Eurovision Song Contest Roman Lob ist unser Star für Baku
Es ist geschafft: Unser Star für Baku ist gefunden! Nach acht aufregenden Entscheidungsshows preschte Roman Lob immer wieder an die Spitze der Blitztabelle. Auch Ornella de Santis konnte ihn in Finale nicht aufhalten. Mit 49,3 zu 50,7 Prozent gewann der 21-Jährige in der letzten Show und reist am 26. Mai nun nach Baku. Im Gepäck: den Song "Standing Still" - ein super Titel, an dem übrigens Pop-Pianist Jamie Cullum mitgeschrieben hat!
And the winner is ...
Roman
Roman Lob
Offenbar ist die Kombination von Klavier und Schlagzeug unter jungen Talenten beliebt. Genau wie Shelly Phillips beherrscht auch Roman Lob beides. Mit seiner samtweichen Stimme sang sich der 21-Jährige 2006 schon mal in die Top 20 von "Deutschland sucht den Superstar". Eine Entzündung des Kehlkopfs machte ihm damals einen Strich durch die Rechnung. Beim Vorentscheid zu "Unser Star für Baku" hat der junge Mann seine Stimme fest im Griff. Erst singt er sich mit "After Tonight" von Justin Nozuka in die Herzen der Zuschauer. In der 3. Show macht er sich dann ganz "Easy" (im Original von The Commodores, gecovert von Faith No More) auf Platz 1 breit. Und der Erfolg ebbt nicht ab. In jeder Entscheidungsshow führt Roman die Spitze der Blitztabelle an. Selbst Ornella kann ihn nicht aufhalten: Im Finale setzt sich Roman erneut durch. Nach acht spannenden Show ist klar: Unser Star für Baku heißt Roman Lob!
Diese Kandidaten sind ausgeschieden
Ornella
Ornella de Santis
Die Tochter eines Italieners und einer Serbin spricht fünf Sprachen fließend. Sie hat als Studio-Sängerin gearbeitet, Jingles für Radiosender produziert, ist in Shows und Musicals aufgetreten und hat in Brasilien schon ihr Debütalbum "Ornella de Santis, Made in Brasil" veröffentlicht. Kein Wunder, dass sie ihre Auftritte bei "USfB" äußerst selbstsicher über die Bühne bringt. Mit der stimmgewaltigen Pianoballade "Slow Motion" von Karina Pasian und "I Want You Back" von den Jackson Five sorgte sie in den ersten Shows bereits für atemlose Stille im Studio. Aber die Offenburgerin kann nicht nur Songs covern, sie hat auch ein eigenes Repertoire. Mit der Eigenkomposition "Eu Vou Ser Mais Eu" trifft sie im Halbfinale von "Unser Star für Baku" den Nerv des Publikums und zieht souverän ins Finale ein. Am Ende reicht es leider nicht. Roman setzt sich durch, dennoch kann Ornella richtig stolz auf ihre Leistung sein. Das Ergebnis war nämlich unglaublich knapp: 49,3 zu 50,7 Prozent.
Yana
Yana Gercke
Gercke? Den Namen kennt man doch schon aus einer anderen Castingshow. Richtig: Yanas Schwester Lena gewann die erste Staffel von "Germany’s Next Topmodel". Doch Yana möchte sich nicht allein auf ihr gutes Aussehen verlassen. Die 19-Jährige will durch Können überzeugen und das tat sie bei "Unser Star für Baku" auch. Die ausgebildete Rettungssanitäterin und Frontfrau der Band Silent Seven interpretierte Songs wie "Price Tag" von Jessie J, den Police-Klassiker "Roxanne" oder "Rolling In The Deep" (Adele) und sang sich damit bis ins Halbfinale.
