BR-KLASSIK - Allegro

Theater Regensburg "Der neue Orpheus" und "Orpheus und Eurydike"

Zu Beginn einer Spielzeit oder etwa einer Intendanz wird gerne mit einer "Orpheus"-Oper eröffnet. Und so eröffnete am Wochenende der neue Intendant Jens Neudorf die Spielzeit am Theater Regensburg mit einem doppelten Orpheusabend. Auf dem Programm standen "Der neue Orpheus" von Kurt Weill sowie "Orpheus und Eurydike" von Willibald Gluck.

Stand: 24.09.2012

Keine andere Geschichte wurde häufiger für das Musiktheater herangezogen als der Mythos um den antiken Sänger, der mit seinem Gesang die Schatten der Unterwelt erweicht. Orpheus ist der Inbegriff des Künstlers, der mit seiner Kunst die Welt verändert.

Drama und Happy End

Yosemeh Adjei, Michala Schneider

Kurt Weills Kantate "Der Neue Orpheus", entstanden 1927, ist ein expressionistisches, frei tonales Werk. Es enthält gleichzeitig parodistische Anklänge an populäre und traditionelle Themen und vermischt miteinander die sehr unterschiedlichen Stilelemente von Arie und Chanson. Weills Orpheus-Entwurf entspricht einem modernen Anti-Orpheus, dessen Kunst an der Kälte und Gleichgültigkeit der Menschen zerbricht. In sieben Variationen zeichnet Weill das Bild des Künstlers in seiner Ohnmacht und Verzweiflung.

Yosemeh Adjei, Aurora Perry, Michala Schneider

Auf eine ganz andere Art und Weise als Kurt Weill brach auch Christoph Willibald Gluck mit der Tradition. Gluck schaffte mit der Uraufführung dieser Oper in Paris den entscheidenden Durchbruch als großer Opernreformator seiner Zeit. Die Verzweiflung über den Tod seiner geliebten Frau Eurydike stürzt den Orpheus in grenzenlose Trauer. Doch die entscheidende Bedingung, die ihm und Eurydike den gemeinsamen Rückweg aus der Unterwelt in die Welt der Lebenden ermöglichen würde, vermag er nicht zu erfüllen.


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