BR-KLASSIK - Starke Stücke

Antonín Dvořák Klaviertrio "Dumky"

Es ist eines der bekanntesten Klaviertrios überhaupt. "Dumka" heißt auf Ukrainisch Gedanke oder Nachsinnen und so bezieht sich der Name "Dumky" auf die schwermütigen, balladenartigen slawischen Gesänge, die Dvořák darin verarbeitet hat.

Von: Julia Smilga Stand: 04.08.2012

Als Antonín Dvořák im Jahr 1891 das Werk "Dumky" komponierte, befand er sich in einer der experimentellsten Phasen seines Schaffens. Mit Werken wie der "Poetischen Symphonie" oder der 8. Symphonie in G-Dur suchte Dvořák nach freieren und programmatisch erweiterten Wegen des Komponierens, gleichsam nach der Emanzipation von der romantischen Tradition.

Kontrastprinzip

Beim "Dumky-Trio" verzichtete Dvořák gar auf die übliche viersätzige Form und wählte stattdessen die Aneinanderreihung von 6 Sätzen. Für diese epischen ukrainischen Volkslieder hatte der Tscheche ganz offensichtlich eine Schwäche. Kein anderer Komponist verwendete das Dumka-Genre in seinem Schaffen so oft wie Dvořák.

Der Komponist wollte dieses Trio auch gar nicht als Klaviertrio im Sinne der klassischen Kammermusikgattung verstanden wissen. Das Werk war für ihn lediglich eine Folge von sechs slawischen Stücken, die zwischen langsam-schwermütigen und schnell-ausgelassenen tanzartigen Abschnitten wechseln. Das Kontrastprinzip reichte Dvořák als Form in diesem Fall völlig aus.

Rezeption des Werkes

"Hinreißend hübsch, aber nicht viel mehr als das", das soll George Bernard Shaw in seiner Rezension über die englische Premiere des Dumky-Trios im Jahre 1894 geschrieben haben. Das könnte man sogar als Lob interpretieren, im Vergleich zu Shaws sonstigen Dvořák feindlichen Kritiken.

Die Zeit hat bewiesen, dass der englische Dramatiker mit seiner harten Kritik falsch lag. Dvořáks Musik ist nicht nur bedeutend, sie ist vor allem nach wie vor sehr populär. Und das "Dumky-Trio" gehört zu den Werken, die das musikalische Bild von Dvořák bis heute dominieren und das von den bedeutendsten Klaviertrios eingespielt wurde.


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