BR Heimat

Bayern - Land und Leute Liesl Frank und Fritzi Massary

Sonntag, 13.08.2017
15:05 bis 16:00 Uhr

BR Heimat

Land und Leute - Sommeredition:
"Zwider bist mer ned!"
Liebesgeschichten
3) "Gott geb's, dass du keine Zahnschmerzen mehr hast"
Fundstücke aus dem Nachlass von Liesl Frank und Fritzi Massary
Von Renate Eichmeier
Wiederholung von 13.05 Uhr, Bayern 2
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Fast dreieinhalb Jahrzehnte lagen sie in einem Keller in Waldtrudering bei München: Tausende Briefe, Manuskripte, Fotos, Pässe, Kalender, Arztberichte, Abrechnungen ... Der reichhaltige Nachlass von Liesl Frank und ihrer Mutter Fritzi Massary dokumentiert das Leben einer jüdischen Künstlerfamilie quer durch die kulturellen Glanzzeiten und politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts.

Fritzi Massary war schon im Kaiserreich ein Star, in den Goldenen Zwanzigern war sie Kult: berühmt, hochbezahlt, vielbeschäftigt. Die Operettendiva mit dem jugendlichen Image war eine schwierige Mutter. Anlässlich eines Besuches bei ihr 1923 klagte die 20jährige Liesl ihrem zukünftigen Mann, dem Schriftsteller Bruno Frank: "Ich darf keinen sehen, keiner darf wissen, dass ich da bin." Damit die Leute nicht sagen: "die heiratsfähige Tochter der Massary ist hier."

In dem Nachlass finden sich unzählige Briefe von prominenten Freunden der Familie Massary/Frank: von Klaus und Erika Mann, Elisabeth Bergner, Elisabeth und Alfred Polgar, Ludwig Marcuse und vielen mehr. Die Korrespondenz zwischen Bruno und Liesl Frank aber ist einer der schönsten Bestände. Er erzählt von einer großen Liebe und einer ebenso großen Lebenspartnerschaft. Liesl erwies sich als kluge Managerin ihres 16 Jahre älteren Mannes. "Ich bin sehr geil nach dir ..." - humorvolle Liebesbeteuerungen finden sich neben Alltäglichem, gesundheitlichen Problemen, geschäftlichen Überlegungen und Verzweiflung über den Aufstieg des Faschismus.

1933 verließen die Franks Deutschland, 1937 Europa, Fritzi Massary folgte zwei Jahre später: Wie viele ihrer Freunde fanden sie Zuflucht in den USA. Bruno Frank war einer der wenigen deutschen Emigranten, die in Hollywood Erfolg hatten. Er starb in Kalifornien. Liesl kehrte nach dem Krieg zurück. Ab Ende der 50er Jahre vermittelte sie von München aus als Literaturagentin zwischen Deutschland und Amerika.

2013 hat die Stadt München den Nachlass erworben.

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