Wissen - Sternenhimmel


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Vollmond oder Sichel? Der Mond & seine Reise im Februar

Er ist immer der Gleiche, doch Nacht für Nacht sieht er etwas anders aus: unser Mond. Er wandert quer durch die Sternbilder übers Firmament - mal als Sichel, mal als Vollmond. Der aktuelle Mondkalender für Februar 2017 mit Mondphasen und den schönsten Begegnungen.

Von: Heike Westram

Stand: 31.01.2017

Riesig scheint die Scheibe des Vollmonds am Horizont. Das liegt nicht an der wirklichen Größe der Mondscheibe. Nur die Mondtäuschung gaukelt Ihnen das vor.  | Bild: Göran Strand

Der Februar beginnt mit einer jungen Mondsichel beim Planetenpaar Venus und Mars am frühen Abend. Zunehmend zieht unser Begleiter anschließend durch die prächtigen Winter-Sternbilder und erlebt als Vollmond eine "leichte" Mondfinsternis. Zur Monatsmitte begibt sich der wieder abnehmende Mond in die Frühlings-Sternbilder, wo er dem Giganten Jupiter begegnet. Danach ist seine schrumpfende Sichel morgens bei Saturn zu finden und zieht sich als Neumond ganz zurück. Der Februar endet, wie er begann: mit einer jungen Mondsichel bei Venus und Mars.

Mondphasen im Februar
DatumUhrzeitMondphase
04.02.1705.18 Uhrzunehmender Halbmond
11.02.1701.33 UhrVollmond
18.02.1720.33 Uhrabnehmender Halbmond
26.02.1715.58 UhrNeumond

Junger Mond bei Venus und Mars

Mondsichel beim Duo Venus und Mars

Der Februar beginnt mit einer noch jungen, zunehmenden Mondsichel, die am frühen Abend im Westen zu sehen ist - und die Sie nicht verpassen sollten, denn unser Mond ist am 1. Februar in schöner Begleitung: Nur vier Fingerbreit rechts unter der Mondsichel können Sie unseren äußeren Nachbarn Mars sehen, dem aber die strahlende Venus die Show stiehlt, drei Fingerbreit weiter entfernt. Besonders hübsch ist der Anblick in der Abenddämmerung: Die Venus wird schon kurz nach Sonnenuntergang sichtbar, der Mars taucht etwa ab halb sieben Uhr auf. Dann steht das Trio noch fast drei Handbreit hoch im Westen, links vom markanten Herbstviereck Pegasus. Bis kurz vor neun Uhr sind die drei zu sehen, die Mondsichel sogar noch etwas länger - sie geht erst um halb elf Uhr unter.

Am nächsten Abend hat sich die Mondsichel auf ihrem Weg ostwärts übers Firmament deutlich von Venus und Mars entfernt, ebenso von der Sonne: Wenn es dunkelt, steht der Mond deutlich höher am Himmel als am Vorabend. Seine Sichel wächst an und geht allabendlich eine gute Stunde später unter. Der Halbmond in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar ist schon wieder bis nach Mitternacht am Sternenhimmel zu sehen.

Stelldichein bei Siebengestirn und Stier

Abends am 4. Februar ist der Mond erneut in sehenswerter Begleitung: Gut eine Handbreit über ihm schimmert das hübsche Siebengestirn. Das sind sieben helle Sterne, die in einen zarten Schleier gehüllt zu sein scheinen. In Wirklichkeit sind die Plejaden, wie sie auch heißen, ein Offener Sternhaufen mit Tausenden von Sternen; ein Fernglas reicht, um davon einen deutlichen Eindruck zu bekommen.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Anderthalb Handbreit links über dem Mond sehen Sie das markante V des Stierkopfs. Sein helles Auge Aldebaran ist am 4. Februar noch anderthalb Handbreit entfernt, am 5. Februar passt aber nicht mal mehr ein Finger zwischen den Stern und den Mond. Am nächsten Abend hat unser Begleiter die Spitzen der Stierhörner erreicht und steht inmitten des strahlenden Wintersechsecks - den hellsten Sternen des Nordhimmels.

Am 7. und 8. Februar zieht der Mond unter den Zwillingen hindurch. Seine Scheibe ist inzwischen kräftig angewachsen und geht erst unter, wenn die erste Morgendämmerung einsetzt. In der folgenden Nacht steht der Erdtrabant im unscheinbaren Sternbild Krebs und macht sich damit auf zu den Frühlings-Sternbildern.

Vollmond mit Mondfinsternis

Der Vollmond in der Nacht vom 10. auf den 11. Februar erlebt ein graues Wunder: Auf seiner Wanderung um die Erde steht der Vollmond der Sonne immer genau gegenüber - aber diesmal befindet er sich dabei auch fast auf der gleichen Ebene wie die Erde, in einem der sogenannten Drachenpunkte. Dadurch wandert er durch den Schatten der Erde - es kommt zu einer Mondfinsternis. Weil er den Kernschatten aber knapp verpasst, ist es nur eine Halbschatten-Mondfinsternis.

Vollmond

Mondaufgang ist am 10. Februar um 17.04 Uhr, kurz vor Sonnenuntergang, Monduntergang ist am nächsten Morgen um 7.33 Uhr, fast zeitgleich mit dem Sonnenaufgang. Das ist typisch für den Vollmond, eben weil er der Sonne genau gegenüber steht. Ebenso typisch: Um Mitternacht steht der Vollmond hoch im Süden - und mit ihm die Sternbilder dieser Jahreszeit: rechts vom Mond der kleine Krebs, links vom Mond der mächtige Löwe, der schon den Frühling ankündigt.

