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"Los Rockos Vol. 4" Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Die BAYERN 3-Hörer haben wieder Plattenboss gespielt und ihre Lieblings-Rockballaden auf die neue Los Rockos-CD gewählt. Ihr absoluter Favorit: "Hallelujah" von Jeff Buckley aus dem Jahr 1995. Vielen Dank fürs Abstimmen! Jetzt steht Los Rockos Vol. 4 -Balladen in den Läden.

Stand: 11.11.2011
Los Rockos Vol. 4 - Balladen | Bild: BR

Los Rockos ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte: Die ersten drei Doppel-CDs zählten alle zu den meistverkauften Radio-Samplern in ganz Deutschland. Im Herbst haben Sie hier aus den schönsten Rock-Balladen Ihre 35 Favoriten gewält. Mehr als 50.000 BAYERN 3-Hörer haben begeistert mitgeklickt.

Die 35 Hits (links klicken zum Nachhören) mit den meisten Stimmen liegen jetzt auf Volume 4 vor. Das Spektrum reicht von alten Haudegen wie Uriah Heep oder Santana über Klassiker wie Billy Joel oder Jeff Buckley (Favorit der BAYERN 3-Hörer) bis zu jungen Hüpfern wie Razorlight oder Stanfour. Das 24-seitige farbige Booklet enthält Biografien beziehungsweise Anekdoten zu allen Songs, verfasst von BAYERN 3-Musikfachmann Ulli Wenger.

Auszüge aus dem Booklet

CD 1 - Jeff Buckley: "Hallelujah" (1994)

Jeff Buckley: "Hallelujah | Bild: sony

Der amerikanische Folkmusiker Tim Buckley verlässt seine Familie sechs Monate nach der Geburt seines einzigen Sohnes, so dass Jeffrey Scott Buckley (*17.11.1966 in Anaheim, Kalifornien) allein mit seiner Mutter, einer Pianistin, aufwächst. Als er im Schrank seiner Großmutter eine Gitarre findet, bringt Jeff sich selbst das Spielen bei. Seine musikalischen Idole sind Led Zeppelin und Kiss. Mit 15 Jahren tritt er erstmals in New Yorker Folkclubs auf, mit einer gewagten Mischung aus eigenen Songs und Coverversionen von Bob Dylan, Jimi Hendrix, aber auch Edith Piaf! 1994 nimmt er in Woodstock sein Debütalbum "Grace" auf. Weil das eigene Material nicht ausreicht, greift er unter anderem auf einen Klassiker des Kanadiers Leonard Cohen aus dem Jahr 1984 zurück. In "Hallelujah" verarbeitet Cohen verschiedene Bibelstellen wie den Harfe spielenden König David oder die verräterische Liebesgeschichte zwischen Samson und Delilah. Jeff Buckleys Version wird 2007 vom britischen Musikmagazin Q zum besten Song aller Zeiten erklärt. Diesen Triumph erlebt der Musiker leider nicht mehr, weil er während der Aufnahmen zu seinem zweiten Album tragisch verunglückt: Am 29. Mai 1997 verlässt er nachmittags das Plattenstudio in Memphis, während im Radio gerade sein Lieblingssong von Led Zeppelin läuft: "Whole Lotta Love". Spontan steigt er in voller Montur in den Wolf River und wird dabei von der Bugwelle eines vorbeirasenden Schnellbootes erfasst und unters Wasser gezogen. Sein Leichnam wird erst eine Woche später angeschwemmt, in seinem Körper fanden sich weder Spuren von Alkohol noch von Drogen. Jeff Buckley wurde nur 30 Jahre alt, seine Gänsehaut-Version von "Hallelujah" aber macht ihn unsterblich.

CD 1 - REO Speedwagon: "Can't Fight This Feeling" (1985)

