BAYERN 3 - Kino & DVD

Fluch der Tektonik Ice Age 4 - Voll verschoben

Kleine Ursache, große Wirkung: Auf seiner unermüdlichen Jagd nach der Eichel löst das Urhörnchen Scrat diesmal ein schlimmes Erdbeben aus. Das führt dazu, dass Erdplatten sich verschieben und Kontinente auseinander brechen - was die heutige Verteilung der Landmasse in den Weltozeanen erklärt.

Von: Walli Müller Stand: 02.07.2012
Filmszene aus "Ice Age 4 - Voll verschoben" | Bild: 20th Century Fox

Ein Leidtragender ist Mammut Manni, der plötzlich durch eine unüberwindliche Schlucht von Ehefrau Elli und Tochter Peaches getrennt wird. Zusammen mit seiner Wahlfamilie, bestehend aus Säbelzahntiger Diego und Faultier Sid, treibt er auf einer Eisscholle in den Ozean hinaus. Auch Sids zahnlose und schwer senile Oma ist mit an Bord. Als endlich Land in Sicht ist, atmen die Freunde auf. Sie ahnen nicht, dass auf der anvisierten Felseninsel blutrünstige Piraten lauern, angeführt vom skrupellosen Affen-Kapitän Utan ... 

Kritik:

Bewertung

Filmbewertung: drei von fünf Sternen | Bild: BR

"Nicht mehr zum Dahinschmelzen!"

So ganz verwunderlich ist es ja nicht: Bei diesem vierten Abenteuer der drolligen Eiszeit-Viecher wiederholen sich die Macher nun arg. Wieder werden die Helden durch Naturgewalten von der Herde getrennt und müssen auf abenteuerlichen Wegen nach Hause zurück finden. Wieder steht dabei die Familie als Ideal im Mittelpunkt. Ging es beim letzten Mal um die Mühen, lebhafte Kleinkinder groß zu ziehen, muss Mammut Manni nun Pubertätskonflikte mit seiner heranwachsenden Tochter austragen. Wie Manni in Teil 2 verliebt sich nun Säbelzahntiger Diego Hals über Kopf - in ein toughes Tiger-Weibchen. Und Faultier Sid wird vom Dinosaurier-Baby- zum Oma-Sitter. 

Gefälliger Genre-Mix

Um die Story noch etwas "hipper" zu machen, bediente man sich beim für Kinder attraktiven Piraten-Genre. So bekommen es Manni, Sid und Diego hier mit einem animalischen Zwillingsbruder von Piratenkapitän Barbossa aus "Fluch der Karibik" zu tun: ein zottelbärtiger Orang Utan, der hämisch seine abscheulichen Zähne fletscht und als Bösewicht kleineren Kindern durchaus Angst einflößt. In die Piraten-Action auf hoher See wird dann noch – sinnfrei und für Kinder unmöglich verständlich – der Mythos von den Sirenen eingewoben. Richtig originell ist an diesem bunten Potpourri aus Altbekanntem und Altbewährtem nicht mehr viel.

Sids Oma ist der Star

Immerhin gibt es doch ein paar sehr nette Einfälle dazwischen: Etwa die niedliche Hamster-Truppe, die so tapfer wie clever in die Schlacht gegen die Piraten zieht. Und auch Sids Oma ist eine herrlich schräge Figur, die mit Abstand die meisten Lacher für sich verbuchen kann. Sid selbst dagegen – in der deutschen Synchro wieder schön genuschelt von Otto Waalkes – bleibt diesmal eher blass. Sein Part in Teil 3 war wesentlich spritziger und witziger.

Fazit: "Ice Age 4" kann seine Vorgänger nicht toppen. Das Wiedersehen mit den lieb gewonnenen Eiszeitviechern macht zwar noch Freude, die recycelte Story aber reißt nicht mehr wirklich mit und ist auch nicht mehr ganz so lustig.

Infos:

  • Originaltitel: Ice Age 4: Continental Drift
  • Genre: Steve Martino, Michael Thurmeier
  • Regie: Michael Berg, Jason Fuchs
  • Drehbuch: Kurt Johnstad
  • Darsteller: Otto Walkes, Annina Braunmillr, Johannes Raspe, Max Felder, Wolfram Kons
  • Kamera: Renato Falcao
  • Musik: John Powell
  • Kinostart: 02.07.2012
  • FSK-Freigabe: o. A.

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