BR-KLASSIK

Von damals bis heute Die Geschichte des Münchner Rundfunkorchesters

Stand: 10.10.2011
Das Münchner Rundfunkorchester unter Werner Schmidt-Boelcke | Bild: BR / Fred Lindinger

Von den 50ern bis zum neuen Jahrtausend

50er

1952

Gründung des Münchner Rundfunkorchesters mit dem Ziel, vor allem die "sogenannte" gehobene Unterhaltungsmusik zu pflegen. Erster Chefdirigent wird Werner Schmidt-Boelcke. Erstes Sonntagskonzert des Münchner Rundfunkorchesters unter dem Motto "Meister der heiteren Muse". Von Anfang an ist das Orchester im Aufnahmestudio ebenso präsent wie auf der Konzertbühne.

Im Vordergrund steht die leichte Muse, wie unzählige Operetten-Gesamtaufnahmen belegen. Später geht die Entwicklung verstärkt in Richtung Oper. In den 50er Jahren Gemeinschaftskonzerte u.a. mit der BBC und der RAI.

60er

1967

Kurt Eichhorn wird neuer Chefdirigent. Er dirigierte das Münchner Rundfunkorchester bereits als Gastdirigent.

Erstes "Münchner Funkkonzert". Wenig bekannte Komponisten bzw. Werke vor allem des 19. und frühen 20. Jahrhunderts werden vorgestellt und junge Interpreten präsentiert. Ein hervorragender Carl-Orff-Zyklus entsteht.

70er

1975

Heinz Wallberg wird dritter Chefdirigent. Unter seiner Leitung werden zahlreiche Gesamtaufnahmen produziert. Wallbergs Aufmerksamkeit gilt bevorzugt Ausgefallenem, wie z.B. der Oper "La Bohème" von Ruggiero Leoncavallo.

80er

1982 -1985: Lamberto Gardelli leitet das Münchner Rundfunkorchester. Er konzentriert sich vor allem auf die italienische Oper. Bei diversen Sängerportraits (z.B. Edita Gruberova) steht er am Pult.

1985: 1. Promenadenkonzert.

1988: Als fünfter Chefdirigent übernimmt Giuseppe Patané die Leitung des Münchner Rundfunkorchesters. Er setzt sich u.a. für zu Unrecht vergessene Bühnenwerke ein (z.B. Pietro Mascagnis "Iris"), die er auf Schallplatte einspielt. 1989 erliegt er während einer Aufführung im Münchner Nationaltheater einem Herzanfall.
Ein neuer Chefdirigent wird gesucht. Zwischenzeitlich leiten Gastdirigenten das verwaiste Münchner Rundfunkorchester. Auftritte mit Luciano Pavarotti, Marilyn Home und Montserrat Cabellé folgen.

1989: 1. Kinderkonzert.

90er

1991: Das Orchester ist an Konstantin Weckers Deutschland-Tournee beteiligt.

1992: Das Münchner Rundfunkorchester feiert 1992 zwei freudige Ereignisse: Sein 40-jähriges Jubiläum und einen neuen Chefdirigenten: Roberto Abbado. Als Gastdirigent leitet er das Galakonzert zum Jubiläum, wenige Wochen später wird er offiziell zum Chefdirigenten ernannt.

1998 - 2004: Marcello Viotti (1954- 2005) ist Chefdirigent des Orchesters. Anlässlich des Jahrtausendwechsels ruft er einen Konzertzyklus mit geistlicher Musik des 20. Jahrhunderts unter dem Titel "Paradisi gloria" ins Leben.

Das neue Jahrtausend

2002: Das Münchner Rundfunkorchester feiert sein 50-jähriges Jubiläum.

2003: Erstes Konzert unter dem Motto "Klasse Klassik": Ausgewählte bayerische Schulorchester musizieren gemeinsam mit Mitgliedern des Münchner Rundfunkorchesters.

2005: Im Dezember wird Ulf Schirmer zum neuen Künstlerischen Leiter des Münchner Rundfunkorchesters ernannt. Mit Beginn der Saison 2006/2007 trat er sein Amt an.

Seit 2006 / 07: Zusammenarbeit mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Einmal pro Saison wird ein gemeinsames Opernprojekt für die szenische Aufführung im Prinzregententheater erarbeitet.

2007: Der Internationale Gesangswettbewerb "Vokal genial" in memoriam Marcello Viotti findet erstmals statt.

Audiobeispiele einiger Künstlerischen Leiter des Rundfunkorchesters:

1. Chefdirigent Werner Schmidt-Boelcke
2. Chefdirigent Kurt Eichhorn
3. Chefdirigent Heinz Wallberg
4. Chefdirigent Lamberto Gardelli
5. Chefdirigent Giuseppe Patané
6. Chefdirigent Roberto Abbado
7. Chefdirigent Marcello Viotti
8. Chefdirigent Ulf Schirmer

Namhafte Gastdirigenten haben das Rundfunkorchester geprägt:

Gastdirigenten (Auswahl) 
Willy Boskovsky
Oleg Caetani
Jesús López Cobos
Dennis Russel Davies
Plácido Domingo
Wayne Marshall
Kurt Graunke
Hartmut Haenchen
Leopold Hager
Fabio Luisi
Bobby McFerrin
Krzysztof Penderecki
Lalo Schiffrin
Horst Stein
Pinchas Steinberg
Bruno Weil
Ralf Weikert
Rico Saccani
Robert Stolz