Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Beispiel möglicher OPs Bis ins hohe Alter per Operation behandelbar

Das Lebensalter allein ist kein Grund mehr, auf beispielsweise eine Herzoperation zu verzichten, die Ärzte müssen nur die passenden Methoden wählen. Dies gilt auch für andere Krankheiten.

Stand: 27.05.2015

Am häufigsten werden im Alter Knochenbrüche operiert. Sie sind meist die Folge eines Sturzes. Im Bild: älterer Frau mit einem eingegipsten Arm. | Bild: colourbox.com

Knochenbrüche

Aufgrund verschiedenster Gründe, wie zum Beispiel schlechteren Sehvermögens, verlangsamter Reflexe und eventueller Herz-Kreislauf-Erkrankungen nimmt die Sturzrate im Alter deutlich zu. So sind Knochenbrüche eine der häufigsten Ursachen für die Operationen im Alter.

Hüftgelenkoperation

Wenn Menschen bis in das hohe Alter gesund und geistig aktiv sind, aber unter Hüftgelenkproblemen stark leiden, ist eine Hüftgelenkoperation sogar auch bei 90-Jährigen unter Umständen sinnvoll. Wer sich in seiner Lebensqualität deutlich eingeschränkt fühlt, der profitiert von einer neuen Hüfte. Diese Operation zählt mittlerweile in vielen Krankenhäusern zum Routineeingriff.

Knieprothese

Künstiches Hüftgelenk demonstriert am menschlichen Skelett | Bild: picture-alliance/dpa zum Thema Kaputte Gelenke Wie gut ist der künstliche Ersatz?

Peinigende Schmerzen, qualvoll bei jeder Bewegung - das sind die ständigen Begleiter von Menschen, deren Gelenke bis zur Untauglichkeit abgenutzt sind. Viele überstehen die Tage nur mit stärksten Schmerzmitteln. [mehr]

Zunehmend setzen Ärzte bei Arthrose im Knie bei älteren Menschen künstliche Gelenke ein. Zwar erhalten auch über 80-Jährige überdurchschnittlich viele künstliche Kniegelenke, aber rund zwei Drittel aller Operationen entfallen auf die 60- bis 79-Jährigen. Die Knieprothese ist mittlerweile Routine im Operationssaal, denn viele wollen bis ins hohe Alter ein aktives Leben führen. Oft soll das künstliche Gelenk ermöglichen, was wegen Arthrosebeschwerden zunehmend schwerfällt.

Oberschenkelhalsbruch

Die Heilung des Oberschenkelhalsbruchs ist vor allem von der vorherrschenden Knochensubstanz abhängig. Somit ist eines der größten Probleme in der Heilung die Osteoporose, hiervon sind besonders betagte Frauen betroffen. Da die meisten der betroffenen Patienten relativ alt sind und auch unter Begleiterkrankungen leiden, ist die Heilung nach der Operation durch das Auftreten schwerwiegender Komplikationen nach wie vor unbefriedigend.

Herzoperationen

Bei 60-Jährigen ist ein Bypass oder eine Herzklappenoperationen inzwischen fast Routine. Ältere Menschen und deren Angehörige haben sehr häufig große Ängste vor Eingriffen am Herzen. Minimal-invasive Verfahren haben hier jedoch die Indikationen deutlich erweitert. Obwohl noch nicht endgültig klar ist, wie lange die Klappen halten, stellen sie bei den 80- bis 90-Jährigen eine gute Option dar. Für diese Altersgruppe ist eine möglicherweise begrenzte Haltbarkeit kein Hinderungsgrund, wenn sie ihnen einige Jahre mit akzeptabler Lebensqualität verschaffen können.

Krebs im Alter

Krebserkrankungen werden im Alter häufiger, so die Daten der bevölkerungsbezogenen Krebsregister. Gerade ältere Menschen gehen jedoch im Vergleich zu Jüngeren, immer seltener zu Früherkennungsuntersuchungen, oder sie nehmen erste Symptome einer Krebserkrankung als altersbedingt hin. Dies trägt dazu bei, dass ihre Erkrankung bei der Diagnosestellung oft nicht mehr im Frühstadium ist.

Krebs kann in jedem Alter behandelt werden. Wichtig ist der allgemeine Gesundheitszustand. Ist der Patient rüstig, dann kann eine Operation als Therapie in Erwägung gezogen werden. Bei älteren Patienten ist vielleicht nicht jede Therapieform durchführbar. Eine lindernde Behandlung (palliative) gegen Beschwerden, zum Beispiel Schmerzen, ist aber immer möglich.

Notfalloperation im Alter

Notfalloperationen treffen einen völlig unvorbereiteten, nicht selten von mehreren Krankheiten geplagten Patienten. Hier stellt sich die Frage, inwieweit ein schlechter Allgemeinzustand einen so gravierenden Risikofaktor darstellt, dass die Notfalloperation zwar eine Beseitigung der akuten Ursache bewirken kann, dieser jedoch den Ausgang des Eingriffs unsicher macht. Es ist zu überlegen, ob nicht eine Stabilisierungsphase dem chirurgischen Eingriff vorgeschaltet werden soll, um den Patienten relativ gut vorbereitet einer Operation zu unterziehen und dadurch einen bedeutenden Risikofaktor zu minimieren.


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