BR-KLASSIK

Mozart und Beethoven Bläserquintette

In einem Brief an den Vater vom 10. April 1784 meinte Wolfgang Amadeus Mozart, er halte sein Quintett für Klavier und vier Bläser in Es-Dur "für das beste was ich noch in meinem leben geschrieben habe". Ob er das sieben Jahre später noch so formuliert hätte, sei dahingestellt, doch an seiner Wertschätzung für das Quintett besteht kein Zweifel.

Autor: Oswald Beaujean Stand: 02.02.2012

Tatsächlich ist das ungewöhnlich besetzte Werk ein früher Gipfelpunkt in der kammermusikalischen Literatur für Holzbläser und kann sich in seinem melodischen Einfallsreichtum und der kompositionstechnischen Qualität mit jedem Kammermusikwerk messen, das Mozart für Streicher komponierte. Kein Wunder, dass der junge Beethoven  von diesem Vorbild inspirieren ließ und ein in Besetzung und Tonart identisches Quintett vorlegte, das man ebenfalls getrost zu seinen bedeutenden Kammermusikwerken zählen kann.

Mit jugendlicher Frische

Die Kombination der beiden Werke auf einer CD ist naheliegend und alles andere als eine Rarität. Dennoch ist die vorliegende CD, für die sich vier erste Preisträger des alljährlich in München ausgetragenen Internationalen Musikwettbewerb der ARD - der Oboist Ramón Ortega Quero, der Hornist David Fernández Alonso, der Fagottist Marc Trénel und der Klarinettist Sebastian Manz -um den jungen Pianisten Herbert Schuch geschart haben, die reine Freude. Atemberaubend schön, absolut auf Augenhöhe, musikantisch pulsierend und mit jugendlicher Frische wird da musiziert, gemeinsam geatmet und phrasiert. Die vier jungen Bläser haben allesamt Solostellen in bedeutenden Orchestern in Valencia, Stuttgart, Paris und München.

Wunderbarer Einklang

Vielleicht macht es ihnen die gewohnte Rücksichtnahme auf die Kollegen so leicht, zu einem perfekt ausbalancierten Ensemble zu verschmelzen, obwohl sie sich verblüffender Weise erst vor einem Jahr zu einer ersten ernsthaften Arbeitsphase zusammengefunden haben. Für einen Musikwettbewerb dürfte es jedenfalls kaum eine schönere Bestätigung geben als vier seiner Preisträger derart wunderbar im Einklang zu erleben. Herbert Schuch fügt sich nicht nur nahtlos in das Bläsergespinst ein, er hat bei aller angenehmen Zurückhaltung stets die Fäden des Geschehens in der Hand. Eine wirklich zauberhafte Veröffentlichung.

Mozart und Beethoven: Bläserquintette

Wolfgang Amadeus Mozart
Quintett Es-Dur, KV 452
Ludwig van Beethoven
Quintett Es-Dur, op. 16
Herbert Schuch (Klavier)
Ramón Ortega Quero (Oboe)
Sebastian Manz (Klarinette)
David Fernández Alonso (Horn)
Marc Trénel (Fagott)
Label: Indésens /Klassik-Center