Bayern 2 - radioWissen


4

Wilhelm Busch Das Thema

Stand: 26.06.2007 | Archiv

Selbstprotrait | Bild: picture-alliance/dpa

Wilhelm kam als erstes der sieben Kinder von Henriette Dorothee Charlotte Busch - eine stille, fromme und fleißige Frau - und Johann Friedrich Wilhelm Busch - Dorfkrämer von Beruf und ein gewissenhafter sowie nie zärtlicher Vater - am 15. April 1832 zur Welt. Die Leitmotive ihrer Erziehung waren Genügsamkeit und Gehorsam. So gehörte auch körperliche Züchtigung dazu. Als mit der Geburt des fünften Kindes Wohnraum und Zuwendungsfähigkeit im Hause Busch noch mehr an ihre Grenzen stießen, wurde Wilhelm im Alter von neun Jahren zu seinem Onkel - Pastor Georg Kleine - geschickt, in dessen Familie er von diesem Zeitpunkt an lebte. Pastor Kleine lehrte seinem Neffen, Mensch und Natur detailliert zu betrachten und diese Beobachtungen zu Papier zu bringen, genauso wie er ihm die Dichtung nahe brachte. Diese neuen Lebensumstände lieferten Inspiration und Vorlage für "Max und Moritz".

Ernstes Leben und humoristische Kunst

Wilhelm Buschs Privatsphäre war weder von einem Familienleben - er hatte keine Ehefrau und keine Kinder - noch von weiten Reisen gekennzeichnet. Sein Leben war vielmehr relativ unspektakulär im Vergleich zu seinen farbenfrohen und humoristischen Geschichten und Karikaturen.

Originalgetreue Abbildungen der Bildergeschichte "Der Kuchenteig" von Wilhelm Busch.

Dennoch wäre es zu kurz gegriffen, Busch auf seine witzigen Werke zu beschränken. Er verfasste auch ernsthafte Lyrik und Prosa abseits seiner Bildergeschichten sowie zahlreiche Ölgemälde. Die machten ihn allerdings nicht berühmt. Seine künstlerischen Ausbruchsversuche scheiterten, weder bei Kritikern noch beim Publikum fanden sie Anklang. 

Steiniger Weg

Nach seinem kurzen Aufenthalt an der Polytechnischen Schule, die er vor Abschluss seines Maschinenbau-Studiums verließ, besuchte Wilhelm Busch Kunstakademien in Düsseldorf, Antwerpen und München. Lange Zeit brachte ihm die Kunst aber kein Geld ein. Seine Entscheidung für ein Leben als Künstler war geprägt von kümmerlichen Honoraren, Niederlagen, Krankheit und Enttäuschungen - ganz abgesehen von der Geringschätzung durch seinen verletzten Vater. Deprimiert dachte Wilhelm ernsthaft darüber nach, als Bienenzüchter nach Brasilien zu gehen, dem Dorado der Imkerei. Erst "Max und Moritz" aus dem Jahre 1856 wenden das Blatt.


4