REO Speedwagon: "Can't Fight This Feeling" (1985) | Bild: cbs

Vier Collegefreunde aus Champaign im US-Bundesstaat Illinois gründen 1967 ihre Rockband und verpassen ihr den Namen eines Feuerwehrwagens aus dem Jahr 1911. Das Auto war ein Speed Wagon, konstruiert von Ransom Eli Olds aus Michigan. Die Musiker machen daraus REO Speedwagon, ahnen aber nicht, dass es geschlagene 14 Jahre dauern würde, bis sie endlich den großen Durchbruch schaffen. Den verdanken sie ihrem elften Album "Hi Infidelity" und der traumhaften Ballade "Keep On Loving You", im März 1981 ihr erster Nummer-eins-Hit. Das Album verkauft sich mehr als 10 Millionen Mal und enthält weitere Hitsingles wie "Take It On The Run" oder "In Your Letter". Plötzlich ist ihr geradliniger Gitarrenrock gefragt, sie legen nach mit "Keep The Fire Burnin'" und 1985 mit ihrem zweiten Spitzenreiter, dem Kuschelrock-Klassiker "Can't Fight This Feeling". Das Lied handelt von einem Mann, der schon lange mit einer Frau platonisch befreundet ist und sich dann doch noch in sie verliebt. Ende der 80er hat sich der Sound von REO Speedwagon jedoch überlebt, ihre Platten dümpeln nur noch vor sich hin. Insgesamt haben sie ca. 40 Millionen Alben verkauft, die Musiker gehen auch noch regelmäßig auf Tournee (z. B. mit Styx oder Journey), spielen ihre Hits aber auch in Casinos und auf Kreuzfahrtschiffen. Allerdings ohne ihren langjährigen Drummer Alan Gratzer. Er betreibt heute lieber ein Restaurant im kalifornischen Santa Monica.

CD 1 - Razorlight: "Wire To Wire" (2009)

Razorlight: "Wire To Wire" (2009) | Bild: vertigo

Johnny Borrell (*4.4.1980 in London) war ab 1997 Bassist bei den Libertines, der Band um den britischen Skandalmusiker Pete Doherty. Anfang 2002 steigt er dort aus und sucht per Anzeige Musiker für eine neue Band. Es meldet sich zunächst der schwedische Gitarrist Björn Agren, kurz darauf noch sein Landsmann Carl Dalemo (Bass). Schließlich komplettiert Christian Smith-Pancorvo, ein Engländer mit peruanischen Wurzeln, das Rock-Quartett. Gemeinsam nennen sie sich Razorlight (Rasiermesserlicht) und nehmen ihr Debütalbum "Up All Night" auf. Die ersten Erfolge in den britischen Singlecharts gelingen ihnen 2004 mit "Golden Touch" und im Jahr darauf mit "Somewhere Else". Gleichzeitig gehen sie auf große Amerika-Tournee, wo Sänger Johnny Borrell während eines Auftritts in Denver für Furore sorgt: "Ich werde mich jetzt umbringen", schreit er ins Mikrofon und stürzt von der Bühne. Die Band beruhigt das Publikum mit dem Hinweis, dass er unter großem Lampenfieber leide, die Fans aber vermuten Kokain als Ursache für diesen Ausraster, die restliche Tour wird abgesagt. Mit "America" gelingt Razorlight im Herbst 2006 ihr bis heute einziger Nummer-eins-Hit. In der Folge treten sie im Vorprogramm von Queen, Oasis, der Who und der Rolling Stones auf und am 7.7.2007 beim weltweiten Live Earth-Konzert im Londoner Wembley-Stadion. "Wire To Wire" heißt der europaweite Hit aus ihrem dritten Album "Slipway Fires", der es im Frühjahr 2009 auf Platz drei der deutschen Singlecharts schafft und sich dort beachtliche 41 Wochen lang halten kann. Aus der ursprünglichen Formation ist heute nur noch Johnny Borrell übrig, die anderen sind bei Razorlight längst "über die Klinge" gesprungen.

CD 2 - Barclay James Harvest: "Hymn" (1977)

Barclay James Harvest: "Hymn" (1977) | Bild: polydor

Im Summer of Love (1967) treffen sich auf einem alten Bauernhof in der englischen Grafschaft Lancashire vier Musiker, angeführt von den beiden Gitarristen John Lees und Les Holroyd. Auf den Bandnamen kommen sie durch ein kreatives Spiel: Jeder Musiker schreibt für ihn wohlklingende Namen auf Karteikarten, gemeinsam werden alle diskutiert und übrig bleiben Barclay, James und Harvest. Doch erst 1977 gelingt ihnen der erhoffte Durchbruch. Viele Kritiker hatten sie zuvor als "Moody Blues für Arme" verspottet. Ihre Antwort darauf: Das achte Studioalbum "Gone To Earth" mit dem an "Nights in White Satin" (Moody Blues, 1968) angelehnten "Poor Man's Moody Blues". Dieses Album verkauft sich in Deutschland so gut, dass es sich 181 Wochen in den Albumcharts hält und bis heute in der "ewigen Bestenliste" (seit 1956) auf Platz drei behauptet, und damit noch vor Michael Jacksons "Thriller"! Es enthält auch ihren bekanntesten Song "Hymn". Der Text wird bis heute unterschiedlich interpretiert: Zunächst warnt der Song vor Drogenmissbrauch, die Band widmet ihn bei ihren Gigs toten Idolen wie Janis Joplin oder Jimi Hendrix. Viele halten es für ein Weihnachtslied oder entdecken zumindest eine christliche Botschaft, die sogar dem erzkonservativen Fuldaer Bischof Johannes Dyba gefällt: Im Rahmen einer von ihm gehaltenen Jugendmesse ertönt diese "Hymne" sogar während der Kommunion! Während sich BJH in ihrer Heimat nie richtig durchsetzen können, erobern sie sich in Deutschland eine sehr treue Fangemeinde. Im August 1980 spielen sie gratis für 175.000 Menschen vor dem (West-)Berliner Reichstagsgebäude. Barclay James Harvest zerfallen 1998 in zwei Hälften, seitdem treten John Lees und Les Holroyd mit jeweils anderen Musikern unter der Marke BJH auf.

