BR-KLASSIK

Fjoralba Turku Serene

"Serene" heißt die zweite CD der jungen, in München lebenden Sängerin Fjoralba Turku. Sie stammt aus Albanien, aus einer Familie, in der klassische Musik große Tradition hat: Ihr Vater Fagu Turku und Ihr Bruder Rudens Turku sind international renommierte Geiger.

Autor: Beate Sampson Stand: 20.01.2012
CD-Cover "Serene" | Bild: Traumton

Nach einem Schauspiel- und Theaterwissenschaftsstudium, das sie zum Teil in Paris absolvierte, entschied sich Fjoralba Turku relativ spät für den Jazz, studierte ihn dann an der Hochschule für Musik in München und belegte am Berklee College of Music einen Meisterkurs, bevor sie in einer Band des ebenfalls in München lebenden, amerikanischen Gitarristen Geoff Goodman reüssierte und dann eine eigene Besetzung gründete.  

Die Bedeutung des englischen Wortes, das sie als Titel für ihr neues Album gewählt hat, ist: gelassen. Und so klingen auch die meisten der darauf vorgestellten, in englischer Sprache gesungenen Kompositionen, die zum größten Teil vom Bassisten der Band, dem Brasilianer Paulo Cardoso, und ihr selbst geschrieben wurden. Darunter zwei Vertonungen von Gedichten aus der Feder von Lord Byron.

Jazzige Arrangements albanischer Volkslieder

Selbst bei balladesken Titeln bleibt dieser heiter-gelassene Eindruck bestehen, was am gleichmäßig kultivierten Wohlklang der Stimme mit dem bisweilen effektvoll eingesetzten, etwas flattrigen Vibrato liegt, und an der dezenten Spielhaltung der exzellenten Band, in der allen voran der Saxofonist Florian Trübsbach mit seinen hochmusikalischen, den Gesang umspielenden und mit ihm korrespondierenden Improvisationen und Paulo Cardoso in einigen Duettpassagen mit der Sängerin glänzend agieren. Fjoralba Turku improvisiert auf dem Album relativ wenig und konzentriert sich auf die erzählerische Melodieebene des Gesangs.

Ein Drittel des Repertoires besteht aus jazzigen Arrangements von albanischen Volksliedern, und hier wird der Tonfall ihrer klaren, leichtgängigen und eher dunkel timbrierten Stimme melancholischer und klagender. Die Kontraste, die so entstehen, sind reizvoll. Tatsächlich verleihen die albanischen Lieder dem Album eine Tiefe, die man ohne sie darauf vermissen würde. Schade nur, dass im Booklet versäumt wurde, Übersetzungen der albanischen Texte abzudrucken, denn es wäre einfach interessant zu wissen, worum es in den Stücken geht, die diesem schönen, wenn auch nicht spektakulären Album eine besondere Note geben.

Fjoralba Turku: Serene

Fjoralba Turku, Gesang
Florian Trübsbach, Saxophone, Klarinette und Flöte
Tal Balshai, Piano
Paulo Cardoso, Bass
Jonas Burgwinkel, Schlagzeug
Label: Traumton