Mond beim Frühlings-Sternbild Löwe

Am 11. Februar ist der Mond vollends beim Löwen angelangt und nur zwei Fingerbreit von seinem hellsten Stern Regulus entfernt. Um Viertel nach sechs Uhr erscheint er im Osten in der Abenddämmerung. Doch jeden Abend geht unser Begleiter eine gute Stunde später auf. Dafür ist er auch morgens nach Sonnenaufgang noch am Himmel zu sehen.

Bei Jupiter in der Jungfrau

Mond bei Jupiter

Es dauert mehrere Tage, bis der Mond das nächste Sternbild erreicht: die Jungfrau. Und dort erwartet ihn ein bemerkenswertes Lichterpaar: Jupiter und Spika. Der größte Planet des Sonnensystems ist keine zwei Fingerbreit vom hellsten Stern der Jungfrau entfernt. Ein auffälliges Duo, wobei Jupiter weitaus heller strahlt als die Spika.
In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar nähert sich die abnehmende Mondscheibe von rechts, hält aber noch zwei Handbreit Abstand. In der Nacht auf den 15. Februar steht der Mond nur eine Handbreit über der Spika, gut vier Fingerbreit rechts über Jupiter. In der folgenden Nacht ist er an den beiden vorbei gezogen und bildet ein auffälliges Dreieck mit ihnen, zwei bzw. drei Fingerbreit links von Jupiter und Spika. Bis zum Morgen können Sie das Trio beobachten, denn erst um sechs Uhr verblasst die Spika in der Morgendämmerung, Jupiter ist sogar bis nach halb sieben Uhr noch sichtbar.

Abnehmender Mond in den Sommer-Sternbildern

Abnehmend oder zunehmend? Eine kleine Faustregel

Der abnehmende Halbmond am 18. Februar hat sich aus der ersten Nachthälfte ganz verabschiedet und geht erst weit nach Mitternacht auf. Wer so spät unterwegs ist wie er, wird mit schönen Aussichten belohnt, denn der Mond zieht jetzt durch die Sternbilder, die im Sommer prominent am Firmament prangen werden. Zunächst passiert der Mond die unscheinbare Waage.

Am Morgen des 19. Februar finden Sie genau unter dem Mond den hübschen Skorpion. Das sehr tief liegende Sternbild erreicht jetzt um sechs Uhr morgens schon fast seine höchste Position im Süden und ist in der frühen Morgendämmerung noch kurze Zeit zu sehen. Der hellste Skorpionstern, Antares, ist nur eine Handbreit unter der Mondsichel. Anderthalb Handbreit weiter links wartet schon das nächste helle Licht:

Mondsichel beim Herrn der Ringe

Mondsichel bei Saturn

Zwischen den beiden Sternbildern Skorpion und Schütze können Sie Saturn entdecken, den großen Ringplaneten. Er ist heller als die hellsten Sterne ringsum, wenn auch nur ein kleines bisschen. Kurz nach halb vier Uhr geht er auf, rund eine Stunde später ist der Planet gut zu sehen. Die Mondsichel führt Sie zu Saturn: Am 19. Februar ist sie noch zwei Handbreit rechts über ihm, am 20. Februar dann eine Handbreit über ihm. Am dichtesten stehen die beiden morgens am 21. Februar: Jetzt ist der Mond zwei Fingerbreit links von Saturn.

Unser Begleiter zieht im Anschluss durch den Schützen, das südlichste Sternbild des Tierkreises. Er ist inzwischen zu einer schmalen Sichel geschrumpft und taucht erst in den Morgenstunden auf. Zum Glück, denn so stört er die Suche nach Sternschnuppen nicht, die sich - wenn überhaupt - in den kommenden Nächten lohnen könnte. Und die mondfreien Abende geben Ihnen Gelegenheit, nach dem seltenen Tierkreislicht Ausschau zu halten.

Abschied von der Mondsichel

abnehmende Mondsichel am Morgen

Am Morgen des 24. Februar werden Sie die Mondsichel vermutlich letztmals sehen können. Sie geht erst um Viertel vor sechs Uhr auf und wandert dann so flach empor, dass sie es bis zum Sonnenaufgang um kurz nach sieben Uhr gerade mal eine Handbreit hoch über den Horizont schafft.

Am 25. Februar ist der Mond daher vermutlich nicht mehr zu entdecken: Er verbirgt sich im hellen Licht der Sonne, vor der er am 26. Februar als Neumond vorbei zieht. Andernorts durchaus sehenswert, denn es kommt dabei zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis, nur eben leider nicht bei uns.

Junger Mond erneut bei Venus und Mars

Mondsichel zum zweiten Mal bei Venus und Saturn

Bereits einen Tag nach Neumond könnte die junge Mondsichel schon wieder zu sehen sein. Als hauchzarter Strich taucht sie abends am 27. Februar kurz nach Sonnenuntergang im Westen auf. Um sie zu sehen, müssen Sie allerdings schnell sein, denn der Mond geht bereits um kurz nach sieben Uhr unter. Am letzten Februarabend haben Sie dann eine gute Stunde länger Zeit, die Mondsichel zu sehen. Und es lohnt sich, denn sie ist erneut bei Venus und Mars angelangt. Nur ein bis zwei Handbreit steht sie unter den beiden Planeten in der Abenddämmerung.

Die Rundreise übers Firmament hat der Mond damit vollzogen: Er ist wieder dort, wo er zu Beginn des Monats stand. Und begibt sich gleich erneut auf Reisen, doch davon dann mehr im März auf dieser Seite.


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