Bayern 2 - radioWissen


0

Die Schönheit des Göttlichen Glossar

Stand: 18.02.2014 | Archiv

PersonenWerdegang
Buonarrotti, Michelangelo (1475 – 1564)Schon im Jugendalter zeigte sich das Talent des großen italienischen Renaissancekünstlers. Mit 13 Jahren begann er seine Lehre in der Werkstatt von Domenico Ghirlandaio in Florenz, wo er die Kunst der Freskomalerei studierte. Seine Vorliebe galt jedoch der Bildhauerei, die er bereits als 14-Jähriger bei Bertoldo di Giovanni lernte. Wegen der beginnenden politischen Unruhen in Florenz setzte er sein Studium in Bologna fort. Später führten ihn Aufträge immer wieder nach Florenz und Rom, wo Michelangelo seine Meisterwerke schuf. Er starb in Rom und wurde in Florenz begraben.
Savonarola, Girolamo
(1452 – 1498)
Der Dominikanermönch aus Florenz zog mit seinen Bußpredigten viele Menschen in seinen Bann. Er wetterte gegen die Selbstherrlichkeit der Kirche genauso wie gegen den Reichtum der Familie der Medici, die Florenz in dieser Zeit beherrschte. Seine Forderungen - Kirchenreform und Volksherrschaft - brachten ihm die Feindschaft der Mächtigen ein. Papst Alexander VI. erteilte ihm ein Predigtverbot, woran der vom Volk gefeierte Savonarola sich nur kurze Zeit hielt. Bei einer Wahl in der Stadt Florenz verfehlten seine Anhänger jedoch die Mehrheit. Die Stimmung in der Bevölkerung war gekippt. In einem Schauprozess wurde Savonarola zum Tode verurteilt und öffentlich hingerichtet.
Vasari, Giorgio
(1511 – 1574)
Dem Architekten und Hofmaler der Medici verdanken wir die Begriffe "Gotik" und "Renaissance", die er eingeführt hat. Vor allem aber ist Vasari durch seine Biografien italienischer Künstler seiner Zeit bekannt. Diese sind in einem Werk in drei Bänden mit dem Titel "Le vite dei più eccellenti architetti, pittori et scultori italiani" zusammengefasst. Sie enthalten unter anderem Lebens- und Werkbeschreibungen von Leonardo da Vinci, Raffael, Tizian und Michelangelo. Im Berliner Verlag Klaus Wagenbach ist vor Kurzem eine vollständige Edition dieser Schriften erschienen, die neu ins Deutsche übersetzt wurden.
BegriffErklärung
FreskoBei dieser Form der Wandmalerei wird die Farbe direkt in den frischen (italienisch "fresco") Putz eingebracht. Dazu werden mehrere Kalkputzschichten übereinander aufgetragen, sodass der Putz in seiner Form fest ist, aber noch nicht abgebunden hat. Die Pigmente werden in Wasser aufgeschlämmt. Die Fresko-Malerei ist seit der Antike bekannt, etwa aus Villen in Pompeji. Im frühen Mittelalter und in der Neuzeit war sie vor allem in Kirchen in Gebrauch. Auch das Deckengewölbe der Sixtinischen Kapelle im Vatikan wurde von Michelangelo in Fresko-Technik ausgeführt.
IkonografieDiese Methode der Kunstgeschichte versucht Motive der Bildenden Kunst zu deuten: Warum werden bestimmte Gegenstände abgebildet, wie werden sie dargestellt und welche Symbolik verbindet der Künstler damit? Beispiele sind die Interpretation der Heiligenattribute in der mittelalterlichen Malerei oder der Farbgebung der Bilder des "Blauen Reiters". Bei Michelangelo tritt erstmals die Ausdruckskraft des menschlichen Körpers als Symbol für den Stellenwert und die Emotionen der Abgebildeten in den Vordergrund.
PietàDas italienische Wort bedeutet Frömmigkeit oder Mitleid. In der Kunst ist damit die Darstellung von Maria als "Schmerzensmutter" gemeint, die den Leichnam des toten Christus auf ihrem Schoß hält. Sie ist in katholischen Kirchen sehr verbreitet und wird im Deutschen auch als Vesperbild bezeichnet. Michelangelos Pietà im Petersdom zu Rom ist eine der bekanntesten ihrer Art.
RenaissanceMit dem französischen Wort für Wiedergeburt (italienisch: rinascimento) wird eine Kunstepoche des 15. und 16. Jahrhunderts bezeichnet. Nach dem Mittelalter sollte der Geist der Antike wieder belebt werden – durch innovative Formensprache in der Bildenden Kunst, neue Mehrstimmigkeit in der Musik oder bis dahin nicht beschriebene Charaktere in der Literatur.

0