Wissen - Sternenhimmel


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Sonnenaufgang & Sonnenuntergang Die Sonne triumphiert im Juni

Eine laue Sommernacht, was will man mehr? Na, ein richtiges Sternenmeer! Doch dafür ist die Juninacht fast zu kurz. Denn jetzt dominiert ein einziger Stern: die Sonne. Mehr über lange Tage und Weiße Nächte.

Stand: 31.05.2017

Für Sternengucker ist der Juni eigentlich ein Albtraum: Nur ein, zwei Stunden lang ist nachts der Himmel wirklich so finster, dass auch die schwächsten Objekte sichtbar werden. Denn unser nächster Stern beherrscht jetzt das Firmament. Der Juni gehört der Sonne.

Astronomischer Sommeranfang

Die Sonne ist in diesem Monat die Königin am Himmel. Am 21. Juni ist Sommersonnenwende: Genau um 6.24 Uhr schreitet die Sonne durch den sogenannten "Sommerpunkt" am Firmament und befindet sich damit aus unserer Sicht an ihrer nördlichsten Stelle.

Es ist der längste Tag des ganzen Jahres: Mehr als 16 Stunden vergehen von Sonnenaufgang bis -untergang. Die Sonne wandert dabei einen weiten Bogen: vom Aufgang im Nordosten zum Untergang im Nordwesten. Mittags am 21. Juni erreicht die Sonne den höchsten Punkt über dem Horizont, den sie bei uns je hat: In einem Winkel von mehr als 65 Grad scheint sie jetzt herab - steiler wird es bei uns nicht.

Auf- und Untergangszeiten im Juni

Sonnenaufgang & Sonnenuntergang im Juni

Insgesamt ändert sich die Tageslänge allerdings wenig: Anfang Juni ist der Sonnenaufgang um 5.18 Uhr, Sonnenuntergang um 21.06 Uhr. Am längsten Tag, dem 21. Juni, erscheint die Sonne morgens fünf Minuten eher und bleibt abends zwölf Minuten länger - insgesamt wachsen die Tage um eine gute Viertelstunde. Bis zum Monatsende nimmt die Tageslänge bereits wieder um fünf Minuten ab: Der Sonnenaufgang erfolgt Ende Juni vier Minuten später als zur Sonnwende, der Sonnenuntergang eine Minute eher.

Tageslänge & Dämmerung (Zeiten für München)
Juni 20171.6.21.6.30.6.
Beginn astron. Dämmerung2.20 Uhr1.50 Uhr2.01 Uhr
Sonnenaufgang5.18 Uhr5.13 Uhr5.17 Uhr
Tageslänge15 h 48 min16 h 5 min16 h 0 min
Sonnenuntergang21.06 Uhr21.18 Uhr21.17 Uhr
Ende astron. Dämmerung0.03 Uhr0.41 Uhr0.33 Uhr

Frühester Sonnenaufgang, spätester Sonnenuntergang

Der längste Tag im Jahr, die Sommersonnwende, wäre der Tag mit dem frühesten Sonnenaufgang und dem spätesten Sonnenuntergang, wenn die Erde mit senkrechter Erdachse auf einer exakt kreisrunden Bahn um die Sonne wandern würde. Doch unsere "schiefe" Achse und leicht elliptische Umlaufbahn sorgen dafür, dass die Sonnenuhr fast immer ein bisschen vor- oder nachgeht - um bis zu eine Viertelstunde.

Der früheste Sonnenaufgang im ganzen Jahr ist durch diese sogenannte Zeitgleichung schon am 16. Juni, fünf Tage vor der Sonnwende: Die Sonne erscheint 0,4 Minuten früher als am 21. Juni. Der späteste Sonnenuntergang ist erst vier Tage nach der Sonnwende, am 25. Juni: 0,3 Minuten später als am 21. Juni.

Lange Dämmerung, kurze Nächte

Die blaue Stunde - fragiles Gleichgewicht aus Licht

Nicht nur die Tage werden länger, auch die Dämmerung streckt sich: Fast dreieinhalb Stunden vergehen nach Sonnenuntergang, bis es wirklich finster ist. Die magische blaue Stunde verzaubert die Sommerabende: Erst nach einer Dreiviertelstunde endet die bürgerliche Dämmerung bei uns.

Und dann folgen kurze Nächte: Nur gut zwei Stunden lang ist es im Süden Bayerns Anfang Juni wirklich stockduster, von Mitternacht bis nach zwei Uhr. Und die Nacht schrumpft noch etwas: Zur Sommersonnwende ist es nur noch etwas über eine Stunde lang finster, Ende Juni dann wieder anderthalb Stunden. Doch bei uns wird es wenigstens noch ganz dunkel - weiter im Norden nicht mehr.

Weiße Nächte

Die Sonne steht im Juni so weit im Norden, dass sie mittags hoch und nachts nicht tief steht: Sie sinkt nicht mehr weit unter den Horizont - von Bayern aus gesehen nur noch knapp zwei Handbreit tief. Je weiter Sie nach Norden reisen, umso weniger tief sinkt die Sonne. Und umso kürzer und heller wird die Nacht. Schon in Bayreuth wird es im Juni nicht mehr ganz finster. Auf Höhe von Flensburg sind die Sternbilder nur gerade noch zu erkennen. Und in weiten Teilen Skandinaviens dämmert es nur noch ein wenig - dort herrschen die Weißen Nächte.

Mancherorts geht jetzt im Juni die Sonne gar nicht mehr unter: Es ist Polartag über dem Polarkreis - rund um die Uhr! Im Norden Schwedens, Norwegens, Finnlands und Teilen Russlands scheint die Mitternachtssonne. Am Nordpol vergeht ein halbes Jahr von Sonnenaufgang bis -untergang. Dort steht die Sonne zur Zeit fast zwei Handbreit hoch über dem Horizont - ununterbrochen.

Für Sternengucker ein Albtraum, doch in Bayern können Sie zum Glück zumindest für ein paar Stunden Sterne und Planeten sehen. Und ein kleiner Trost: Die Weißen Nächte können ein ganz besonderes Phänomen am Nachthimmel hervorrufen, die leuchtenden Nachtwolken.

Sonne & Sternbilder

Der Sommerpunkt, in dem die Sonne genau am 21. Juni steht, markiert die Grenze zwischen zwei Sternbildern: Sie wechselt an diesem Tag vom Stier in die Zwillinge. Diese beiden Sternbilder können Sie daher im Juni nicht erblicken - aber viele andere, die sich lohnen.
Astrologisch gesehen ist die Sonne angeblich schon ein Sternzeichen weiter und befindet sich am Beginn des Krebses.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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