Gipfeltreffen der Countertenöre Jaroussky und Cencic singen italienische Duette
Den Zickenkrieg überlassen die beiden gefeierten Countertenöre den Sopranistinnen und demonstrieren hier, wie sich im harmonischen Miteinander Glanzstücke an Innigkeit und Virtuosität zaubern lassen. Zum Niederknien schön.
Die Barockoper boomt. Zunehmend erobert sie sich die Spielpläne der Musiktheaterbühnen zurück. Auf CD werden nicht nur die bekannteren Opern von Händel und Vivaldi, sondern auch lange vergessene Raritäten wieder zugänglich gemacht. Doch ein Feld des barocken Gesangs gilt es noch immer wiederzuentdecken: das der Kammerduette und -kantaten. Von diesen herrlich barocken Gesangsstücken wurden Tausende komponiert und in intimen Rahmen bei Hofe, an Akademien und in adligen Salons aufgeführt. Einen besonderen Aufschwung erreichten diese ebenso virtuosen wie intimen Kantaten und Duette in Rom, und zwar in der Zeit als sittenstrenge Päpste den Frauen das öffentliche Singen und die Oper überhaupt verbaten.
Nie gehörte Barock-Perlen
Der gefeierte Countertenor Philippe Jaroussky ist bekannt dafür, schon so manche musikalische Perle wiederentdeckt und dem Publikum dargeboten zu haben - man denke nur an seine Hommage an den Kastraten Giovanni Carestini, an die CD mit vergessenen Arien von Johann Christian Bach oder an seine grandiose Einspielung mit Arien des Habsburger Hofkomponisten Antonio Caldara. Jetzt hat sich der Franzose mit seinem nicht minder bekannten österreichischen Kollegen Max Emanuel Cencic zu einem Gipfeltreffen der Countertenöre zusammengetan, um Duette zu singen, die teilweise noch niemals auf Tonträger erschienen sind. Dabei handelt es sich um italienische Musik aus dem frühen 18. Jahrhundert von Komponisten, die meist nur Alte-Musik-Spezialisten bekannt sein dürften: von Francesco Bartolomeo Conti, Benedetto Marcello, Francesco Mancini, Nicola Porpora oder von Giovanni Bononcini, der über 300 Kammerkantaten schrieb.
Ein Fest für Liebhaber des männlichen Falsettgesangs
Zum Niederknien schön ist es, wenn sich die helle klare Sopranstimme Philippe Jarousskys und der etwas wärmere, vollere Mezzo seines Kollegen Max Emanuel Cencic ideal ergänzen, in feinen Gesangslinien umeinanderranken, mal miteinander verschmelzen, mal sich in kontrapunktischen Gegenbewegungen ergehen. Zum Niederknien schön - immer vorausgesetzt natürlich, Sie mögen Countertenöre - ist diese ganze CD, die von William Christie am Cembalo und einigen Mitgliedern seines Ensembles Les Arts Florissants sehr geschmackvoll und einfühlend begleitet wird.
Ideale Stimmverbindung - Zum Niederknien schön
Den Zickenkrieg überlassen die beiden gefeierten Countertenöre getrost den Sopranistinnen und demonstrieren hier, wie sich im harmonischen Miteinander Glanzstücke an Innigkeit und Virtuosität zaubern lassen. Der Franzose Philippe Jaroussky und der Österreicher mit kroatischen Wurzeln Max Emanuel Cencic haben hier wirklich eine ganz außergewöhnliche CD aufgenommen, die nicht nur gesanglich und musikalisch höchste Qualität bietet, sondern auch noch bislang Unerhörtes zu Tage fördert und so das gängige Barock-Repertoire erweitert. Eine Einspielung der Superlative. Mehr Barockgesang geht einfach nicht.
CD-Info
- Philippe Jaroussky, Max Emanuel Cencic: Duetti (von Bononcini, Conti, Mancini, Porpora, Marcello und Scarlatti)
- Les Arts Florissants, William Christie
- Virgin Classics (5099907094323) (LC 7873)

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