Dieter Borchmeyer "Richard Wagner. Werk - Leben - Zeit"
"Ich finde, man kann Richard Wagner in seinen Helden nicht entdecken", sagt Dieter Borchmeyer. Jetzt ist sein neues Buch über den Komponisten erschienen. Warum er allerdings kein "Wagnerianer" ist, erzählt er im BR-KLASSIK-Interview.
Er könne keine wirklichen biografischen Spuren in seinem Werk entdecken, sagt Dieter Borchmeyer über den Komponisten Richard Wagner im Gespräch mit BR-KLASSIK. Daher trenne er in seinem neuen Wagner-Buch das Werk von der Biografie.
"Normalerweise würde man denken 'Leben und Werk‘'oder 'Zeit, Leben und Werk‘'. Ich habe das genau umgedreht, weil ich eben der Überzeugung bin (…), dass Wagners Werk eben keine Ableitung aus seinem Leben ist."
Dieter Borchmeyer über sein neues Buch
Es sei eher so, dass Wagner sein Werk auf sein Leben projiziert habe, so Borchmeyer. So taufte Wagner seine Haustiere mit Namen, die er aus seinen eigenen Musikdramen bezogen habe
Der Autor
Kein Wagnerianer
Dieter Borchmeyer, der selbst zahlreiche Aufsätze und Bücher verfasst und herausgegeben hat, sieht sich selbst nicht als "Wagnerianer", er fände das "ganz entsetzlich". Wagner interessiere ihn als Gesamtpersönlichkeit auf einzigartige Weise, weil es keinen vergleichbaren Künstler gebe, der so ein "Universalist" im 19. Jahrhundert gewesen sei.
"Aber wenn ich's jetzt mal rein musikalisch betrachte, ist mir Wagner natürlich ungeheuer wichtig, er fasziniert mich, ich liebe seine Musik, aber ich könnte jetzt nicht sagen, dass er mir rein musikalisch betrachtet nun mehr bedeutete als Mozart oder Verdi, von Bach ganz zu schweigen."
Dieter Borchmeyer über Richard Wagners Musik

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