Bayern 2 - radioWissen


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Die Außenhaut des Römischen Reichs

Von: Volker Eklkofer / Sendung: Thomas Grasberger

Stand: 20.03.2017 | Archiv

Der Römische Wachtturm auf dem Pulverberg bei Bendorf ist eine Rekonstruktion einer militärischen Anlage am Limes | Bild: picture-alliance/dpa
GeschichteMS, RS, Gy

Der Limes, die Befestigung der Außengrenzen des Römischen Reiches, ist kein unüberwindliches Bollwerk. Trotz Schutzfunktion riegelt er nicht ab, sondern macht den kleinen Grenzverkehr zwischen Imperium und Germanien möglich.

Mit Sperranlagen begrenzen die Römer vielerorts ihren Machtbereich, auch im heutigen Deutschland, auf dem Gebiet der Provinzen Rätien und Obergermanien. Der 548 Kilometer lange Limes, der die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern durchzieht, ist jedoch kein Instrument der Abschottung, kein ethnischer Schutzwall, sondern ein komplexes Grenzüberwachungssystem.

Der Limes, dessen Bau im späten ersten Jahrhundert beginnt, ermöglicht die Kontrolle der im Vorfeld siedelnden Germanen, schützt vor Raubüberfällen und verhindert eine unkontrollierte Zuwanderung ins Reich. Versehen mit Zollstellen dient er der Regulierung des Warenverkehrs am Rande des Imperiums. Doch mit der Völkerwanderung kommt Mitte des 3. Jahrhunderts das Ende des obergermanisch-rätischen Limes, er wird von den Alemannen überrannt.

Heute laden freigelegte Reste des Limes, Römerstätten und Rekonstruktionen von Wachtürmen und Kastellen zum Ausflug in die Vor- und Frühgeschichte Deutschlands ein.

Holz und Stein

Limes Ausgrabungen bei Walldürn im Odenwald (undatiert) | Bild: picture-alliance/dpa zur Übersicht Der Limes Von der Absicht, eine Mauer zu errichten

Roms Anspruch auf Weltherrschaft erhält in Germanien einen Dämpfer, die Barbaren an Rhein und Donau behindern die Expansion. Der Limes begrenzt das Herrschaftsgebiet der Römer. [mehr]

Grenzregionen

Römerbad und Palisadenbefestigungen "Vorderer Schlossbuck" im Burgstallwald in Gunzenhausen am Altmühlsee | Bild: picture-alliance/dpa zur Übersicht Der Limes Reges Treiben an der Außengrenze des Reiches

Der Limes trennt nicht und sperrt nicht ab, macht aber klar, wo die Rom den Ton angibt. Dank enger Kontakte zwischen Römern und Germanen blüht der Handel, das Gewerbe entwickelt sich. [mehr]

Kampf und Aufgabe

Römische Grenzlinie am rechten Donauufer.  Wachposten und Wachturm mit Fackeltelegraph - Ausschnitt aus dem Reliefband mit Szenen der Feldzüge Trajans gegen die Daker | Bild: picture-alliance/dpa zur Übersicht Der Limes Das Ende des Limes

Innere und äußere Krise gehen im 3. Jahrhundert Hand in Hand - das Römische Kaiserreich wankt. Die Alemannen nutzen ihre Chance. Sie überrennen den Limes und dringen bis zum Oberrhein vor. [mehr]

Besuchermagnet

Kopflose antike Skulpturen stehen am Römischen Limeskastell im heutigen archäologischen Park in Welzheim. Er liegt am einstigen obergermanischen Limes | Bild: picture-alliance/dpa zur Übersicht Der Limes Die Mauer muss her!

Im Laufe der Jahrhunderte verfällt der Limes, seine Erbauer geraten in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert beginnt die systematische Limes-Forschung, Restaurationsarbeiten folgen. Heute ist der Grenzwall UNESCO-Welterbe. [mehr]

Hätten Sie's gewusst?

Quiz - Fragezeichen | Bild: colourbox.com zur Übersicht Der Limes Testen Sie Ihr Wissen!

Mit dem Limes halten die Römer ihre barbarischen Nachbarn auf Distanz, zugleich ist er eine ökonomische Steuerungslinie. Wie gut kennen Sie das größte Bodendenkmal Europas? [mehr]

Audio

Nachbau eines Limes-Wachturms in der Nähe von Weißenburg | Bild: picture-alliance/dpa zum Audio Der Limes Die Außenhaut des Römischen Reichs

Mit seinen Palisaden aus Holz oder den steinernen Mauern war der Limes mehr als nur ein militärisches Bollwerk. Er war eine bevölkerungs- und wirtschaftspolitische Steuerungs- und Kontrolllinie - durchlässig und flexibel in beide Richtungen. [mehr]


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