Biografie John Cage
Zuerst wollte er Schriftsteller werden, dann aber wurde er doch Schüler von Arnold Schönberg. Streckenweise fühlte er sich unter Bildenden Künstlern mehr zuhause als unter Komponistenkollegen – und auf dem Gebiet der Pilzkunde kannte er sich aus wie kein Zweiter. Noch heute ist der Name John Cage (1912-1992) gleichbedeutend mit "Revolution im Musikbetrieb" und seine Skandale auslösende Musik, Nichtmusik und Happenings sind legendär. Dabei war es eine kompromiss- und grenzenlose Offenheit, die vor allem in den 40er bis 60er Jahren als skandalös empfunden wurde. Diese Offenheit erlaubte es ihm, Gegebenheiten nicht einfach hinzunehmen und so kam es, dass Cage das präparierte Klavier erfand ("Bacchanale", 1940; "Sonatas and Interludes", 1946/48), das Radio als Instrument mit auf die Bühne nahm ("Radio Music", 1956; "Imaginary Landscape No.4", 1951), nach verschiedenen Zufallsverfahren komponierte ("Music of Changes", 1951, "Variations 1", 1958) und sowohl der Stille ("4’33""’, 1952) als auch dem Geräusch, ja sogar dem Lärm ("Musicircus", 1967) denselben Stellenwert wie klingende Töne gab. Wie die Avantgardisten in Europa, so wollte auch John Cage so weit wie möglich ohne komponierendes Ich auskommen, doch wählte er einen ganz eigenen Weg der Entsubjektivierung: Er befragte das I-Ging, ein Jahrhunderte altes Buch aus China, dessen Symbole Cage dabei halfen, Zufallsoperationen zu initiieren. Somit erscheint der an der Westküste der USA aufgewachsene, später nach New York umgesiedelte Weltbürger als kulturelles, philosophisches und ästhetisches Prisma, welches westliches und östliches Denken auf eine ganz ungewöhnliche Weise miteinander verbindet: "Zen zu praktizieren heißt, an die Dinge realistisch und letzten Endes humorvoll heranzugehen."

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