Shelly
Shelly Phillips
Shelly Phillips ist Halbamerikanerin und ganz verrückt nach Musik. Sie spielt Schlagzeug und Klavier. Müsste sie nicht so viel für ihr Fachabitur büffeln, die Coburgerin würde glatt noch Saxophon- und Bassunterricht nehmen. Ihre musikalischen Einflüsse reichen von Deichkind über A Tribe Called Quest bis zu Erykah Badu. Mit ihrer Version von "Valerie" (im Original von The Zutons, bekannt wurde der Song allerdings durch Amy Winehouse) und frechen Nummern wie "Fuck You" von Cee-Lo Green überzeugte die das Publikum immer wieder aufs Neue. Im Halbfinale musste sich die coole Oberfränkin dann allerdings gegen Ornella und Roman geschlagen geben.
Celine
Céline Huber
Uhhh – wenn die Wahlschweizerin neben dem Flügel steht und Kelly Clarksons "Beautiful Disaster" und Alicia Keys "How Come You Don't Call Me" anstimmt, bekommt jeder eine Gänsehaut. Beim Blitztabellen-Voting in der dritten Show sichert sie sich den wohlverdienten 2. Platz. Derzeit arbeitet die 22-Jährige aus Lörrach in der Schweiz in einem Café. Allerdings würde sie am liebsten von ihrer Musik leben. Wer weiß, vielleicht erreicht sie dieses Ziel trotz ihres Ausscheidens bei "Unser Star für Baku" ja?!
Rachel
Rachel Scharnberg
Bislang hielt Rachel nicht viel von Castingshows. "Unser Star für Baku" änderte die Einstellung der Kölnerin allerdings. Die 22-Jährige mit philipinischen Wurzeln hat ihr Hobby bereits zum Beruf gemacht: Sie ist Profimusikerin und macht mit ihrer Band "Rachel & The Soul Criminals" Sixties-Soul und Funk. Bei der zweiten Entscheidungsshow stellte sie dem Publikum eine Coverversion von Rox "My Baby Left Me" vor. 13,3 Prozent der "USfB"-Gucker fanden ihre Performance super und wählten sie auf Platz 1. Leider reichte es in Show 3 nicht mehr. Aber auch ohne "USfB" wird Rachel ganz gewiss ihren Weg als Profimusikerin erfolgreich fortsetzen.
Leonie
Leonie Burgmer
Die 22-jährige Essenerin ist eine echte Rampensau. Ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte Leonie im Essener "Grillo"-Theater, wo sie auch auf der Bühne stand. Tanzen gehört ebenfalls zu ihren Hobbys. In der ersten Entscheidungsshow von "Unser Star für Baku" knöpfte sie sich "Stronger Than Me" von Amy Winehouse vor. Eine gute Wahl, die ihr in der Blitztabelle Rang 4 einbrachte. In der Show, in der sie auf die Gewinner der ersten Vorentscheidungsrunde traf, war der Traum vom "Star für Baku" allerdings ausgeträumt. Obwohl das Ergebnis ziemlich knapp war.
Umut
Umut Anil
Pädagogikstudent Umut wird später mal Lehrer für Englisch und Sport – es sei denn ihm steht eine große Karriere als Popstar bevor. Den Grundstein dafür hat er schon gelegt. Bei "Unser Star für Baku" lief es für den 21-Jährigen aus Bielefeld ziemlich gut. Er qualifizierte sich zunächst mit einer R&B-Version von Paula Abduls "Straight Up" für die nächste Runde. In Show 3 ging's mit "Weitergehen" von Tim Benzko dann auch tatsächlich weiter. In der vierten Show platzte sein Traum von der Reise nach Baku.
Sebastian
Sebastian Dey
Der 32-jährige Oberhausener ist fast schon ein alter Hase. Schließlich stand er mit seiner siebenköpfigen Band namens Das Expeditionsteam schon rund hundert Mal auf einer Bühne. Seine neueste Expedition führt ihn in den Casting-Dschungel. Dort bahnte er sich erstmal mit seiner Interpretation von "This Love" (Maroon 5) einen Weg durchs Dickicht. In Show Nummer 3 präsentierte er gleich mal einen selbstgeschriebenen Song und kam damit natürlich weiter! Doch in der vierten Show war erst mal Schluss.
