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Ganz sicher ... falsch! So entlarvt man Verschwörungstheorien

Freimaurer, Illuminaten, Außerirdische - Mächte, die im Hintergrund die Welt beherrschen? Immer mehr Menschen schenken solchen Verschwörungstheorien mehr Glauben als seriöser Berichterstattung. Eine gefährliche Entwicklung.

Stand: 19.10.2016

Das Internet wird zunehmend zum Sammelbecken für die wildesten Verschwörungstheorien. Von der angeblich nur inszenierten Mondlandung bis zur Entführung von Elvis Presley durch Außerirdische – alles nur Spinnerei? Natürlich – alles nur Gerüchte. Aber die zunehmende Faszination für irrationale, unwissenschaftliche Weltbilder ist gefährlich. Für den Einzelnen wie für die Gesellschaft. Schuld daran ist auch die Technik.

Gefangen in Suchergebnissen

Soziale Netzwerke und Suchmaschinen verwenden Formeln, mit denen dem User stets nur immer mehr vom immer Gleichen, also gefilterte Ergebnisse angezeigt werden. Resultat ist die sogenannte Filterblase. Sie lässt zunehmend eine abgeschlossene ideologische Kapsel entstehen, also ein geschlossenes Weltbild, in dem nur noch Inhalte angeboten werden, die zur Theorie passen.

Die einzelnen Verschwörungstheoretiker verstehen sich als Teil eines exklusiven Kreises von Wissenden und im Gegenzug wird jeder Kritiker als Komplize des verfeindeten "Systems" angesehen. Die Experten von der Berliner Initiative "Goldener Aluhut", die über Verschwörungsideologien aufklären, sprechen von sektenähnlichen Mechanismen.

Beweise statt Verschwörungstheorien

Unter Verschwörungstheoretikern steigt das Misstrauen in staatliche Institutionen, unabhängige Presseorgane. Rundfunkanstalten werden als "Lügenpresse" abgestempelt. Doch wenn so die Glaubwürdigkeit der freien Presse grundsätzlich in Frage gestellt wird, ist das auch eine Gefahr für die Demokratie. Was dagegen hilft? Vermutlich nur die Besinnung auf die journalistischen Grundtugenden: Beweise, Beweise, Beweise.

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