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Mundartfestival "Edzerdla" Wir schauen den Franken aufs Maul

Edzerdla, jetzt also, war es endlich soweit: In Burgbernheim fand das erste fränkische Mundartfestival statt. Auf drei Bühnen traten rund 40 Künstler auf. Wir haben ihnen aufs Maul geschaut – und uns auch bei den Besuchern umgehört.

Stand: 22.06.2016

Im mittelfränkischen Burgbernheim, zwischen Ansbach, Bad Windsheim und Rothenburg gelegen, gab sich am 18. und 19. Juni das "Who is Who" der fränkischen Mundartszene das Mikrofon in die Hand. Bei "Edzerdla" waren unter anderem Kabarettist Matthias Egersdörfer, Klaus Karl-Kraus, Mäc Härder oder Frankenbarde Wolfgang Buck mit seiner Band dabei. Vor allem auf der Openair-Streuobstbühne gaben aber auch viele Neulinge aus Mittel-, Ober- und Unterfranken zum allerersten Mal ihre Texte zum Besten.

Helmut Haberkamm | Bild: Helmut Haberkamm

"Es war ein Festival, bei dem sehr viele Leute aus nah und fern da waren. Trotzdem war es eine ganz lauschige, entspannte Atmosphäre. Ich habe nur Positives gehört und bin rundum glücklich."

Helmut Haberkamm, Mundart-Schriftsteller und Organisator des 'Edzerdla'

Allein im Vorverkauf hatten sich schon 1.500 Mundartfans ihre Karten gesichert. Neben dem Bühnenprogramm konnten sich die Besucher von Schauspielern durch die Streuobstwiesen führen lassen. Kerwaburschen aus allen fränkischen Bezirken führten zusammen einen Tanz auf.

Idee aus dem Hause Haberkamm

Mundart-Autor Helmut Haberkamm hatte die Sache vor einem Jahr ins Rollen gebracht hat. Bei einem Ausflug mit Freunden war der Mundartdichter auf ein großzügiges Gelände gestoßen, zwischen Streuobstwiesen und Kastanienbäumen. Und mit dem fränkisch drängenden Wort "edzerdla" hat er zum einen dem Festival einen Namen gegeben, zum anderen aber auch so etwas wie eine Botschaft ausgerufen: Mehr Selbstbewusstsein fürs Fränkische – einen Dialekt, der es viele Jahre schwer hatte.

"Es hat auf jeden Fall was mit Kabarett, Kleinkunst, aber auch mit 'Fasnacht in Franken' zu tun. Es hat mit Leuten wie Pelzig zu tun, mit solchen Figuren, die das Fränkische auch als geistreich, und als mehr als bloß lustig darstellen. Der Dialektsprecher ist auch ein kluger Mensch. Und des ist was Neues, des hat's früher ned so gegeben."

Helmut Haberkamm, Mundart-Autor

Die Künstler beim Mundartfestival "Edzerdla"

Zweites Mundartfestival soll kommen

Eröffnet wurde das Programm am Sonntag von einem ökumenischen Gottesdienst, bei dem die liturgischen Texte in fränkisch übersetzt worden waren. Viele Besucher ließen sich bei Sonnenschein auch das Essen und Trinken der vielen Gastro-Stände auf dem Festivalgelände auf Decken oder in der Wiese liegend schmecken. Nach dem Erfolg des ersten fränkischen Mundartfestivals "Edzerdla" ist eine Wiederauflage laut Organisator Haberkamm wahrscheinlich. Genaue Planungen dafür gibt es aber noch nicht.


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