Originelle Idee Die Nacht der Giraffe
Die kleine, behutsam erzählte Geschichte beginnt ganz märchenhaft: Das kleine Mädchen Lana wird nachts im Zoo ausgesetzt. Dort wächst es dann wie "Mogli" im "Dschungelbuch" zwischen allen Tieren heran. Aufgezogen vom Giraffen-Wärter, unter beinahe völligem Ausschluss der Öffentlichkeit.
Lanas einzige Spielkameraden sind die vielen unterschiedlichen Zootiere, die selbst hinter Gittern noch ihre Würde bewahren können. Das gelingt den Menschen nicht immer ähnlich gut, wie sich im Verlauf dieses Dramas noch zeigen wird. Denn je älter Lana wird, desto stärker locken die Geräusche jenseits der Tierpark-Mauern.
Kritik:
Bewertung
"Außergewöhnlich!"
Edwin illustriert diese traumähnlichen Szenen mit intensiven, exotisch anmutenden Bilderfolgen. Mit zunehmendem Alter drängt das Mädchen (wunderschön: Ladya Cheryl) dann jedoch nach draußen, in die verheißungsvolle Welt außerhalb des Tierparks. Der Zauberer (Nicholas Saputra), der auf dem Gelände seine Tricks vorführt, ist für Lana wie die Personifizierung allen irdischen Glücks. Edwin deutet geschickt eine zarte Romanze an - die sich dann aber sehr irdisch auflöst.
Pracht und Poesie
Der melancholische Film ist neben all seiner Pracht und Poesie eine bittere Gesellschaftskritik. Denn nach dem so hübsch versponnenen Beginn weicht die sanft verzauberte Atmosphäre bald einem schmerzlichen Erwachen der naiven Lana in der rauen Wirklichkeit, fernab ihres Zoo-Paradieses.
Überflüssige Wiederholungen
Die Themen Künstlichkeit und Realität, Freiheit im Käfig und Gefangensein außerhalb des Zaunes werden in den ersten zwei Dritteln des Films stimmig und atmosphärisch sehr dicht abgehandelt. Der Rest verliert sich in etwas überflüssigen Wiederholungen der bis dahin in unzähligen postkartenschönen Bildern eingefangenen Erkenntnisse über Mensch und Tier.
Fazit: Wunderschön fotografierter, poetischer Film über Tiere und Menschen in Gefangenschaft, der sich zum Ende hin leider etwas in Wiederholungen verliert.
Infos:
- Originaltitel: Kebun binatang
- Genre: Drama
- Regie: Edwin
- Drehbuch: Edwin, Titien Wattimena
- Darsteller: Ladya Cheryl, Nicholas Saputra, Adjie Nur Ahmad, Klarysa Aurelia
- Kamera: Sidi Saleh
- Musik: Dave Lumenta
- Kinostart: 17.01.2013
- FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

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