BR-KLASSIK - Leporello

Buch-Tipp Richard Wagners rebellische Enkelin

Schon früh war Friedelind Wagner in Bayreuth involviert. Doch dann wandte sie sich gegen den Rest der Familie, der sich mit den Nazis arrangiert hatte und verließ Deutschland 1939. Eva Rieger hat der unangepassten Wagner-Enkelin nun eine Biografie gewidmet.

Stand: 19.07.2012

Vor allem habe sie das Pro und Contra der sehr schillernden Person herausarbeiten wollen, sagt Eva Rieger im BR-KLASSIK-Interview. Dabei geht es der Musikwissenschaftlerin in ihrem Buch "Friedelind Wagner: Die rebellische Enkelin Richard Wagners" (Piper) auch um das Thema Benachteiligung der Frau.

Friedelind Wagner (r) mit der Begum, der Witwe Aga Khans, auf dem Wege zur Fürstenloge anläßlich der Wagner-Festspiele in Bayreuth im Juli 1958

Friedelind Wagner (1918-1991), Enkelin Richard Wagners und älteste Tochter Winifreds soll ihrem Großvater verblüffend ähnlich gesehen haben. Eigenwillig wandte sie sich gegen den nazifreundlichen Kurs der Mutter. Früh begeisterte sie sich für Musik, besuchte Opern und suchte Kontakt zu Künstlern. Auch sie selbst hatte starke künstlerische Ambitionen. Doch dann kam die Politik dazwischen, sie stellte ihre eigenen Ambitionen zurück und emigrierte nach England.

Für ihre Biografie hat Eva Rieger nicht nur den gesamten Nachlass von Friedelind Wagner aufgearbeitet, sondern auch mit Familienmitgliedern gesprochen, unter denen die Rebellin heute "sehr geliebt" wird, wie Rieger im Interview verrät.


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