Blick hinter die Kulissen Was ist los beim Georgischen Kammerorchester?
Nach einem Konzert beim Schleswig-Holstein-Festival 1990 kehrte das Georgische Kammerorchester nicht mehr in die Heimat zurück und spielt seither in Ingolstadt. Hier hat es sich einen guten Ruf erarbeitet. Doch aktuell macht das Orchester negative Schlagzeigen.
In einem offenen Brief an den Ingolstädter Oberbürgermeister Alfred Lehmann forderten die Orchestermusiker die Absetzung Lavard Skou Larsens. Einer der genannten Gründe dafür: Die Rotation von Geigern an den Notenpulten. Dadurch fühlten sich einige der besseren Streicher zurückgesetzt. Die Rotation der Musiker sei in anderen Orchestern durchaus üblich, erläuterte Larsen. Das Kulturamt habe ihn möglicherweise aus Unwissenheit, wie man ein Orchester führt, nicht unterstützt, mutmaßte der Dirigent.
"Ich habe ein gewisses Konzept, Qualität zu erzeugen, und davon weiche ich kaum ab."
Lavard Skou Larsen über seinen Führungsstil
Der Vertrag mit dem Dirigenten Lavard Skou Larsen besteht erst seit einem Jahr. Nach den ganzen Auseinandersetzungen zwischen dem Dirigenten, den Musikern und den Kulturverantwortlichen der Stadt wird er nun nicht mehr verlängert und läuft Ende 2013 aus.
"Ich möchte nicht freiwillig gehen, ich habe sehr viel Kraft und Arbeit in das Orchester gesteckt und das Orchester hat sich sehr verbessert. In mir steckt ein Funken Hoffnung, dass das erkannt wird."
Lavard Skou Larsen
Schlägerei unter den Musikern
Nach Informationen des "Donaukurier" wurde ein Musiker, der den offenen Brief nicht unterschreiben wollte, sogar geschlagen. Er musste ärztlich behandelt werden und konnte beim folgenden Konzert nicht mitspielen.
Das Georgische Kammerorchester
Lavard Skou Larsen leitet das Orchester seit der Saison 2011/2012. Seit 22 Jahren spielt das Georgische Kammerorchester in Ingolstadt. Schon zuvor haben viele aus dem 18-köpfigen Ensemble zusammen in Tiflis Musik gemacht. Nach dem Fall der Mauer sahen die Georgier ihre Chance im Westen. Nach einem Konzert beim Schleswig-Holstein-Festival 1990 kehrte das Ensemble nicht mehr in die Heimat zurück, sondern zog geschlossen nach Ingolstadt. Hier hat es sich einen guten Ruf erarbeitet und wird von der Stadt, dem dort ansässigen Autobauer Audi und vom Freistaat Bayern finanziert.

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