CD 2 - R.E.M.: "Leaving New York" (2004)

R.E.M.: "Leaving New York" (2004) | Bild: warner

Der kreative Kern dieser amerikanischen Superband kommt 1979 in Athens, Georgia, zusammen: Gitarrist Peter Buck arbeitet in einem Plattenladen, Sänger Michael Stipe besucht die Kunstschule. Auf einer Party treffen sie den Bassisten Mike Mills und Drummer Bill Merry, beide spielten bereits gemeinsam in einer Studentenband. Den ersten gemeinsamen Gig als Twisted Kites absolvieren sie in einer baufälligen Kirche. Ihre Debütsingle "Radio Free Europe" erscheint 1981 unter dem endgültigen Namen R.E.M. - dem Medizinerkürzel für Rapid Eye Movement, der schnellen Augenbewegung von Träumenden. "Stipes kryptische Liedtexte machten R.E.M. in den spätern 80ern zur Lieblingsband von politisch und emotional orientierungslosen Geisteswissenschaftlern vor der Zwischenprüfung", analysiert später die FAZ. In Europa wird man erst 1991 durch den Grammy-prämierten Radioklassiker "Losing My Religion" auf dieses Quartett aufmerksam. Bill Merry steigt Ende 1997 aus, nachdem bei ihm ein Blutgerinnsel im Gehirn diagnostiziert wurde. Doch auch als Trio lässt der Erfolg nicht nach, ein Vertrag über fünf Alben garantiert den Musikern die Summe von 80 Mio. Dollar. 2004 blickt Michael Stipe kurz nach dem Start in New York aus dem Flugzeugfenster auf die berühmte Skyline der Stadt. Dieser Anblick überwältigt ihn so sehr, dass er noch an Bord die Liebeserklärung "Leaving New York" schreibt. 30 Jahre nach dem ersten Augenschlag geben Stipe, Mills und Buck am 21.9.2011 das Ende von R.E.M. bekannt.

CD 2 - Chicago: "Hard To Say I'm Sorry" (1982)

Chicago: "Hard To Say I'm Sorry" (1982) | Bild: warner

Die Band Chicago gründet sich 1967 in der Stadt, deren Namen sie auch annimmt. Zunächst machen die sieben Musiker einen eigenwilligen Mix aus Rock'n'Roll und Bigband-Jazz: Heavy-Metal-Gitarren kreuzen sich mit stampfenden Bläsersätzen. Mitte der 70er-Jahre werden sie poppiger und haben mit der von Leadsänger Peter Cetera komponierten Edelschnulze "If You Leave Me Now" einen Welthit. Weil dieser Song so gut ankommt, konzentrieren sich Chicago fast nur noch auf Balladen. Bestes Beispiel: "Hard To Say I'm Sorry" für den Kinofilm Summer Lovers mit Daryl Hannah. Gemeinsam mit Peter Gallagher spielt sie ein amerikanisches Pärchen, das seine Flitterwochen auf der griechischen Insel Santorin verbringt. Dort lernen sie eine französische Archäologin kennen und beginnen mit ihr eine heftige Affäre. Regisseur Randal Kleiser inszeniert diese Liebe zu dritt. Kurz zuvor hatte er Die blaue Lagune mit Brooke Shields zum Erfolg geführt. Summer Lovers hingegen wird ein totaler Flop: Das Einspielergebnis in den USA ist so schlecht, dass der Film in Deutschland erst gar nicht in die Kinos kommt und nicht einmal auf Video erscheint. Der Soundtrack aber bleibt in guter Erinnerung. Neben Chicago finden sich dort auch Tina Turner, Elton John und Depeche Mode. Die Single "Hard To Say I'm Sorry" wird in den USA Spitzenreiter und ein Top-10-Hit in Europa. 1997 gelingt dem R&B-Quintett Az Yet aus Philadelphia (gemeinsam mit Gastsänger Peter Cetera) mit seiner Coverversion erneut ein Top-10-Hit in Amerika.