BAYERN 3 - Kino & DVD

Pinguin-Musical Happy Feet 2

In "Happy Feet" hat Kaiserpinguin Mumble seine Artgenossen davon überzeugt, dass Stepptanzen das Allergrößte ist. Nun hat er schon wieder ein Problem: Ausgerechnet sein Sohn, Mini-Pinguin Erik, kann nicht tanzen und will es auch nicht versuchen!

Autor: Walli Müller Stand: 28.11.2011
Happy Feet 2 | Bild: Warner

Um nicht länger der belächelte Außenseiter zu sein, läuft Erik auf und davon. Er ahnt nicht, dass eine Rückkehr zur Familie bald nicht mehr möglich sein wird. Durch die Pol-Schmelze ist das Kaisertal, der Lebensraum der Pinguine, in eine Gletscherspalte abgerutscht. Der ganze Stamm sitzt tief unten fest, abgeschnitten von jeder Nahrungszufuhr und ohne Aussicht auf Rettung …

Kritik:

Bewertung

Filmbewertung: zwei von fünf Filmklappen | Bild: BR

"Teil 1 machte happier!"

Nach dem großen Erfolg von "Happy Feet" (2006) überrascht es nicht, dass die tanzenden Pinguine einen zweiten Kino-Auftritt bekommen sollten. Erstaunlich allerdings ist, wie wenig den Machern dazu einfiel! Von der ersten Szene an wird ungeniert das Erfolgsrezept von Teil 1 kopiert: Wackelnder Pinguin-Popo, steppende Flossen-Füße und beeindruckende Massen-Tanzszenen zum bunten Hit-Medley. Was vielleicht immer noch nett wäre, gäbe es drum herum wenigstens eine schöne neue Geschichte. Aber leider: Fehlanzeige! Unmotiviert rutscht der tanzfaule Mini-Pinguin hier von einer Musical-Nummer zur nächsten, während Schneeberge einbrechen und den Lebensraum seiner Happy Family bedrohen.

Krampfige Song-Texte

Selten wirkte die inzwischen obligatorische Öko-Botschaft im Kinderkino so aufgesetzt! Und was das Auge noch nicht sieht, muss das Ohr zwangsläufig hören in den krampfigen deutschen Song-Texten, die klingen, als hätte einer das Wort zum Sonntag zur "Under Pressure"-Melodie vertont: "Manche halten den Druck auf dieser Welt kaum aus..." Das tut echt weh! Nicht nur Queen-Fans. Musikalisch wird ja hier alles verhackstückt – von den "Blues Brothers" bis zur Puccini-Arie. Ein Soundtrack, den man zu Hause garantiert nicht noch mal hören möchte!

Zwei kleine Krabben sind die Größten

Die heimlichen Helden und ein Lichtblick in diesem Film sind zwei kleine Krabben, die sich von ihrem Schwarm entfernen, um am Ende der ihnen bekannten Welt endlich als Individuen weiterleben zu können. Sie sind nicht nur reizend animiert, sondern auch für ein paar hintersinnige Bonmots gut. Die Pinguine dagegen können zwar mit ihrem Massenformationstanz noch ein bisschen Eindruck schinden, zu erzählen aber haben sie nichts. Und Klein-Erik ist trotz putzigem Plüschfell eine schwache Identifikationsfigur für Kinder.

Fazit: Die Animations-Pinguine haben zwar immer noch den Groove, aber die Geschichte findet keinen Rhythmus. Enttäuschende Fortsetzung mit textmäßig grauslig entstellten Song-Klassikern!

Infos:

  • Originaltitel: Happy Feet 2
  • Genre: Kinder-Animationsfilm
  • Regie: George Miller
  • Drehbuch: George Miller, Gary Eck, Warren Coleman, Paul Livinsgston
  • Darsteller: -
  • Kamera: -
  • Musik: John Powell
  • Kinostart: 01.12.2011
  • FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung