Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Bewegung ist gesund

Von: Monika Dollinger

Stand: 20.01.2017

Paar beim Fahrradfahren | Bild: colourbox.com

Experte:

Prof. Dr. Martin Halle, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin, Zentrum für Prävention, Ernährung und Sportmedizin, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Bewegung ist gut für die Gesundheit – das ist lange bekannt. Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs treten dann weniger oft auf. Patienten haben auch seltener einen zweiten Herzinfarkt, wenn sie Sport treiben. Wer allerdings mit Herzproblemen zu kämpfen hat, verzichtet meist auf Sport, um kein Risiko einzugehen. Doch Sport kann die Gesundheit von Herzpatienten fördern, belegt eine aktuelle Studie, an der Sportmediziner Prof. Martin Halle mitgewirkt hat. Herzpatienten können ihr Herz stärker belasten als bisher gedacht. Hier die Ergebnisse und Tipps zusammengefasst:

Auch Herzpatienten können und sollen an ihre Belastungsgrenze gehen.

In der Studie wurden drei Gruppen von Herzpatienten verglichen: Diejenigen, die gar keinen Sport getrieben haben, diejenigen mit moderatem Training (wie etwa Spazierengehen) und die dritte Gruppe, die durch Intervalltraining den Puls maximal gesteigert hat. Das Ergebnis zeigt, dass die Herzpatienten der letzten Gruppe erstaunlich weit an die Maximalgrenze gehen konnten als die Patienten mit moderatem Training.

Wichtig ist, die individuelle Belastungsgrenze testen zu lassen.

Da Herzpatienten oftmals Angst haben, überhaupt ihr Herz zu belasten, kann ihnen der Test ihrer höchstpersönlichen Belastungsgrenze Vertrauen zurückgeben. Ihr Arzt (Kardiologe) sollte dafür ein Belastungs-EKG durchführen. Dabei ist es wichtig, an die maximale Belastungsgrenze des Patienten zu gehen und keinesfalls früher aufzuhören. Nur so können die Patienten sichergehen, dass sie ihren Rahmen ausschöpfen und sich dennoch nicht überbeanspruchen.

Ausdauersportarten eignen sich am besten.

Sportarten mit kontinuierlicher Bewegung wie Walken, langsames Joggen oder Radfahren sind besonders empfehlenswert. Alle Bewegungen, bei denen das Herz nicht alleine trainiert wird, sondern auch die Lunge und die Muskulatur eine Rolle spielen. Je besser die Lunge und die Muskulatur (vornehmlich die der Beine) arbeiten, desto mehr entlastet das das Herz. Dann sind auch Pulsfrequenzen von 130 oder 140 Schlägen pro Minute möglich. Und es ist in Ordnung, wenn man außer Atem kommt und schwitzt. Tipp: Herzpatienten sollten eine Pulsuhr tragen, um überprüfen zu können, welche Bewegung zu welcher Belastung führt, und um sichergehen zu können, dass sie sich in ihrem eigenen Sicherheitsbereich befinden.

Medikamente nicht vergessen!

Sport ersetzt nicht die Herzmedikamente. Im Gegenteil, bei einer guten Therapie sind sie eng mit dem Training verzahnt. Mit den neuen Medikamenten kann man sogar höhere Belastungsintensitäten erreichen und so größere Effekte erzielen, als dies vor Jahrzehnten möglich war.

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