Wissen - Sternenhimmel


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SoFi am 1. September 2016 Ringförmige Sonnenfinsternis im Süden

Am 1. September gibt es eine ganz besondere Sonnenfinsternis: Der Mond schiebt sich vor die Scheibe der Sonne und verdeckt sie, bis nur noch ein heller Sonnenring zu sehen ist. Zu sehen ist das aber leider nur weit, weit im Süden.

Stand: 02.08.2016

Verlauf einer totalen Sonnenfinsternis (Collage) | Bild: picture-alliance/dpa

Sollten Sie sich am 1. September 2016 im südlichen Afrika befinden, dann können Sie ein wunderschönes Himmels-Spektakel genießen: Dort ist eine ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen! Die Scheibe des Neumonds schiebt sich so vor die Sonnenscheibe, dass ein leuchtender Sonnenring wie ein Feuerkranz um sie herum stehen bleibt - im besten Fall drei Minuten lang!

Verlauf der ringförmigen Sonnenfinsternis am 1. September 2016

Zu sehen ist diese sogenannte annulare Sonnenfinsternis allerdings nur auf einem schmalen Streifen quer über den Süden Afrikas, in der sogenannten Totalitätszone, auf die der Kernschatten des Mondes trifft. Die Totalität der SoFi beginnt gegen halb zehn Uhr morgens unserer Zeit kurz vor der Westküste Afrikas.

Von hier wandert der Mondschatten ostwärts und trifft in Gabun erstmals aufs afrikanische Festland. Anschließend ist der Sonnenring nacheinander im Kongo, in der Demokratischen Republik Kongo, Tansania und im äußersten Norden Mosambiks zu sehen, danach noch über Madagaskar und La Réunion. Die Sonnenfinsternis endet schließlich gegen ein Uhr mittags mitten im Indischen Ozean. Insgesamt dauert die SoFi mehrere Stunden lang, für jeden einzelnen Ort allerdings nur wenige Minuten. Am längsten ist die ringförmige Sonnenfinsternis, während der Mondschatten gerade über Tansania zieht: Drei Minuten und sechs Sekunden lang ist der Sonnenring dort zu sehen.

Ein kosmischer Zufall

Zur Totalität wird die Korona der Sonne sichtbar

Eine Sonnenfinsternis ist in unserem Sonnensystem ein einzigartiges Ereignis, hervorgebracht durch einen kosmischen Zufall: Im Dreiecksverhältnis Sonne, Mond und Erde stimmen Größen und Abstände gerade so überein, dass der Mond die Sonne verdecken kann. Denn eigentlich ist die Sonne im Durchmesser 400-mal größer als der Mond. Aber eben auch 400-mal weiter weg. Dadurch erscheinen uns beide am Himmel gleich groß. Tritt der Mond genau zwischen Erde und Sonne, verdeckt er sie aus unserer Perspektive komplett - die Sonne ist verfinstert.

Finsternis ist nicht gleich Finsternis

So kommt es zu einer Sonnenfinsternis

Je nach Länge und Geometrie des Mondschattens kann von der Erde aus eine partielle, eine ringförmige oder eine totale Sonnenfinsternis beobachtet werden. Bei der totalen Sonnenfinsternis steht der Beobachter im Kernschatten des Mondes, dessen Scheibe die Sonnenscheibe vollständig bedeckt. Während dieser Totalität ist die Korona der Sonne sichtbar und es wird so dunkel, dass man sogar Sterne sehen kann.

Partiell ist die Sonnenfinsternis, wenn die Mondscheibe nur Teile der Sonne verdeckt. Dann trifft nur der Halbschatten des Mondes auf die Erde - auch Halbschatten-Finsternis genannt. Aber auch jede totale Sonnenfinsternis beginnt und endet als partielle. Und auch die Totalität, bei der die Mondscheibe die Sonnenscheibe völlig bedeckt, ist nur auf einem relativ schmalen Streifen der Erde zu sehen, der sogenannten Totalitätszone: Nur hier wandert der Kernschatten des Mondes über die Erde. Nördlich und südlich grenzen an die Totalitätszonen sehr breite Streifen, von denen aus nur eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen ist.

Der seltene, schöne Sonnenring

Ringförmige Sonnenfinsternis

Eine ringförmige Sonnenfinsternis ist eine Sonderform der totalen: Der Mond schiebt sich komplett vor die Sonne, wenn er gerade sehr weit von der Erde entfernt ist. Dadurch kann in diesem Fall die etwas kleinere Mondscheibe die Sonnenscheibe nicht vollständig verdecken. So bleibt der typische Sonnenring stehen, der diese Sonnenfinsternis besonders sehenswert macht.

Siebeneinhalb Minuten

Wie lange der schöne Moment der Totalität anhält, ist bei jeder Finsternis verschieden. Die letzte totale Sonnenfinsternis über Deutschland im Jahr 1999 war mit knapp zweieinhalb Minuten recht kurz. Die längste tatsächlich gemessene Totalität gab es am 20. Juni 1955 auf den Philippinen: 7 Minuten und 8 Sekunden.
Theoretisch kann die Totalität bis zu 7 Minuten und 33 Sekunden dauern. Das wird die Finsternis am 16. Juli 2186 im Mittelatlantik mit 7 Minuten und 29 Sekunden fast erreichen. Sie bleibt für die nächsten 1.469 Jahre Rekordhalter.

Eine ringförmige Sonnenfinsternis kann theoretisch sogar 12,5 Minuten dauern, da der Mond weiter von der Erde entfernt ist und für die gleiche Strecke am Firmament viel länger braucht.

Die regelmäßige Sensation

Jedes Jahr gibt es zwei bis vier Sonnenfinsternisse - weltweit gesehen. Doch da jede SoFi nur auf einem wenige hundert Kilometer breiten Streifen zu sehen ist, wird sie für jeden einzelnen Ort auf der Erde zur Seltenheit. Immer zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis kommt es auch zu einer Mondfinsternis. So auch bei dieser SoFi: Am 16. September gibt es eine Halbschatten-Mondfinsternis - und sie ist sogar bei uns zu sehen!

Die nächste Sonnenfinsternis

Der Moment kurz vor der Totalität

Das nächste Mal wird sich die Sonne am 26. Februar 2017 verfinstern: eine ringförmige Sonnenfinsternis wird von Südamerika über die Antarktis bis in Afrikas Süden zu sehen sein. Bei uns in Bayern gibt es erst am 10. Juni 2021 überhaupt wieder eine Sonnenfinsternis. Und dann wird, wie auch bei den folgenden SoFis, nur ein winziger Teil der Sonne verdeckt werden. Erst am 12. August 2026 ist eine SoFi bei uns wieder richtig bemerkenswert. In Teilen Spaniens und Islands wird sie total sein, bei uns wird immerhin der größte Teil der Sonnenscheibe bedeckt. Für eine totale Sonnenfinsternis in Deutschland müssen wir uns noch sehr lange gedulden: Erst am 3. September 2081 ist es wieder so weit - über dem Gebiet des Bodensees. Rund ein halbes Jahrhundert später, am 7. Oktober 2135, dann auch in Norddeutschland.


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