Katja
Katja Petri
24 Jahre jung und in Berlin zu Hause - das ist Katja Petri. Ein Songwriter-Diplom von der Deutschen Pop Akademie in München hat sie schon in der Tasche und mit Coverversionen, die sie ins Internet stellt, verdient die Berlinerin sogar schon den ein oder anderen Euro. Beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest verlieh sie Bruno Mars Hit "Marry Me" und "Lego House" von Ed Sheeran eine vollkommen neue Note und kämpfte sich bis ins Viertelfinale.
Bis Mitte Februar mussten die Länder ihre Teilnehmer für das Finale des Eurovision Song Contest am 26. Mai in Baku nennen. In Deutschland wurde der nach bewährtem Muster von den Fernsehzuschauern gewählt. Neu und spannend war Verfahren.
Bei acht Entscheidungshows hatten die Fernsehzuschauer die Gelegenheit, von Beginn an für den jeweiligen Favoriten anzurufen. Während der gesamten Show war der aktuelle Stand in einer "Blitztabelle" eingeblendet. Gerade noch auf Rang eins wurde der Lieblingskandidat innerhalb weniger Minuten nach unten durchgereicht. Es blieb spannend bis zum Schluss.
Das Erste und Pro Sieben gemeinsam auf Kandidatensuche
Wie schon 2010, als Lena gekürt wurde, arbeiteten Pro Sieben und Das Erste zusammen; ein Teil der Shows lief im privaten Fernsehen, die anderen im Ersten. Stefan Raab hatte ja seine Arbeit für den ESC ein bisschen eingedampft und den Juryvorsitz an Thomas D von den Fantastischen Vier abgegeben.
Thomas D ist sowohl als Solokünstler wie auch mit Fanta Vier seit vielen Jahren im Musikgeschäft erfolgreich, was ihm unter anderem zahlreiche Preise beschert hat. Allein den Echo hat er fünf Mal im Regal stehen. Als Jurypräsident leitete er das Jury-Team der einzelnen Show; in der Jury saßen außer ihm noch Stefan Raab und Frida-Gold-Sängerin Alina Süggeler.
Die Moderation der einzelnen Shows übernahmen Jahr Steven Gätjen und on3-Südwild-Moderatorin Sandra Rieß. Die BR-Moderatorin hatte das Angebot auf der Fahrt von München nach Nürnberg im Auto bekommen – und dachte zuerst an die versteckte Kamera ...
Das war der Weg zum Finale
1. Show
12. Januar 2012, 20.15 Uhr, Pro Sieben
Zehn Kandidaten, fünf kommen weiter
2. Show
19. Januar 2012, 20.15 Uhr, Pro Sieben
Zehn Kandidaten, fünf kommen weiter
3. Show
26. Januar 2012, 20.15 Uhr, Pro Sieben
Zehn Kandidaten, acht kommen weiter
4. Show
2. Februar 2012, 20.15 Uhr, Pro Sieben
Acht Kandidaten, sechs kommen weiter
5. Show
6. Februar 2012, 20.15 Uhr, Pro Sieben
Sechs Kandidaten, fünf kommen weiter
Viertelfinale
9. Februar 2012, 20.15 Uhr, Das Erste
Fünf Kandidaten, vier kommen weiter
Halbfinale
13. Februar 2012, 20.15 Uhr, Pro Sieben
Vier Kandidaten, zwei kommen weiter
Finale
16. Februar 2012, 20.15 Uhr, Das Erste
Zwei Kandidaten. Zuerst wird der Song für Baku gewählt, dann der Star für Baku.
