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Brecht Festival in Augsburg Dirigent Paul Daniel im Interview

Ein besonderes Programm hat das Münchner Rundfunkorchester für das Brechtfestival 2012 zusammengestellt. Unter der Leitung des britischen Dirigenten Paul Daniel wird es drei Werke unterschiedlicher Komponisten des 20. Jahrhunderts aufführen. Und zwar von Igor Strawinsky, Hanns Eisler und Kurt Weill.

Stand: 03.02.2012

Die drei Werke umreissen das schwierige, oft widersprüchliche Verhältnis von Kunst und Politik. Ihnen gemein ist die Tatsache, dass auf verschiedenen Ebenen Bezüge zu Bertolt Brecht sichtbar werden.

Zum einen steht Igor Strawinskys "Histoire du Soldat" auf dem Programm. Dabei treffen untanzbare Tänze auf unmarschierbare Märsche - ein Verfahren, das Brecht und Weill für ihre Opern die "Trennung der Elemente" nannten.
Hanns Eislers zum 40. Jahrestag der UdSSR komponierte Kantate "Die Teppichweber von Kujan-Bulak" steht als eine Art Brecht-Vermächtnis. Der Text stammt aus Brechts "Chroniken" der "Svendborger Gedichte" (1939) und wendet sich gegen den politischen Personenkult, hier den um Lenin.
Schließlich reflektiert Kurt Weills "Sinfonie Nr. 2" die Zeitereignisse um 1933/34. Seine zweite (und letzte) Sinfonie mit Anklängen an Mozart und Haydn und mit romantischen Zügen nach Schubert und Mahler ist untypisch für den Komponisten.

Alle drei Stücke skizzieren eine Welt im Umbruch, die Brecht als Chronist seiner Zeit mit seiner Kunst gleichermaßen verarbeitete und kommentierte. Das Münchner Rundfunkorchester wird geleitet von dem bekannten britischen Dirigenten Paul Daniel.

Brecht Festival Augsburg

Konzert
Samstag, 4. Februar 2012, 20 Uhr
Goldener Saal im Rathaus, Augsburg
Werke von Igor Strawinsky, Hanns Eisler und Kurt Weill

Münchner Rundfunkorchester
Paul Daniel, Leitung
Martin Petzold, Tenor