Kay Metzger inszeniert "Elektra" "In diesem Haus regiert der Hass"
Regisseur Kay Metzger inszenierte am Theater Regensburg die Oper "Elektra" - eine Tragödie der Rächerin. Peter Jungblut war dort und ist begeistert von den fulminanten Bilder und der packenden Interpretation.
"Elektra" ist die Tragödie einer Rächerin. Vor Jahren zog Agamemnon, König von Theben, in den Trojanischen Krieg. Nach seiner Heimkehr wurde er von seiner eigenen Gattin Klytämnestra und ihrem Geliebten Aegisth im Bad erschlagen. Seitdem lebt seine Tochter Elektra nur für den Moment, in dem sie für den Mord an ihrem Vater Agamemnon Vergeltung üben kann. Ihren jüngeren Bruder Orest hat sie, fern von Theben, in die Obhut eines Pflegers gegeben und ihn zum Vollstrecker ihrer Rache erziehen lassen. All dem steht ihre Schwester Chrysothemis verständnislos gegenüber: Sie will die Vergangenheit ruhen lassen, die Liebe finden und Mutter werden.
Blutige Rache
Und so lebt Elektra unverstanden von der Schwester und gehasst von der eigenen Mutter bis zu dem Tag, an dem ihr Bruder Orest heimkehrt und die Rache nimmt, von der sie ein Leben lang geträumt hat. Selbst noch im Wahnsinn ihres Freudentanzes über die vollbrachte Tat bleibt sie eine Einsame, deren Lebensinhalt tödliche Erfüllung gefunden hat.
Richard Strauss und seine "Elektra"
Zu Beginn seiner Arbeit schreckte Strauss die Ähnlichkeit des Stoffes mit der "Salome". Rückblickend schrieb er über sein 1909 in Dresden uraufgeführtes Werk: "... so ist "Elektra" sogar noch eine Steigerung geworden in der Geschlossenheit des Aufbaus, in der Gewalt der Steigerungen. Und ich möchte fast sagen: sie verhält sich zu "Salome" wie der vollendete stileinheitlichere "Lohengrin" zum genialen Erstlingsentwurf des "Tannhäuser". Beide Opern stehen in meinem Lebenswerk vereinzelt da: ich bin in ihnen bis an die äußersten Grenzen der Harmonik, psychischer Polyphonie und Aufnahmefähigkeit heutiger Ohren gegangen."
"Elektra" am Theater Regensburg
Dichtung von Hugo von Hofmannsthal
Musik von Richard Strauss
Inszenierung: Kay Metzger
Bühne und Kostüme: Michael Heinrich

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