"/>

Volksmusik und Informationen

Heimatspiegel Volksmusik und Informationen

Spiegelung in einer Qwetschn | Bild: BR / Stefan Frühbeis

Zur Einstimmung auf den Tag: Mit Volksmusik aus der Region und mit Moderatoren, die in Bayern daheim sind. Volkskundliches und Brauchtum finden hier ihren Platz, doch darüber wird auch der Blick auf die Gegenwart nicht verstellt.

Denn Heimat ist das Hier und Heute. Heimat ist der Ort, wo die Menschen in vertrautem Umfeld leben und auch die eine oder andere Überraschung erleben.

Sendezeiten

Der "Heimatspiegel" wird Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag aus dem Funkhaus München gestaltet.

Am Dienstag, Donnerstag und Sonntag übernehmen dies die Kollegen aus dem Studio Franken in Nürnberg. Den Regionen entsprechend ist auch die Musik ausgewählt.

Aktuelle Themen aus Bayern, regionales Brauchtum, Wetter und Veranstaltungshinweise ergänzen das Programm.

Heimatspiegel extra

An Feiertagen senden wir einen "Heimatspiegel extra": zu hören um 8.05 Uhr auf BR Heimat.

Karfreitag, 19. April

„O Jesu mein, welch große Pein …“
Die Leidensgeschichte Christi im Wandel der Zeiten

von Ulrike Zöller

Das Leiden und Sterben des Jesus von Nazareth, seine Passion, ist ein zentrales Thema in christlichen Darstellungen. Die Darstellung der Leidensgeschichte als Drama, als Schauspiel, ist seit dem Mittelalter in ganz Europa bekannt und verbreitet. Karfreitagsspiele, Mysterienspiele oder Passionsspiele konnten sich über mehrere Tage hinziehen. Erst die Aufklärung beendete die Tradition vieler Passionsspiele, die sich zum Teil über Jahrhunderte erhalten hatten. In Bayern verboten Kurfürst Karl Theodor und König Max Joseph I. sämtliche Passionsaufführungen bis auf die Spiele in Waal und Oberammergau.

In Karfreitagsprozessionen werden oft lebensgroße Figuren auf einem Rundweg getragen, die den Leidensweg Christi darstellen. Die älteste in Deutschland noch gepflegte Prozession dieser Art führt jeden Karfreitag durch die Straßen der unterfränkischen Stadt Lohr am Main.

In unserer Volksmusik nehmen Passionslieder eine wichtige Stellung im Jahreskreis ein und sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer kulturellen Identität. Volksmusikalische Passionssingen, von der Vielzahl der im Kalender vorangegangenen Adventsingen lange Zeit in den Hintergrund gedrängt, erfreuen sich inzwischen eines wachsenden Interesses.

Ein "Heimatspiegel extra" von Ulrike Zöller über den Umgang mit der Passion Jesu Christi im Wandel der Zeiten.

Ostersonntag, 21. April

Genug geratscht
Über Oster- und andere Glocken

von Regina Fanderl

Am Gründonnerstag, so heißt es, läuten die Kirchenglocken beim Gloria der Heiligen Messe zum letzten Mal und fliegen dann, nach dem Gloria bei der Abendmahlsfeier am Gründonnerstag, nach Rom. Dort holen sie sich, so der Volksmund, den päpstlichen Segen und die Osterbotschaft ab und fliegen in der Osternacht wieder zurück. Währenddessen tun ersatzweise die hölzernen Ratschen ihren Dienst.

Zwei, drei Tage ohne Glocken sind kein Problem. Im Alltag werden sie manchmal gar nicht mehr wahrgenommen. Doch kämen sie gar nicht mehr zurück - es würde doch etwas fehlen. Daraus erklärt sich auch die weit um sich greifende Empörung, wenn sich Mitmenschen über das Läuten beschweren. Seit der Osternacht läuten die Glocken wieder - in aller Feierlichkeit des Osterfestes. In gewisser Weise durchlebt eine Glocke auch selber "Ostern": Die Glockenform wird zunächst begraben im Erdboden, ehe sie dann, gefüllt mit Erz, "aufersteht" und gen Himmel gezogen hoch oben im Turm zum Leben erweckt wird.

Im "Heimatspiegel extra" unternimmt Regina Fanderl gemeinsam mit dem Glockenexperten Pfarrer Michael Mannhardt einen volksmusikalisch-feierlich umrahmten Osterausflug in die Welt der Glocken.

Ostermontag, 22. April

Tote Steine - ewiges Leben!
Was Grabsteine von der Auferstehung erzählen

von Martin Wieland

Die biblische Geschichte vom Ostermorgen ist geprägt vom Bild, dass der Stein vom Grab Jesu weggewälzt ist. Ein Stein am leeren Grab versinnbildlicht somit die Auferstehung. Das älteste und lebloseste Material der Erde, scheinbar totes Gestein, wird zum wichtigsten Symbol auf unseren Friedhöfen. Warum? Weil Steine als unvergänglich gelten? Wie wird ein Fels zum Grabstein? Warum verkünden gerade sie als stumme Zeugen den Glauben an die Auferstehung und das ewige Leben?

Martin Wieland sucht im "Heimatspiegel extra" bei Bildhauern und Steinmetzen nach Antworten, was Steine vom ewigen Leben und der Auferstehung erzählen können.

Mittwoch, 1. Mai

"I häng an meiner Weanarstadt"
Maly Nagl, die letzte große Wiener Volkssängerin

Von Xaver Frühbeis

Maly und Mizzi Nagl

"Ein Wienerlied", sagte Amalie Wolfsecker, "muss aus dem Herzen kommen". Sie war die letzte große Sängerin des traditionellen Wienerlieds: Amalie Wolfsecker, geborene Nagl, die "Nagl Maly". Als Neunjährige stand sie schon auf der Bühne, zusammen mit ihrer Schwester Mizzi. In den späten 20er-Jahren begann ihre Solokarriere. Komponisten wie Rudolf Kronegger, Karl Föderl und vor allem Fritz Wolferl, ihr Gatte und selbst ein Wiener Original, Sohn des legendären letzten Deutschmeistertambours, haben ihre schönsten Wienerlieder für die Nagl Maly geschrieben. Die Maly hatte etwas, was man damals eine "Naturstimme" nannte. Sie konnte keine Noten lesen und sang dem Wiener aus der Seele. Sie besang Schellacks und Langspielplatten und war der Star aller lokalen Konzertveranstaltungen um das Wienerlied. Nie ist sie in Heurigenlokalen aufgetreten, höchstens als Gast, wenn man sie dazu aufforderte. Am 27. Dezember 1977 starb die Nagl Maly, und während damals die Zeitungen noch voll der Nachrufe waren, wissen heute nur noch die Spezialisten von ihr. Der Wiener Schellacksammler Ernst Weber hat Xaver Frühbeis von der letzten großen Wiener Volkssängerin erzählt.