Ludwig van Beethoven Klaviersonate c-Moll, op. 13 "Pathétique"
Ludwig van Beethovens Klaviersonate "Pathétique" möchte man wegen ihres bedeutungsschweren Beinamens für ein Spätwerk des Komponisten halten. Dabei schrieb er das Stück im Alter von 28 Jahren. Und doch signalisiert die "Pathétique"-Sonate einen Wendepunkt im Leben des Komponisten. Enstand sie doch in einer Zeit, als Beethoven erste Anzeichen seiner späteren Taubheit spürte.
Grave, punktierter Rhythmus, c-Moll. Beethovens Klaviersonate "Pathetique" op. 13 beginnt mit einer Gewichtigkeit, die unmittelbar berührt und fesselt. Schon der von Beethoven selbst bestimmte Name soll darauf hinweisen, dass diese Musik auf ihren Gefühlsgehalt hin verstanden werden soll: 1798 begann Beethovens Kampf gegen die allmähliche Ertaubung.
"Das ist schon gewaltig, das Grave, die Einleitung. Beethoven war allerdings nicht der Erste, der solche Einleitungen machte. Aber es ist schon fantastisch, der ganze Aufbau, bis zum Allegro molte e con brio, mit Feuer. Das kommt bei Beethoven oft vor: 1. Klavierkonzert, 3. Klavierkonzert: immer wieder con brio."
Pianist Rudolf Buchbinder
Der langsame Satz
Im zweiten Satz von Beethovens "Pathetique", "Adagio cantabile", löst sich das spannungsvoll-dramatische Moment des Beginns in eine ungeheure Innigkeit auf. Schließlich, besondere Raffinesse im langsamen Satz, verknüpft Beethoven das Hauptthema mit dem Triolen-Rhythmus des Saitenthemas.
C-Moll als Grundstimmung
Das abschließende Rondo von Beethovens Klaviersonate op. 13, von manchen Interpreten bisweilen als entspanntes Anhängsel an die vorangegangene Gewichtigkeit verstanden, entpuppt sich in Wahrheit als folgerichtiger Schluss-Teil. Heiter scheint es nur auf den ersten Moment, die Grundstimmung bleibt beim c-Moll. Ein Indiz dafür, dass dieser Satz in all seiner Geläufigkeit in der Stimmung der vorangehenden Sätze bleibt.
"Auch die ganze Coda, die Entwicklung der Coda bis hin zu der Fermate: Es ist gewaltig. Man kann das bis zum ersten Grave zurückführen, bis zum allerersten Beginn."
Pianist Rudolf Buchbinder
Die letzten acht Takte des Rondos zeigen Beethovens "Pathetique" wie in einem Brennglas. Auf die letzte Wiederholung des Rondo-Themas folgt zunächst eine kurze Anspielung auf den zweiten Satz. Und als Schluss folgt die Antwort auf den dramatischen Beginn im ersten Satz.
Musik-Info
Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier c-Moll, op. 13, "Pathétique"
Rudolf Buchbinder (Klavier)
Label: TELDEC

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