Starke Stücke Sibelius - 4. Symphonie in a-Moll, op. 63
Die 4. Symphonie von Jean Sibelius wird gerne avantgardistisch genannt. Unter anderem, weil Sibelius die Symphonie aus einem Kern entwickelt - aus dem Tritonus. Sir Colin Davis sieht in ihr die Reise in den Tod. Mit ihm hat Elgin Heuerding über das Starke Stück gesprochen.
Grausam, einsam, deprimierend, so sieht Sir Colin Davis diese Vierte Sinfonie von Jean Sibelius. Für den Dirigenten dennoch ein großartiges Werk.
Jean Sibelius schlägt in seiner 4. Symphonie einen tragischen, düsteren, manchmal schwer auf der Seele lastenden Ton an. Entstanden ist die Symphonie a-moll in den Jahren 1909 bis 1911. Zuvor, im Jahr 1908, wurde Sibelius wegen eines Tumors am Hals operiert. Hinterher war lange Zeit unklar, ob er wirklich genesen würde. Spielt diese biografische Situation für die 4. Symphonie eine Rolle?
"Harte Zeit für Sibelius, nicht trinken, nicht rauchen. Aber all das war immer in ihm. Er hat keine Zuversicht, ist selbstkritisch. Hat sich aufgeblasen und ist dann zurückgesunken. Aber er hatte einen Kopf, der alles organisiert, auch wenn man das nicht meint, komponierte er doch."
Sir Colin Davis
Die Symphonie ist natürlich nicht bloß eine Spiegelung der Krankheit von Jean Sibelius. Der Komponist selbst hat oft betont, seinen Symphonien lägen keine "Programme“ zugrunde. Dennoch hat auch Sibelius bemerkt, dass immer mal wieder ein Abbild seines seelischen Zustandes in der Musik haften geblieben ist.
Musik-Info
Jean Sibelius:
Symphonien Nr. 1 & Nr. 4
London Symphonie Orchestra
Sir Colin Davis (Leitung)
Erschienen bei Lso Live (2009)

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