Computer-Abenteuer Ralph reicht's
Seit 30 Jahren hat Randale-Ralph (Christian Ulmen) den gleichen Job. Im Computerspiel "Fix-it Felix jr." ist er der Bösewicht, der alles kaputt macht, bevor der Held, Fix-it Felix alles wieder repariert. Immer nur der Böse zu sein, geht Ralph mächtig auf den Keks, er wäre auch gerne mal einer der Guten, aber das ist in der Welt der Computerspiele nicht vorgesehen.
Durch einen Zufall landet Ralph im Racing-Game "Sugar Rush" wo kleine Mädchen in Autos aus Süßigkeiten gegeneinander antreten. Hier trifft er Vanellope von Schweetz (Anna Fischer), die - genau wie er - ein Außenseiter ist und die ihm überraschend doch noch die Chance gibt, seine Helden-Qualitäten unter Beweis zu stellen.
Kritik:
Bewertung
"Einfach toll!"
Wenn in der Spielhalle die Automaten ausgeschaltet werden, machen auch die Figuren in den Spielen Feierabend. Die einen feiern Parties, andere treffen sich in Selbsthilfegruppen wie den "Anonymen Bösewichten" oder gehen mit den Kollegen aus anderen Games einen trinken. Schon in den ersten Minuten taucht man als Zuschauer über 30 in die Welt der Spielhallen ein, in denen man nach der Schule seine Markstücke gelassen hat um "Pac Man" und Co zu spielen. Mit viel Liebe zum Detail erwecken die Macher von "Ralph reichts" diese Welt wieder zum Leben, als Spielekonsolen für zu Hause noch ein meist unerschwinglicher Luxus war.
Reise ins Game-Universum
In "Ralph reichts" werden unsere digitalen Helden der Vergangenheit und der Gegenwart irgendwie menschlich. Hier leben die 8Bit-Games aus der Computerspiel-Frühzeit friedlich mit den HD-Egoshootern von heute zusammen. Mit viel Liebe zum Detail und Gastauftritten von vielen alten Bekannten (wie etwa Zangief aus "Streetfighter") landen wir hier in einer Welt, die so mancher gerne mal von innen sehen würde. Zusammen mit Ralph und seinen digitalen Kollegen geht man im Film auf eine rasante und spaßige Reise durch die diversen Computerspiel-Universen - vom pixeligen 8Bit-Steinzeit-Game bis hin zum diabetisch süßen Rennspiel, dass in einer Welt voller Kekse, Schokoriegel und Gummibärchen angesiedelt ist. Vieles im Film trägt nicht nur die Handschrift von Regisseur Rich Moore, der davor an "The Simpsons" und "Futurama" arbeitete, sondern auch von Produzent John Lasseter, der mit Filmen wie "Toy Story" neue Standards in Sachen Zeichentrick gesetzt hat.
Auch für Nicht-Computerfans geeignet
Aber auch alle, die nicht zur Generation "X-Box" gehören, werden an "Ralph reichts" Gefallen finden, denn Computerspiel-Kenntnisse helfen zwar, aber die Geschichte erklärt sich auch, wenn man nicht weiß, wer "Sonic The Hedgehog" oder Super Mario ist. In der Originalfassung leihen John C. Reilly und Sarah Silverman den Hauptfiguren Ralph und Vanellope ihre Stimmen (und haben auch ein bisschen Ähnlichkeit mit ihnen), auf Deutsch sind hier Christian Ulmen ("Männerherzen und die ganz ganz große Liebe") und Anna Fischer ("Groupies bleiben nicht zum Frühstück") zu hören, die es weitgehend schaffen, den Witz des Originals in die Synchronfassung herüber zu retten.
Fazit: Wenns um Animation geht, kann man den Jungs von Disney wenig vormachen und das zeigt sich bei diesem Film. "Ralph reicht´s" ist das cineastische Rundum-Sorglos-Glücklich-Paket für die ganze Familie. Ein Film der Spaß macht wenn man von Computerspielen keine Ahnung hat. Und der noch mehr Spaß macht, wenn man Ahnung hat. Alles passt, nix fehlt, jeder wird gut unterhalten. Was will man mehr?
Infos:
- Originaltitel: Wreck it Ralph
- Genre: Animationsfilm
- Regie: Rich Moore
- Drehbuch: Phil Johnston, Jennifer Lee
- Original Stimmen: John C. Reilly, Sarah Silverman
- Dt. Stimmen: Christian Ulmen, Anna Fischer
- Musik: Henry Jackman
- Kinostart: 06.12.2012
- FSK-Freigabe: o. A.

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