BR-KLASSIK

Robert Schumann Cellokonzert a-Moll

Endlich war Robert Schumann angekommen: Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf. Beflügelt schrieb Schumann unter anderem ein Konzert für Cello in a-moll. Wiebke Matyschok - stellt es mit dem Cellisten Alban Gerhardt vor.

Autor: Wiebke Matyschok Stand: 14.01.2012

Himmelhochjauchzend! Zu Tode betrübt? -  Robert Schumann erlebt ein Hoch. Grenzgänger von Jugend an zwischen Gesundheit und Depression. Der Komponist ist gut gestimmt im Herbst des Jahres 1850. Die Familie zieht im September aus Dresden ins Rheinland um. Robert und Clara mit ihren sechs Kindern. Die Rheinländer empfangen sie begeistert. Schumann ist angekommen - so scheint es - als Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf. Das erste Konzert ist ein Erfolg. Robert dirigiert und Clara spielt Klavier.

Knapp zwei Wochen benötigte Schumann für das Cellokonzert. Eine Fantasie für Orchester mit obligatem Cello. Klänge wie von einer Orgel. Am Anfang kein Thema, nur drei wechselnde Akkorde der Holzbläser. Doch sind sie die Keimzelle, die später wiederkehrend die Form des Ganzen miteinander verklammert.

Ein Stück über die Liebe

Der langsame Satz ist ein Lied ohne Worte. Ein heimliches Ständchen für Clara? Alles kreist um eine fallende Quinte. Die stand am Anfang der großen Liebe zwischen Robert und Clara. Sie - eine dreizehn Jahre alte Klaviervirtuosin - hatte dem Herrn Robert Schumann Variationen geschickt über ein Thema mit einer fallenden Quinte. Er hatte geantwortet, indem er Variationen über Variationen schrieb. Ein geheimnisvoller Zauber- eifersüchtig vom Vater des Wunderkindes beäugt, später eine Künstlerehe auf Augenhöhe.

Verrückte Musik?

Als Schumann das Stück aufführen will, verweigert sich der Widmungsträger. Cellist Emil Bockemühl, mit dem Schumann korrespondiert hatte, findet das Konzert zu "wenig melodiös". Und fordert einen neuen dritten Satz. Später wird das Stück als Ausdruck von Schumanns geistiger Verwirrtheit beschrieben. Verrückte Musik auch im letzten Satz.