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Zwölfuhrläuten Schopflohe in Schwaben

Schopflohe liegt am Kraterrand des Nördlinger Ries. Nur fünf Kilometer nördlich beginnt der Regierungsbezirk Mittelfranken, im Westen ist es nicht viel weiter zur Grenze nach Baden Württemberg. Ein richtiges Dreiländereck!

Von: Regina Fanderl

Stand: 09.07.2017 | Archiv

Die ältere, aus dem 14. Jahrhundert stammende Kirche ist heute evangelisch und den Heiligen Sixtus und Bendiktus geweiht. Die jüngere, katholische Kirche von 1772 der "Heiligste Dreifaltigkeit".

Auffallende Fresken

Äußerlich schlicht gebaut mit einem massiven Spitzhelmturm offenbart sich die Pfarrkirche im Inneren als wahres Bilderbuch. Bei der Neugestaltung in den Nachkriegsjahren malte Franz Nagel aus München die auffallenden Fresken über den Seitenaltären. Sie zeigen in frohen Farben vier Osterszenen: den Auferstandenen mit den Wächtern am Grab, den Herrn mit den Jüngern von Emmaus am Tisch, den Gang der Frauen am Ostermorgen zum Grab und die Begegnung mit Maria Magdalena. Die Bilder sind nicht in geometrisch starre Felder gezwängt, sondern in einem freien Rhythmus verteilt.

Euphon-Glocken mit besonderem Klang

Der Bildhauer Franz Lorch schuf die Kreuzigungsgruppe des Hochaltars. In der Mitte der überlebensgroße Gekreuzigte. Ihm zur Seite die Figuren der Maria und des Johannes vor dem Freskenteppich mit den Evangelisten, Propheten und Symbolen, die auf die zeitlose Frohbotschaft von Calvaria hinweisen.
Die spätgotische Plastik des heiligen Sixtus auf dem rechten Seitenaltar, stammt noch aus der ersten, heute evangelischen Kirche.

Im Turm läuten seit 1953 drei von Karl Czudnochowsky in Erding gegossene Glocken. Es sind so genannte Glocken aus Euphon. Die Kupfer-Zink-Legierung wurde nach dem 2. Weltkrieg als Ersatz für teure Bronze verwendet und sorgt für den besonderen Klang aus Schopflohe.


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