BAYERN 3 - Kino & DVD

Aus, Amen, Schluss? Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht 2

Die Geburt ihrer Tochter Renesmee hat Bella (Kristen Stewart) nur als Untote überlebt. Nun ist sie nicht länger das zerbrechliche Geschöpf in Edwards (Robert Pattinson) starken Armen, sondern selbst eine Vampirin mit brachialen Kräften. Die beiden können ihre unsterbliche Liebe nun noch mal ganz anders ausleben.

Von: Walli Müller Stand: 19.11.2012
Edward (Robert Pattinson) und Bella (Kristen Stewart) | Bild: concorde-film

Inzwischen ist jedoch das Gerücht von einem Kind-Vampir in der Familie Cullen bis zu den Volturi durchgedrungen. Vampir-Boss Aro (Martin Sheen) muss davon ausgehen, dass Bella und Edward ein Menschenkind gebissen und verwandelt haben – das schlimmste Verbrechen, das Vampire begehen können. Nicht nur Renesmees Leben, sondern die Existenz der ganzen Familie Cullen ist nun in Gefahr. Denn die Volturi werden kommen und sie vernichten, wenn Bella und Edward ihnen nicht beweisen können, dass das Mädchen auf natürliche Weise geboren und gar nicht unsterblich ist …

Kritik:

Bewertung

Filmbewertung: drei von fünf Sternen | Bild: BR

"Monster-Kitsch!"

Nach starkem Auftakt wurde Stephenie Meyers "Twilight"-Saga immer krampfiger. Und im großen Finale wirft sie nun auch noch das wichtigste aller Vampir-Story-Gesetze über den Haufen: Die menschliche Heldin Bella mutiert selbst zum Vampir! Damit aber verliert die Geschichte auch zugleich ihren Reiz. Denn der besteht ja genau darin, dass die Unsterblichkeit der Vampire zwar etwas Verlockendes für uns Menschen hat, letztlich aber doch abschreckt. Jede Vampirgeschichte bestätigt uns im Endeffekt, wie wertvoll unsere Menschlichkeit ist. Und jeder anständige Vampir leidet – wie anfangs auch Edward - an seinem Monster-Dasein.

Wenn Vampire rosarot sehen...

Nicht so die mutierte Bella. Ihr ist ja nun die Ewigkeit mit ihrem Traummann sicher – und vor Falten und Orangenhaut muss sie sich auch nicht mehr fürchten. Zudem scheinen mit dem Körper auch die Gefühle konserviert zu werden. Liebe und Leidenschaft ohne Verfallsdatum – schön für Bella und Edward, aber fürs Publikum irgendwie doch langweiliger als Bellas wankende Gefühlslage zu Lebzeiten. Das Liebesglück des Pärchens und das Familien-Idyll mit Töchterchen Renesmee und Paten-Onkel Jakob wird so rosarot zelebriert, dass jeder Rosamunde-Pilcher-Film blass dagegen aussieht. Aber weil die "Twilight"-Filme immer auch eine wenig Monster-Action versprechen, ist die heile Vampirwelt erneut bedroht. Alles läuft auf eine finale Schlacht zwischen den zivilisierten und den bestialischen Blutsaugern hinaus. Und zur Steigerung des Show-Werts steht auch noch Jakobs Werwolfsippe als Support bereit.

Passable Monster-Action

Tatsächlich freut man sich nach all dem Gutmenschentum im Hause Cullen fast schon auf die Monster-Attacke der Volturi. In perfekt choreographierten Kampfszenen springen sich ein (hoffentlich!) letztes Mal Vampire und Werwölfe in der Luft an, schleudern sich durch die Gegend und reißen sich die Köpfe ab. Zum Finale darf endlich auch Bella eifrig dabei mitmischen. Endlich noch mal eine Herausforderung für Kristen Stewart, die ihrer Rolle sonst nun wirklich nichts Neues mehr abgewinnen kann. Sie und Co-Star Robert Pattinson müssen richtig erlöst sein, dass die Reihe nun endgültig abgedreht ist. Ob die "Twilight"-Charaktere allerdings in Frieden ruhen dürfen, ist fraglich. Hinter den Kulissen, so heißt es, würde durchaus über weitere Fortsetzungen oder ein Nachleben als Fernsehserie nachgedacht …

Fazit: Wie schon im ersten Teil von "Breaking Dawn" kommt erst der Romantik-Schmus, dann die Monster-Schlacht. Aber gar so grottig wie Teil 1 ist dieses finale Finale zum Glück nicht. Ein Kino-Event nur noch für die Hardcore-Fangemeinde.

Infos:

  • Originaltitel: The Twilight Saga: Breaking Dawn (Part 2)
  • Genre: Romantik, Horror
  • Regie: Bill Condon
  • Drehbuch: Melissa Rosenberg nach dem Roman von Stephenie Meyer
  • Darsteller: Kristen Stewart, Robert Pattinson, Taylor Lautner, Peter Facinelli, Elizabeth Reaser, Ashley Green, Jackson Rathbone, Kellan Lutz, Nikki Reed, Billy Burke, Michael Sheen, Dakota Fanning
  • Kamera: Guillermo Navarro
  • Musik: Carter Burwell
  • Kinostart: 22.11.2012
  • FSK-Freigabe: Ab 12 Jahren

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