BAYERN 3 - Kino & DVD

Intelligenter Horror Sinister

Bedrohliche Stimmung, glaubwürdige Charaktere und eine halbwegs intelligente Geschichte – mehr braucht es eigentlich gar nicht für einen richtig guten, bis zur letzten Minute spannenden Horrorfilm.

Von: Ulrike Frick Stand: 20.11.2012
Filmszene Horror Kino | Bild: Wild Bunch

Regisseur Scott Derrickson beweist mit seinem ganz klassisch aufgebauten Thriller sehr nachdrücklich, dass es für nachhaltiges Gruseln auf die Story ankommt und nicht auf die Spezialeffekte.

Kritik:

Bewertung

Filmbewertung: vier von fünf Sternen | Bild: BR

"superb gespielter Horrorfilm!"

Während Kollegen Eimerweise Blut verschütten müssen, um überhaupt noch ein sanftes Schaudern beim Publikum zu erzeugen, setzt Derrickson („Der Exorzismus der Emily Rose“) auf die gute alte Tugend des soliden Handwerks.

Die Ausgangssituation erinnert ein wenig an Kubricks „Shining“: Ellison Oswalt (Ethan Hawke), ein Krimischriftsteller mit Schreibblockade, mietet sich in einem leer stehenden Haus ein, in dem vor ein paar Monaten ein grauenhaftes Verbrechen stattgefunden hat und ein Unbekannter eine vierköpfige Familie dahin gerafft hat. Oswalt hofft, in der düsteren Atmosphäre des unseligen Ortes neue Inspiration zu erfahren. Gattin Tracy (Juliet Rylance), Sohn und Tochter ahnen nicht, warum sie ausgerechnet in dieses Haus ziehen – bis sich mysteriöse Vorfälle häufen. Doch das, was Oswalt auf alten Super-8-Filmen im Haus findet, ist zu schrecklich, um wahr zu sein. Und seine Familie in großer Gefahr. Trotzdem ist Oswalt begeistert von dem, was sich da gerade als neue Buchidee aufzeigt.

Macht der Bilder

"Sinister" spielt clever mit dem Dilemma, vor dem jeder Horrorfilm steht: Die Lust am Voyeurismus – und das gleichzeitige Verdammen sämtlicher Greueltaten.

Derrickson hat für "Sinister" eine äußerst wendungsreiche, komplexe Dramaturgie ersonnen. Er konzentriert sich stark auf die Macht seiner unheimlichen, oft verfremdeten Bilder und den dissonanten, Bass-wummernden  Soundtrack. Körperlich spürbar wird der Alpträume garantierende, angenehm unblutige Horror des Films aber erst durch das glaubwürdige Spiel des absolut großartigen Ethan Hawke.

Fazit: Herrlich gruseliger, superb gespielter Horrorfilm über einen Schriftsteller, der für einen Bestseller über Leichen gehen würde – bis er bemerkt, es könnten die seiner Familie darunter sein.

Infos:

  • Originaltitel: Sinister
  • Genre: Horror
  • Regie: Scott Derrickson
  • Drehbuch: Scott Derrickson, C. Robert Cargill
  • Darsteller: Ethan Hawke, Juliet Rylance, Fred Dalton Thompson
  • Kamera: Christopher Norr
  • Musik: Christopher Young
  • Kinostart: 22.11.2012
  • FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

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