Künstlerischer Leiter Ulf Schirmer
Seit September 2006 ist Ulf Schirmer Künstlerischer Leiter des Münchner Rundfunkorchesters, mit dem er ein weites Repertoirefeld abgesteckt hat.
Die Bandbreite reicht dabei von Operette, Oper, Melodram und Filmmusik bis hin zur geistlichen Musik des 20./21. Jahrhunderts in der Reihe "Paradisi gloria", in der immer wieder auch Auftragswerke uraufgeführt werden. Gemeinsam mit dem Münchner Rundfunkorchester hat Ulf Schirmer inzwischen zahlreiche CDs vorgelegt, darunter Sängerporträts zum Beispiel mit Adrianne Pieczonka, Vesselina Kasarova und Peter Seiffert sowie zahlreiche Gesamteinspielungen. Entdeckenswerte Raritäten wie Engelbert Humperdincks "Dornröschen" oder Karl Amadeus Hartmanns "Simplicius Simplicissimus" finden sich hier ebenso wie etwa diverse Operetten im Rahmen eines Lehár-Zyklus und Otto Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor".
Zu den in Ulf Schirmers Amtszeit initiierten Projekten gehören außerdem der Internationale Gesangswettbewerb "Vokal genial!", der seit 2007 alle zwei Jahre in Verbindung mit der Konzertgesellschaft München stattfindet, sowie die szenischen Opernaufführungen im Prinzregententheater im Rahmen der Koproduktion von Münchner Rundfunkorchester und Bayerischer Theaterakademie August Everding. Auch die Kinder- und Jugendarbeit des Münchner Rundfunkorchesters wird von Ulf Schirmer sehr gefördert: Wenn bayerische Schulorchester bei "Klasse Klassik" zusammen mit den Profis musizieren, steht er persönlich am Pult und erläutert die Werke als Moderator.
Seinen Vertrag mit dem Bayerischen Rundfunk hat Ulf Schirmer inzwischen bis zum 31. August 2017 verlängert.
Werdegang
Ulf Schirmer wurde in Eschenhausen bei Bremen geboren und studierte am Konservatorium in Bremen sowie an der Musikhochschule in Hamburg bei György Ligeti, Christoph von Dohnányi und Horst Stein. Wichtige Erfahrungen sammelte er am Mannheimer Nationaltheater sowie als Assistent von Lorin Maazel und Hausdirigent an der Wiener Staatsoper. Von 1988 bis 1991 wirkte er als Generalmusikdirektor in Wiesbaden und Künstlerischer Direktor für die Symphoniekonzerte am Hessischen Staatstheater, in den folgenden Jahren war er an der Wiener Staatsoper neben seinen Dirigaten auch beratend als Konsulent tätig.
Von 1995 bis 1998 hatte Ulf Schirmer beim Dänischen Rundfunksymphonieorchester die Position des Chefdirigenten inne. 2000 übernahm er eine Professur an der Hamburger Musikhochschule. 2009 wurde er zum Generalmusikdirektor der Oper Leipzig ernannt, und ab August 2011 wird er dort auch als Intendant fungieren. In Leipzig dirigierte Ulf Schirmer z.B. Puccinis "La bohème", Humperdincks "Hänsel und Gretel" und Wagners "Lohengrin".
Gastspiele
Bei den Bregenzer Festspielen betreute Ulf Schirmer zahlreiche Produktionen, so z.B. Beethovens "Fidelio", Wagners "Fliegenden Holländer" und zuletzt Puccinis "Tosca". 2011 dirigiert er dort "André Chénier" von Umberto Giordano. Als künstlerischer Berater war er zudem an der Entwicklung des Soundsystems "BOA" der Bregenzer Festspiele beteiligt. Regelmäßig gastiert Ulf Schirmer an der Deutschen Oper Berlin, wo er 2008 als Braunfels-Spezialist für die szenische Uraufführung der "Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna" verpflichtet war, aber vor allem auch Strauss und Wagner dirigiert. Ebenso ist Ulf Schirmer regelmäßig an der Wiener Staatsoper engagiert; hier leitete er etwa Mozarts "Le nozze di Figaro" und Wagners "Parsifal".
Weitere Einladungen führten ihn u.a. zu den Salzburger Festspielen, nach Graz und Genf, an die Mailänder Scala, die Opéra Bastille in Paris und das New National Theatre in Tokio. Im Rahmen seiner regen Konzerttätigkeit hat er z.B. mit den Wiener und den Berliner Philharmonikern, den Wiener und den Bamberger Symphonikern, der Staatskapelle Dresden, dem Orchestre de la Suisse Romande und dem NHK Symphony Orchestra Tokyo zusammengearbeitet.
Repertoireschwerpunkte
Zu Ulf Schirmers Repertoireschwerpunkten zählen zum einen die Opern von Mozart, Wagner, Strauss, Berg und Schönberg und im Konzertbereich Werke von Mozart bis Mahler; ein wichtiges Anliegen war es ihm auch, alle Tondichtungen von Richard Strauss zu dirigieren. Zum anderen gilt sein besonders Interesse den Komponisten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie etwa John Cage, Morton Feldman und György Ligeti. Außerdem hat Ulf Schirmer zahlreiche Werke uraufgeführt, darunter Kompositionen von Johanna Doderer und Gerd Kühr.

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