BR-KLASSIK - Allegro

Wagner - MeisterSinger - Sachs Eine Ausstellung im Stadtmuseum Nürnberg

Am 18. Januar eröffnete das Stadtmuseum Fembohaus eine Ausstellung, in deren Fokus die Tradition des Nürnberger Meistersangs, dessen Leitfigur Hans Sachs und der Aufführungsgeschichte von Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" steht.

Von: Thomas Senne Stand: 18.01.2013

Beeinflusst von den Minnesängern hatten sich seit dem späten Mittelalter in Nürnberg dichtende Handwerker mit Lehrern, Priestern und Juristen in Bruderschaften zusammengeschlossen, um sich nach einem festen Schema dem sogenannten "Meistersang" zu widmen.

Bis ins 18. Jahrhundert wurde diese Tradition fortgesetzt. In Singschulen trug man Dichtungen vor, sang nach der sonntäglichen Mittagspredigt biblische Lieder oder wetteiferte im Wirtshaus beim „Zechsingen“ um den besten Vortrag geistlicher, aber auch weltlicher Verse. Von Hans Sachs, dem umtriebigen Schuhmachermeister, Autor und Komponisten sind rund 6000 Gesänge, Dichtungen und Schauspiele überliefert.

In der Ausstellung "Wagner - MeisterSinger - Sachs" werden alte Stiche von Aufführungsorten wie der Martha-Kirche, Pläne und Historiengemälde ebenso präsentiert wie eine Bronzebüste von Richard Wagner.

"Wagner hatte ein sehr positives Verhältnis zur Stadt. Er war natürlich von diesen mittelalterlichen Mauern hoch begeistert und als er 1835 in Nürnberg seine Schwester besucht hat, die hier am Theater war, hat er eine Wirtshausschlägerei um einen selbsternannten Meistersinger mitbekommen und hat von da praktisch den Gedanken der Prügelei am Johannisabend mitgenommen, sozusagen als Keimzelle seiner berühmten Oper."

Ausstellungsleiter Thomas Schauerte

Die Schau dokumentiert ebenfalls den Missbrauch der Wagner-Oper durch die Nationalsozialisten, die regelmäßig vor Eröffnung der Reichsparteitage erklang, und erinnert mit Plakaten an die aus Nürnberg stammende Wagner-Heroine Martha Mödl anlässlich ihres 100. Geburtstages.


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