BR-KLASSIK - Allegro


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Van-Cliburn-Klavierwettbewerb Gold für Vadym Kholodenko

Vadym Kholodenko wurde beim 14. Cliburn-Wettbewerb mit der Goldmedaille und 50.000 Dollar Preisgeld ausgezeichnet. Außerdem warten auf den 26-jährige Ukrainer ein dreijähriges Management sowie zahlreiche internationale Konzertangebote.

Von: Christoph Hiller Stand: 12.06.2013

Sechs Konzerte innerhalb der vergangenen knapp drei Wochen hatte jeder der sechs Finalisten hinter sich, bevor Jury-Präsident John Giordano am Sonntagabend in der Bass Performance Hall die Preisträger verkündete.

Die Finalisten des 14. Van-Cliburn-Klavierwettbewerbs

Vadym Kholodenko, der sich schon ab der ersten Runde als einer der Publikumslieblinge galt, bekam die "Nancy Lee and Perry R. Bass Gold Medal" sowie 50.000 Dollar Preisgeld überreicht. Außerdem wurden die Italienerin Beatrice Rana mit der "Silver Medal" und Sean Chen aus den USA mit dem "Crystal Award" und jeweils 20.000 Dollar ausgezeichnet. Auch die restlichen drei Finalisten gingen nicht leer aus: Der Russe Nikita Mndoyants, der Japaner Tomoki Sakata - mit 19 der jüngste Teilnehmer des Wettbewerbs - und die Chinesin Fei-Fei Dong erhielten jeweils 10.000 Dollar.

Im Finale überzeugte Vadym Kholodenko mit Konzerten von Prokofiev und Mozart. Begleitet wurden alle sechs Finalisten vom Fort Worth Symphony Orchestra unter der Leitung von Leonard Slatkin. In der zweiten Runde stand neben einem einstündigen Solorezital auch Kammermusik auf dem Prüfstand. Zusammen mit dem Brentano String Quartet mussten alle zwölf Semifinalisten ein großes romantisches Klavierquintett von Brahms, Schumann, Dvořák oder Franck einstudieren. Auch hierfür wurde Kholodenko für die beste Interpretation ausgezeichnet, außerdem auch noch für seine Version der Auftragskomposition: "Birichino" von Christopher Theofanidis.

Beurteilt wurden die 30 jungen Musiker im Alter zwischen 19 und 30 Jahren von einer 13-köpfigen Jury. Unter ihnen war auch Menahem Pressler, Gründungsmitglied des legendären Beaux Arts Trio.

"Ein Preisträger, den ich mir wünsche, ist jemand, der Finger hat, die gut spielen, das heißt, der die Technik des Klaviers wunderbar beherrscht. Aber diese dazu benutzt, die Werke, die er spielt, zum Leben und zum Ausdruck zu bringen. Sehr oft haben wir ein ausgezeichnetes Konzert und es ist wie ein Tennisspiel. Aber Musizieren ist kein Tennisspiel. Es hat die Athletik vom Tennis, aber das ist nur ein kleiner Teil. Die physischen Attribute haben sich eben so viel verbessert. Aber das Poetische, das wird immer bleiben."

Juror Menahem Pressler

Hollywood goes Cliburn

Für die Berichterstattung während des Wettbewerbs wurden kaum Kosten und Mühen gescheut. So gab es insgesamt über 100 Stunden Live-Webcast mit zahlreichen Interviews und Hintergrundberichten rund um den Wettbewerb. Angeführt wurde das 24-köpfiges Produktionsteam, das auch einen Dokumentarfilm zum 14. Van-Cliburn-Wettbewerb erstellt, vom Oscar-nominierten Regisseur Christopher Wilkinson und Kameramann Larry McConkey, der an Filmen wie Goodfellas oder Kill Bill beteiligt war.

Weitere Infos

Alle Vorspiele und Konzerte sowie zahlreiche Interviews gibt es als Video on demand auf der Website des Wettbewerbs.


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