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SoFi für die Fische Totale Sonnenfinsternis am 9. März 2016

Am 9. März 2016 schiebt sich der Mond vor die Sonne. Es gibt eine totale Sonnenfinsternis! Leider ist die SoFi größtenteils für die Fische: Zu sehen ist sie nur in Teilen Asiens, in Australien und über dem Pazifik.

Stand: 02.02.2016

Während wir in den frühen Morgenstunden des 9. März noch sanft schlummern, gucken auf der anderen Seite der Erdkugel vermutlich alle nach oben: In weiten Teilen Asiens, über Australien und dem Pazifik ist eine Sonnenfinsternis zu sehen!

Hier ist die totale Sonnenfinsternis am 9. März zu sehen

Auf einem schmalen Streifen von Malaysia über Indonesien und quer über den Pazifik ist die SoFi sogar total: Die Mondscheibe verdeckt die Sonne für einige Minuten komplett. In den übrigen Gegenden ist eine Teilfinsternis zu sehen, bei der sich der Mond nur teilweise über die Sonnenscheibe schiebt, sodass die Sonne sichelförmig wird. Doch das gesamte Spektakel spielt sich ab, lange bevor bei uns die Sonne ans Aufgehen denkt: von 1.16 Uhr bis 4.38 Uhr unserer Zeit.

Ein kosmischer Zufall

Zur Totalität wird die Korona der Sonne sichtbar

Eine Sonnenfinsternis ist in unserem Sonnensystem ein einzigartiges Ereignis, hervorgebracht durch einen kosmischen Zufall: Im Dreiecksverhältnis Sonne, Mond und Erde stimmen Größen und Abstände gerade so überein, dass der Mond die Sonne verdecken kann. Denn eigentlich ist die Sonne im Durchmesser 400-mal größer als der Mond. Aber eben auch 400-mal weiter weg. Dadurch erscheinen uns beide am Himmel gleich groß. Tritt der Mond genau zwischen Erde und Sonne, verdeckt er sie aus unserer Perspektive komplett - die Sonne ist verfinstert. Wenn dagegen einer der kleinen Monde des Mars sich zwischen die Sonne und seinen Planeten schiebt, fällt das nicht weiter auf. Die Marsianer sprächen dann nur von einem Transit, den sie auch nur mit Hilfsmitteln beobachten könnten.

Finsternis ist nicht gleich Finsternis

So kommt es zu einer Sonnenfinsternis

Je nach Länge und Geometrie des Mondschattens kann von der Erde aus eine partielle, eine ringförmige oder eine totale Sonnenfinsternis beobachtet werden. Bei der totalen Sonnenfinsternis steht der Beobachter im Kernschatten des Mondes, dessen Scheibe die Sonnenscheibe vollständig bedeckt. Während dieser Totalität ist die Korona der Sonne sichtbar und es wird so dunkel, dass man sogar Sterne sehen kann.

Partiell ist die Sonnenfinsternis, wenn die Mondscheibe nur Teile der Sonne verdeckt. Dann trifft nur der Halbschatten des Mondes auf die Erde - auch Halbschatten-Finsternis genannt. Aber auch jede totale Sonnenfinsternis beginnt und endet als partielle. Und ist jenseits der sogenannten Totalitätszone ebenfalls immer nur partiell, denn der Kernschatten des Mondes trifft nur auf einem relativ schmalen Streifen auf die Erde. Angrenzend gibt es breite Zonen, auf die nur der Halbschatten des Mondes fällt.

Der seltene, schöne Sonnenring

Ringförmige Sonnenfinsternis

Eine ringförmige oder anulare Sonnenfinsternis ist eine Sonderform der totalen: Der Mond schiebt sich genau dann vor die Sonne, wenn er auf seiner elliptischen Bahn gerade sehr weit von der Erde entfernt ist. Dadurch ist die Mondscheibe aus unserer Sicht etwas kleiner und kann die Sonnenscheibe nicht vollständig verdecken. So bleibt der typische Sonnenring stehen, der diese Sonnenfinsternis besonders sehenswert macht.

Ein Schauspiel von höchstens siebeneinhalb Minuten

Wie lange der schöne Moment der Totalität anhält, ist bei jeder Finsternis verschieden. Die letzte totale Sonnenfinsternis über Deutschland im Jahr 1999 war mit knapp zweieinhalb Minuten recht kurz. Die SoFi am 20. März dauert maximal zwei Minuten und 47 Sekunden. Die längste tatsächlich gemessene Totalität gab es am 20. Juni 1955 auf den Philippinen: 7 Minuten und 8 Sekunden.
Theoretisch kann die Totalität bis zu 7 Minuten und 33 Sekunden dauern. Das wird die Finsternis am 16. Juli 2186 im Mittelatlantik mit 7 Minuten und 29 Sekunden fast erreichen. Sie bleibt für die nächsten 1.469 Jahre Rekordhalter.

Eine ringförmige Sonnenfinsternis kann theoretisch sogar 12,5 Minuten dauern, da der Mond weiter von der Erde entfernt ist und für die gleiche Strecke am Firmament viel länger braucht.

Die regelmäßige Sensation

Jedes Jahr gibt es zwei bis vier Sonnenfinsternisse - weltweit gesehen. Doch da jede SoFi nur auf einem wenige hundert Kilometer breiten Streifen zu sehen ist, wird sie für jeden einzelnen Ort auf der Erde zur Seltenheit.

Immer zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis kommt es auch zu einer Mondfinsternis: Der Vollmond am 23. März ist leicht verfinstert als Halbschattenfinsternis - doch leider nicht für Bayern. Auch dieses Schauspiel ist nur auf der anderen Seite der Erde zu sehen, von Asien über den Pazifik bis Amerika.

Die nächste Sonnenfinsternis

Der Moment kurz vor der Totalität

Das nächste Mal wird sich die Sonne am 1. September 2016 verfinstern: eine ringförmige Sonnenfinsternis von Afrika bis Indien. Bei uns in Bayern gibt es erst am 10. Juni 2021 überhaupt wieder eine Sonnenfinsternis. Und dann wird, wie auch bei den folgenden SoFis, nur ein winziger Teil der Sonne verdeckt werden. Erst am 12. August 2026 ist eine SoFi bei uns wieder richtig bemerkenswert. In Teilen Spaniens und Islands wird sie total sein, bei uns wird immerhin der größte Teil der Sonnenscheibe bedeckt. Für eine totale Sonnenfinsternis in Deutschland müssen wir uns noch sehr lange gedulden: Erst am 3. September 2081 ist es wieder so weit - über dem Gebiet des Bodensees. Rund ein halbes Jahrhundert später, am 7. Oktober 2135, dann auch in Norddeutschland.

Nie ungeschützt in die Sonne blicken!

Sonnenfinsternis-Schutzbrille

Ob Sonnenfinsternis oder andere Beobachtungen am Tage: Blicken Sie auf keinen Fall ungeschützt in die Sonne! Auch eine Sonnenbrille schützt Ihre Augen nicht genug. Sie können schwere Verletzungen davontragen - bis zur Erblindung. Benutzen Sie immer eine Sonnenfinsternis-Schutzbrille!

Sollten Sie die Sonne mit einem Teleskop oder Fernglas betrachten, brauchen Sie unbedingt spezielle Filter, da die Vergrößerung auch die Intensität der Strahlen verstärkt. Es genügt nicht, eine Schutzbrille vor die Linse zu halten!


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