Dr. King Schultz (Christoph Waltz) befreit den Sklaven Django (Jamie Foxx). Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Djangos Frau Broomhilda (Kerry Washington).
Schön blutig Django Unchained
Der Wilde Westen kurz vor dem Bürgerkrieg. Der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) ist auf der Suche nach drei Brüdern. Und der Sklave Django (Jamie Foxx) ist der einzige, der sie identifizieren kann. Django erweist sich als gelehriger Schüler und so wird aus dem Zweckbündnis eine Partnerschaft.
So sehr es Django genießt, weiße Verbrecher zu töten und dafür Geld zu bekommen, so sehr vermisst er seine Frau Broomhilda (Kerry Washington). Zusammen mit Schultz macht er sich auf die Suche nach ihr und findet sie beim Plantagenbesitzer Candie (Leonardo DiCaprio). Doch der Versuch, sie ihm abzukaufen, gerät zum Desaster.
Kritik:
Bewertung
"Ganz großes Kino!"
Schon mit dem ersten Takt der Titelmelodie wird klar, welches Genre hier Pate stand. Zu den Klängen des "Django"-Themas von 1966 schickt Quentin Tarantino seine Zuschauer in die Wüste, genauer gesagt, die amerikanische Prärie. Zusammen mit einer "Chain-Gang" aneinander geketteter Sklaven taucht man in die Geschichte ein, die sich bei genauerem Hinsehen als eine Western-Version der Nibelungensage entpuppt - mit Django als Siegfried. Fast zehn Jahre hat Tarantino an dem Drehbuch geschrieben, ein gemeinsamer Opernbesuch mit seinem Lieblingsschauspieler Christoph Waltz in einer Aufführung des "Ring des Nibelungen" gab der Geschichte ihre Richtung.
Der Wilde Westen spricht Deutsch
Doch die deutschen Einflüsse bei "Django Unchained" sind noch viel größer. Seit Quentin Tarantino während der Dreharbeiten zu "Inglorious Basterds" ein halbes Jahr in Berlin gelebt hat, ist er ein großer Fan Deutschlands. Und so spricht die Sklavin Broomhilda (die schon vor dem Opernbesuch diesen Namen gehabt haben soll) Deutsch, der von Christoph Waltz gespielte Kopfgeldjäger Schultz ist Deutscher - ohne das klassische Teutonen-Klischee zu bedienen. Im Gegenteil, Schultz ist ein abgebrühter Pragmatiker, der sich trotz seines Jobs eine menschliche, ja humanistische Ader erhalten hat. Für diese Rolle hat er gerade seinen zweiten Golden Globe gewonnen und gilt als heißer Kandidat für einen (weiteren) Oscar.
Tolle Schauspieler
Aber "Django Unchained" lohnt sich nicht nur wegen Christoph Waltz. Leonardo Di Caprio war noch nie so gut wie in seiner Rolle als zynischer Plantagenbesitzer Calvin Candie und auch Jamie Foxx und Samuel L. Jackson machen einen hervorragenden Job. Dazu konnte Regisseur Tarantino zahlreiche Stars für Gastauftritte gewinnen, allen voran Don Johnson und Franco Nero, der im Orginal-"Django" von 1966 die Titelrolle spielte. Sogar das Pferd von Jamie Foxx (es ist tasächlich sein privates) hat einen kurzen Gastauftritt und darf ein paar Kunststückchen zeigen. Und auch Tarantino selbst hat sich eine kurze Rolle gegönnt (die ein recht explosives Ende hat). Seine ganze Starbesetzung lässt er aber nicht nur schießen und reiten. Mit seine stärksten Momente hat "Django Unchained", wenn die Darsteller nur mit ihren Gesichtern arbeiten - in Großaufnahme und ganz ohne Worte.
Verbeugung vor dem Spaghetti-Western
Für Quentin Tarantino ist "Django Unchained" der erste Ausflug in den Wilden Westen und es ist seine ganz persönliche Hommage an den Spaghetti-Western. So verwendet er nicht nur den Original-Titelsong des "Django"-Films aus den 60er Jahren, sondern auch einen Teil der Originalmusik. Die Story ist manchmal skurril, manchmal bizarr, doch immer unterhaltsam und - tarantino-like - natürlich recht blutig. Wobei der Meister selbst sagt, er habe sich noch zurückgehalten. Er wollte, so Tarantino, in erster Linie einen Abenteuerfilm machen, aber einen in dem die Sklaverei eine große Rolle spielt. Hätte er die Sklaverei in all ihrer Brutalität gezeigt (er selbst bezeichnet die Sklaverei als "amerikanischen Holocaust"), wäre der Film unerträglich geworden. So ist das ganze Gegenteil der Fall. Zwar zitiert sich Tarantino hier gerne mal selbst, aber das ist nichts, was den Film zwangsläufig schlechter macht.
Fazit: Tarantino erobert den Wilden Westen - das ist mehr als ein Film, das ist ein Ereignis. Die fast drei Stunden, die der Film dauert, sind kurzweilig und das Eintrittsgeld auf jeden Fall wert. "Django Unchained" ist das erste große Kinohighlight des Jahres.
Infos:
- Originaltitel: Django Unchained
- Genre: Western
- Regie: Quentin Tarantino
- Drehbuch: Quentin Tarantino
- Darsteller: Christoph Waltz, Jamie Foxx, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Kerry Washington
- Kamera: Robert Richardson
- Musik: Luis Bacalov
- Kinostart: 17.01.2013
- FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

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