BAYERN 3 - Kino & DVD

Düsteres Kriegsdrama In the Land of Blood and Honey

Danijel (Goran Kostic) ist Serbe und Christ, Ajla (Zana Marjanovic) ist eine bosnische Muslima. Als sich die beiden Anfang der 90er Jahre in einer Bar in Sarajevo treffen, könnte aus ihnen ein schönes Paar werden. Doch ihr erstes Date wird von einem Bombenanschlag beendet - es ist der Auftakt für den blutigsten Krieg in Europa seit 1945.

Autor: Marius Zekri Stand: 20.02.2012
In the Land of Blood and Honey | Bild: Wild Bunch Germany

Ein paar Monate später kreuzen sich die Wege der beiden erneut. Inzwischen ist der Bosnien-Krieg ausgebrochen und Danijel kämpft als Offizier für die serbische Armee, die mit großer Brutalität und Grausamkeit gegen die Muslime im Land vorgeht. Als er Ajla in einem Gefangenenlager entdeckt, versucht er sie vor Misshandlungen und Vergewaltigungen zu schützen. Zwischen beiden entwickelt sich eine komplizierte Beziehung, die von Angst, Abhängigkeit aber auch Zuneigung geprägt ist.  

Kritik:

Bewertung

Filmbewertung: drei von fünf Filmklappen | Bild: BR

"Sehr düster!"

Die Grausamkeiten des Bosnien-Krieges waren schon Thema in einigen Filmen, aber so düster und brutal wurde dieser Krieg noch nie gezeigt. Menschen, die als lebendige Schutzschilder gegen Gewehrkugeln benutzt werden oder einfach so erschossen, Kleinkinder, die von Soldaten aus dem Fenster geworfen werden, dazu Misshandlungen und Vergewaltigungen. Angelina Jolie erspart dem Zuschauer nichts. Im Gegenteil. Was zwischen 1992 und 1995 im ehemaligen Jugoslawien passierte, bringt sie mit aller Deutlichkeit auf die Leinwand.

Herzensprojekt für Angelina Jolie

Und dass es ihr ein echtes Anliegen ist, die Gräuel des Krieges zu zeigen, merkt man dem Film an. Denn es gäbe sicherlich gefälligere und kommerziell vielversprechendere Wege diesen Stoff auf die Leinwand zu bringen. Doch Angelina Jolie hat sich bewusst dafür entschieden, den Film mit bosnischen Darstellern in Originalsprache zu drehen - ohne Hollywoodstars, ohne Glamour. Jolie hat den Film nicht nur inszeniert, sondern auch das Drehbuch geschrieben und als Produzentin eigenes Geld in dieses Projekt gesteckt. Und auch bei ihrem Auftritt auf der diesjährigen Berlinale, wo der Film gezeigt wurde, merkte man, dass ihr weniger die Buffets und mehr die Botschaft am Herzen lagen.

Durchwachsener Start als Regisseurin

Mit diesem Film zeigt Jolie nicht nur, dass sie auch hinter der Kamera eine gute Figur machen kann, sie zeigt auch ihre dunkle Seite. Und das tut sie hier teilweise etwas zu heftig. Streckenweise ist die Geschichte recht holzschnittartig - was nicht weiter wundert, denn es ist schwer bis unmöglich die komplizierten Zusammenhänge des Bosnien-Krieges in zwei Kinostunden zu packen. Das versucht Angelina Jolie streckenweise und es gelingt ihr nicht. Auch die Beziehung zwischen ihren beiden Hauptfiguren behandelt sie ein kleines bisschen zu ausführlich - etwas weniger wäre hier vielleicht doch etwas mehr gewesen. Auch ein wenig mehr Distanz zum Thema und ein bisschen weniger Düsternis hätten dem Film gut getan.

Fazit: "In The Land Of Blood And Honey" ist ein sehr düsterer Film mit drastischen Bildern und einer noch drastischeren Geschichte. Der Name der Regisseurin bringt ihm die Aufmerksamkeit, die er sonst nicht bekommen würde. Der Film zeigt nicht nur die Gräuel des Krieges, sondern auch das Angelina Jolie nicht nur eine dunkle Seite, sondern auch ein Talent als Regisseurin hat.

Infos:

  • Originaltitel: In The Land Of Blood And Honey
  • Genre: Drama 
  • Regie: Angelina Jolie
  • Drehbuch: Angelina Jolie
  • Darsteller: Goran Kostic, Zana Marjanovic, Vanessa Glodjo, Rade Serbedzija
  • Kamera: Dean Semler
  • Musik: Gabriel Yared
  • Kinostart: 23.02.2012
  • FSK-Freigabe: Ab 12 Jahren