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Eine Spurensuche mit Hindernissen

Von: Rolf Cantzen

Stand: 14.01.2014 | Archiv

Ethik und Philosophie / Soziale und politische Bildung / PsychologieRS, Gy

Eines ist klar: Die Frage nach dem Glück ist eine der wichtigsten, wenn nicht sogar die wichtigste in unserem Leben. Entsprechend zahlreich sind die Theorien zu diesem "höchsten Gut". Ist Glücklichsein einfach Glückssache? Oder haben wir unser Glück in der Hand? Und vor allem: Was ist eigentlich Glück? Wie genau fühlt es sich an, wie lange kann es dauern, und welche Anforderungen stellt es vielleicht sogar an uns?

Der Zustand, den wir als "Glück" beschreiben, scheint schwer zu greifen. Jeder erlebt ihn anders und zu unterschiedlichen Anlässen. In Worte fassen kann man ihn kaum. "Glück", hat viele Bedeutungen: Für Platon, Aristoteles und die Stoiker führen Tugend und Vernunft ganz selbstverständlich zum höchsten der Gefühle - zur "Eudaimonia", was so viel heißt wie "heitere Gelassenheit". Dass diese aber so einfach zu erreichen ist, bezweifelt Voltaire. Er findet, dem Tugendhaften stellen sich zu viele böse und dumme Menschen in den Weg. Und Hermann Hesse ist der Ansicht, dass man sich einzelne Glücksmomente nicht erarbeiten oder gar verdienen, sondern nur dankend empfangen kann und meint: "Vergänglich und bezaubernd, entführen sie uns immer nur für wenige Sekunden in eine andere Welt". Neurobiologen scheinen das zu bestätigen, denn die Ausschüttung von Glücksendorphinen dauert leider nicht länger als fünf Minuten. Nietzsche findet das nicht weiter schlimm. Ihm ist die genügsame Einstellung, die Glück mit sich bringen kann, nämlich gar nicht geheuer.


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