BAYERN 3 - Ratgeber & Tipps

Kinderlebensmittel Wie gesund sind sie wirklich?

Ein lächelndes Wurstgesicht, ein niedliches Bärchen auf der Milchpackung oder ein winkender Elefant auf dem Fruchtriegel: darauf stehen Kinder. Und Eltern wollen ihre Kinder natürlich gesund ernähren. Gerade jetzt, wo die Schule wieder angefangen hat, stellen sich viele morgens bestimmt auch die Frage: "Was gebe ich für die Pause mit?"

Von: Julia Liebing Stand: 17.09.2012
Kinderlebensmittel- Bärchen-Streich Wurst | Bild: picture-alliance/dpa

Milchschnitte und Kindermilch-Dessert ... viel zu viel Zucker, das wissen wir. Aber wie sieht's bei Marken wie Hipp, Milupa oder Bebivita, die auf Kinderlebensmittel spezialisiert sind, aus? Auch nicht viel besser. Das hat die Stiftung Warentest herausgefunden: zu süß, zu fett, zu salzig.

Die Gesichtswurst ist der Klassiker unter den Kinderlebensmitteln. Sie ist bei vielen Eltern besonders beliebt, weil Kinderwurst oft mit zusätzlichen Vitaminen angereichert ist und die Eltern denken, das sei ganz toll für ihr Kind. Dabei sind diese Vitamine völlig überflüssig. Viele Kinderwurstprodukte gibt es als Salami oder auch zum Streichen - und das sind beides fette Sorten. Viel besser wären für Kinder fettarme Sorten wie Putenbrust oder Kochschinken. Und damit's besser ankommt, kann Mama oder Papa mit einer Plätzchenform lustige Figuren ausstechen.

Auch Fruchtzucker ist Zucker!

Bei Kindern im Moment im Trend sind Kindersmoothies und Fruchtmus in Quetschbeuteln - laut Werbung mit 100 Prozent Frucht drin. Beim Fruchtmus von zum Beispiel Hipp oder Fruchtbar stimme das auch, so die Tester. Auf den Zutatenlisten dieser Produkte finden sich auch keine Konzentrate - das ist schön und klingt auch erst mal gut. Aber auch Fruchtzucker ist Zucker! Deshalb ist das Dauernuckeln an der Verpackung nicht das Gesündeste, vor allem für die Zähne. Außerdem kosten die Kinderportionen fast einen Euro, und es entsteht jede Menge Müll. Falls das Kind aber sonst ein absoluter Obstverweigerer ist, sollten Eltern das Fruchtmus besser selbst herstellen.

Früchteriegel als Zwischenmahlzeit?

Früchteriegel für Kinder, die als gesunde Zwischenmahlzeit beworben werden, haben mit frischen Obst leider nicht viel gemeinsam, denn die Fruchtmasse besteht aus Saftkonzentrat und getrocknetem Obst. Deshalb ist in diesen Riegeln deutlich mehr Fruchtzucker als in frischem Obst - circa fünfmal so viel - und damit sind sie eher eine Süßigkeit als eine gesunde Zwischenmahlzeit.

Unser Tipp: Kleine Obstmuffel lassen sich oft auch mit mundgerechten Obstspalten überzeugen. Das ist für die Schule oder den Kindergarten auch viel praktischer. Fertige Kinderlebensmittel wie Gesichtswurst, püriertes Obst, Früchteriegel oder auch Kindermilch sind jedenfalls oft überhaupt nicht kindergerecht und außerdem auch noch teuer.


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