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Zwölfuhrläuten Mindelau in Schwaben

Kirche, Friedhof und Dorf Mindelau - heute eingemeindet in die Stadt Mindelheim - zeugen von der beinahe sprichwörtlichen schwäbischen Ordnungsliebe. Dass alles wie aus dem Ei gepellt aussieht, ist wohl auch noch dem eben zu Ende gegangenen großen Doppeljubiläum zuzurechnen: 725 Jahre Pfarrei und 300 Jahre Pfarrkirche.

Von: Georg Impler

Stand: 19.01.2014 | Archiv

Der Ort ist jedoch viel älter: Bereits 1075 wird ein Adalgoz de Mindilowa erwähnt, der möglicherweise seinen Sitz im Burgstall auf dem Stelzenberg hatte. 1288, also vor 725 Jahren, vertauschte dann ein Heinrich von Mindelberg dem Mindelheimer Augustinerkloster die Pfarrei gegen Bedernau.

Der englische Fürst von Mindelheim

Mindelau ist noch landwirtschaftlich geprägt, wenn auch der größere Teil der Arbeitnehmer in Mindelheim und Bad Wörishofen beschäftigt ist. Die über dem Dorf aufragende Pfarrkirche hat den Heiligen Jakobus den Älteren zum Patron. Die Genehmigung für den 1713 eingeweihten, barocken Bau kam übrigens vom englischen Herzog John Churchill von Marlborough. Der hatte im Spanischen Erbfolgekrieg zusammen mit Prinz Eugen für Österreich die berühmte Schlacht bei Höchstädt gewonnen - das liegt etwa 100 Kilometer nördlich - und von Kaiser Joseph I. den Titel Fürst von Mindelheim verliehen bekommen.

Schlicht-moderne Gestaltung

Das Gotteshaus erhielt jetzt zum 300-Jahrjubiläum einen neuen Altar und ein Ambo aus Donaukalkstein sowie den dazu passenden Osterleuchter von gekalktem Ahorn. Ihre schlicht-moderne Gestaltung fügt sich harmonisch in die bestehende, spätbarocke Ausstattung. Mit der vornehm-dezenten Farbgebung der Säulenaltäre und den stilvollen Skulpturen gewinnt der lichte, freundliche Kirchenraum den Kirchenbesucher für sich.
Aus dem starken, Zwiebelhauben gedeckten Turm - er ist wie die ganze Kirche in gelb-weiß gekalkt - läuten vier Bronzeglocken.


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