegenüber Politikern.

• Verfügbarkeit:
bei Hörfunk und Fernsehen je nach Empfangsbereich der Sender, aber prinzipiell rund um den Globus und in nahezu allen Haushalten der westlichen Welt. Bei den Printmedien bedingt: Nur wenn man sich in einer Bibliothek aufhält, oder das gewünschte Buch/die gewünschte Zeitung besitzt. Für die Netz-User indes rund um die Uhr, multimedial und universell.

• Vollständigkeit:
noch bei den Printmedien. Genauer gesagt: Die Vollständigkeit der Information über ein einschlägiges Thema ist in erster Linie durch die Archive der großen Bibliotheken gewährleistet, die ihre Datenbanken und ihren Wissensschatz noch nicht vollständig ins Netz gespeist haben. Vorsicht ist bei der Recherche in den Zeitungsarchiven im WWW geboten, wenn es um eine möglichst vollständige Bestandsaufnahme zu einem Thema geht. Da die Archive der kommerziellen Medien grundsätzlich nur ausgewähltes Material zugänglich machen, empfiehlt sich im Zweifelsfall immer der virtuelle oder reale Besuch öffentlicher Bibliotheken und Datenbanken.

Was haben die einzelnen Medien in erster Linie zu bieten und welche Entwicklungsmöglichkeiten stecken dahinter?

• Der größte Unterhaltungswert liegt heute zwar immer noch beim Fernsehen (Spielfilme, Daily Soaps, Talk-Shows, Sport- und Quizsendungen etc.) – aber je nach Altersgruppe auch schon längst beim PC/Internet (Spiele, social networks, Filme und Musik) und beim Radio (Musik, Hörspiele, Features, Diskussionen etc.). Durch sein multimediales Angebot sind dem Internet künftig als Unterhaltungsmedium Nummer eins technisch kaum Grenzen gesetzt.

• Das größte Bildungsangebot bieten heute noch die Printmedien, insbesondere Bücher. Zu jedem Wissensbereich gibt es ein umfassendes Sortiment an Informationen schwarz auf weiß, die eine weit längere Halbwertszeit haben, als die vielen schnelllebigen Informationen im Netz. Aber es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis alle Wissensschätze in den elektronischen Datenbanken des Netzes gespeichert sind. In Kombination mit dem Internet wachsen auch die Bildungsmöglichkeiten von Fernsehen und Hörfunk: Schon heute stellen zahlreiche Rundfunksender umfassendes Bildungsmaterial – virtuelle Bildungsmöglichkeiten (BR-alpha), Schulfunksendungen, Material zur politischen Bildung etc. – ins Netz und gewährleisten so, dass bei den Nutzern nachhaltig hängen bleiben kann, was sich sonst leicht versendet.

• Das größte Kulturangebot bieten heute noch die Printmedien, das Radio mit seinem großen Musikangebot, den traditionellen und experimentellen Hörspielen, Dichterlesungen etc. und schließlich die Spartensender ARTE, 3sat, sowie die Dritten Programme der ARD. Aber auch hier schlummern im Internet noch ungeahnte Möglichkeiten, vor allem für den internationalen Kulturaustausch.

• Das größte Serviceangebot für den Alltag der meisten Menschen bietet wohl heute noch das Radio mit seinen Verkehrsnachrichten, regionalen Wettervorhersagen, seiner nationalen und internationalen Presseschau etc. Für den Bereich Kultur- und Unterhaltung sind noch die Zeitungen und Zeitschriften führend, mit ihren Veranstaltungskalendern, Fernsehprogrammen und Ratgeberseiten aller Art. Aber in all diesen Bereichen, insbesondere der gezielten, ausgewählten Informationsvermittlung, sind die verschiedensten Dienste im Internet auf dem Vormarsch, die alle gewünschten Informationen und Ratschläge zu jeder Zeit an jedem Ort beschaffen können.

• Das größte Kommunikationsangebot bietet das Internet, in dem – anders als in den anderen Massenmedien - prinzipiell jeder Empfänger zum Sender werden kann. Die Entwicklungsmöglichkeiten auf diesem Gebiet scheinen unbegrenzt. Das Internet bietet mit seinen Diskussionsforen, Newsgroups und Chatrooms auch den traditionellen Medien neue Möglichkeiten zur interaktiven Kommunikation mit den Nutzern, eine Kommunikation, die im Printbereich z.B. die Leserbindung verstärkt.


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