Oper über Euthanasie "Spiegelgrund" - Oper zum Holocaust-Gedenktag
Das neueste Werk des Linzer Komponisten Peter Androsch erinnert an das Schicksal hunderter Kinder mit Behinderungen, die während der NS-Zeit in der Wiener Anstalt "Am Spiegelgrund" ermordet wurden.
Seit Jahren ist der Nationalsozialismus immer wieder Gegenstand seiner Werke. Karl Posch, der Urgroßvater von Peter Androsch wurde von den Nazis verschleppt und im KZ Buchenwald umgebracht. Die Oper "Spiegelgrund" soll auch an ihn erinnern. "Die nichtgeweinten Tränen der Familie sind hier in der Partitur", heißt es im Vorwort der Oper. Auch in der Familie des Komponisten wurde lange nicht über diesen Mord gesprochen.
Die Oper bezieht sich auf die Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt "Am Steinhof" in Wien, die der "Spiegelgrund" genannt wurde. Der "Spiegelgrund" war Teil der nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie, in welcher kranke oder behinderte Kinder und Jugendliche systematisch ermordet wurden.
"Eigentlich müsste man Spiegelgrund ein Opern-Oratorium nennen. Ein gesungenes Gebet könnte man auch sagen. (...) Ich wollte das auf eine abstraktere Ebene bringen, um die Kontinuität des Kindesmissbrauchs und der Kindesmisshandlung klarzumachen. Das geht vom alten Sparta bis in die Jetzt-Zeit."
Peter Androsch im BR-KLASSIK-Interview
Gegen das Vergessen haben die Vereinten Nationen den 27. Januar zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt. An diesem Tag im Jahr 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee befreit. Als offizieller Beitrag zum Gedenktag wird die Oper "Spiegelgrund" im österreichischen Parlament in Wien im historischen Sitzungssaal uraufgeführt.

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