Fakten zum Protzen
Geben Sie sich keine Blöße, wenn's um den Eurovision Song Contest geht. In Gesprächen kommt es außerordentlich locker, wenn Sie statt der langen Bezeichnung ganz selbstverständlich das Kürzel "ESC" (sprich "Eh - Es - Ce") einfließen lassen. Und ganz besonders sachverständig kommen Sie rüber, wenn Sie die wichtigsten Fakten zum ESC auswendig lernen und beiläufig in Gespräche einbauen ...
Fakten, Fakten, Fakten
1956
Als der erste Eurovision Song Contest in Lugano stattfindet, ist der große Erfolg noch nicht abzusehen. Länder wie Großbritannien, Dänemark oder Österreich verpassen sogar die Anmeldefrist.
1957
Den ersten großen Skandal gibt es gleich im zweiten Jahr beim Eurovision Song Contest in Deutschland. Damals küssen sich die Dänen Birthe Wilke und Gustav Winkler auf der Bühne.
1960
So farbig, vielfältig und sexy wie heute sind die Auftritte 1960 noch lange nicht. In London herrscht Krawattenzwang, Frauen sollen in Abendkleidern auftreten. Und bis 1969 ist es verboten, auf der Bühne zu tanzen.
1965
Erst seit 1965 wird der Grand Prix wie er damals noch heißt auch in der damaligen Sowjetunion und in den Ostblockstaaten übertragen.
1967
Die Wiener Sängerknaben singen "An der schönen blauen Donau". Allerdings nur in der Pause. Auch der Aufführungsort ist etwas Besonderes: Der Grand Prix de la Chanson findet in der Wiener Hofburg statt, die Bühne wird mit Spiegeln umstellt.
1969
Nach der Abstimmung gibt es ein Problem: Gleich vier Lieder landen mit jeweils 18 Punkten auf Platz eins: "De troubadour" der Niederländerin Lenny Kuhr, "Boom Bang-A-Bang" der Britin Lulu, "Un jour, un enfant" der Französin Frida Boccara und "Vivo cantando" von Salomé aus dem Gastgeberland Spanien. Anschließend werden die Regeln geändert, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Der folgende Grand Prix findet in den Niederlanden statt.
1973
Als 1973 zum ersten Mal Israel am Grand Prix teilnimmt, werden starke Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Die israelische Sängerin Ilanit muss bei ihrem Auftritt eine kugelsichere Weste tragen.
1976
Seit Beginn des Grand Prix wurde die Musik live gespielt. Seit 1976 gibt es eine neue technische Regelung. Musik, die nicht von einem Orchester gespielt werden kann, darf mit Playbacks vom Band abgespielt werden.
1988
Es ist der Startschuss für ihre Karriere. Erst die letzte Punktevergabe macht Céline Dion zur Siegerin. Sie hat eigentlich schon aufgegeben, doch dann gibt Jugoslawien dem Favorit Scott Fitzgerald keinen Punkt und Dion sechs Punkte. Sie gewinnt mit einem Punkt Vorsprung und ihrem Titel "Ne partez pas sans moi".
1993
In diesem Jahr haben die Iren das beste Pferd im Stall: Die Irin Niamh Kavanagh gewinnt mit "In Your Eyes". Passend dazu der Veranstaltungsort - eine Pferdeauktionshalle in Millstreet.
1995
Der Siegertitel muss nicht kompliziert sein. Der Text von "Nocturne" der norwegischen Gruppe Secret Garden aus dem Jahr 1995 besteht aus nur 24 Wörtern. Urban Trad aus Belgien singen 2003 in ihrem Song "Sanomi" nur einen Fantasietext und landen damit immerhin auf Platz zwei.
2009
Den Georgiern wird vorgeworfen, ihr Titel "We Don't Wanna Put In" würde eine Anspielung auf den russischen Ministerpräsidenten Putin beinhalten. Grund: 2008 herrschte Krieg zwischen Georgien und Russland. Georgien wird daraufhin disqualifiziert.

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