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Zwölfuhrläuten Mühlhausen in Unterfranken

Vor 1.200 Jahren wurde ein "Mulinhusen" erstmals in einer Urkunde genannt. Nun im Jubiläumsjahr erinnert Mühlhausen mit seinen rund 600 Einwohnern eingehend an seine Ursprünge.

Von: Barbara Markus

Stand: 17.05.2015 | Archiv

Bis zu vier Schaufelräder drehten sich einmal an den drei Bächen, die hier in die Wern münden, einen Nebenfluss des Mains. Die Wasserkraft nutzte man in der kleinen Ortschaft im Landkreis Schweinfurt noch bis ins 20. Jahrhundert zum Getreidemahlen. Die letzte noch erhaltene Mühle kann am Jubiläumswochenende besichtigt werden, das am 17. Mai endet.

Kostbare Rokoko-Madonna

Das stattliche Hofgebäude der ehemaligen Wolfsmühle geht auf das Jahr 1518 zurück. Damals gab es im Ort noch keine Kirche. Die kleine Filialgemeinde war auf die Mutterkirche im Nachbarort Eßleben angewiesen.
Erst 1694 bekam das katholische Mühlhausen ein eigenes Kirchlein. Es ist zwar dem heiligen Martin geweiht, doch dominiert die Marienverehrung: So gehört mit zu den kostbarsten Ausstattungstücken eine Rokoko-Madonna aus der Werkstatt des Würzburger Hofbildhauers Johann Peter Wagner. Der Mutter Gottes ist auch der Hauptaltar gewidmet, der nahezu die gesamte Wand der kleinen, rechteckigen Chornische unter dem Turm einnimmt.

Bewusst keine Bronzeglocken


Unter dessen schiefergedeckten Spitzhelm läuten drei Stahlglocken. Als das neue Geläut kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs bei einer Gießerei im Harz bestellt wurde, hat man bewusst auf Bronze verzichtet. Damit sollte verhindert werden, dass die Glocken, wie auch schon nach dem ersten Weltkrieg, künftig nicht noch ein drittes mal für die Rüstungsindustrie abgenommen und eingeschmolzen würden. Auch daran erinnert eine Ausstellung, die der Kirche zum Dorfjubiläum gewidmet ist.


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