BR-KLASSIK - Musica Viva


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Die musica viva-Saison 2011/12 Beginn einer neuen Ära unter Winrich Hopp

Zwölf Veranstaltungen mit zehn Uraufführungen erwartet das Publikum in der neuen Saison. Mit Werken von Pierre Boulez und John Cage stellt der neue Künstlerische Leiter Winrich Hopp zwei wichtige Stränge der Neuen Musik an den Anfang der Saison. Diese markiert zugleich den Beginn einer neuen Ära.

Stand: 15.04.2011
Dr. Winrich Hopp und BR-Interndant Ulrich Wilhelm | Bild: BR

"Ich freue mich sehr, dass ich wieder zurückkommen kann," sagt Winrich Hopp, der bereits von 1997 bis 2002 als Dramaturg für die musica viva tätig war. "Das war eine der schönsten beruflichen Stationen," erinnert er sich auf der Pressekonferenz. Nun ist Dr. Winrich Hopp seit Beginn dieses Jahres Künstlerischer Leiter der Konzertreihe.

Frankreich und Amerika

Das Programm der Saison beginnt mit einem französischen und einem amerikanischen Strang. Als zentrale Komponisten dieser beiden Richtungen stehen zu Beginn der Saison Pierre Boulez und John Cage, die musikalisch zwei voneinander unabhängige Wege verfolgten.

Nach 40 Jahren kehrt Pierre Boulez mit seinem Werk "Pli selon pli" zur musica viva zurück

Den Auftakt zur neuen Konzertsaison gibt am 30. September "Pli selon pli" von Pierre Boulez, den Hopp als "Meilenstein in der Musikgeschichte" bezeichnete. Das Stück hatte Boulez bereits 1960 im Rahmen der musica viva uraufgeführt. Außerdem steht als Highlight die Uraufführung von John Cages Werk "Eighty" in originaler Orchesterbesetzung am 28. Oktober auf dem Programm.

Im Verlauf der Saison will Hopp dem Publikum mit Werken der französischen Komponisten Olivier Messiaen und Tristan Murail die Entwicklung dieses Stranges ebenso vor Augen führen wie die des amerikanischen über Charles Ives und Elliot Carter bis hin in die Gegenwart. Nach und nach verfransen sich die beiden Stränge zu einem mehrdimensionalen Geflecht, in das die zehn Uraufführungen der Saison eingebettet sind.

Gute Zusammenarbeit mit dem Symphonieorchester

Fünf Konzerte veranstaltet die musica viva wieder zusammen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Über diese Zusammenarbeit ist Winrich Hopp sehr glücklich.

"Ich wäre dem Ruf nach München nicht gefolgt, wenn ich nicht gespürt hätte, dass es der ausdrückliche Wunsch des Orchesters ist," erklärt der Künstlerische Leiter auf der Pressekonferenz. Zudem sind für die kommende Saison sieben Gastensembles eingeladen - unter anderem für kammermusikalisch besetzte Vokalwerke. Auch die Zusammenarbeit mit den bisherigen Dirigenten möchte Winrich Hopp aufrecht erhalten. Zum ersten Mal bei einem Konzert der musica viva dirigieren werden in der neuen Saison David Robertson, Stefan Asbury und George Benjamin.

Veranstaltungsblöcke

Die musica viva-Konzerte des Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks werden mit den Veranstaltungen der Gastensembles zu Blöcken gebündelt. Auswärtige Konzertbesucher haben so die Möglichkeit, für mehrere musica viva-Veranstaltungen nach München zu kommen. Zu den meisten musica viva-Veranstaltungen werden künftig vor den Konzerten Einführungen angeboten.

Neue Preise für Komposition und Publizistik

Neu ist auch die Verleihung zweier Preise der "Happy New Ears"-Initiative der Hans und Gertrud Zender-Stiftung. Der Kompositionspreis wird in diesem Jahr an Enno Poppe verliehen, der Preis für Publizistik zur Neuen Musik an Philippe Albèra. Die Vergabe der Preise erfolgt nicht über ein Bewerbungsverfahren, sondern die Preisträger werden von einer Jury ernannt. Beide Preise sind jeweils mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro ausgestattet.


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